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Medizin

Mammakarzinom: Fulvestrant plus Anastrozol verlängern Leben bei hormonpositiven Tumoren

Donnerstag, 28. März 2019

/dpa

Irvine/Kalifornien – Die Kombination aus dem Rezeptorblocker Fulvestrant und dem Aromatasehemmer Anastrozol hat sich in einer randomisierten klinischen Studie bei Patientinnen mit metastasiertem östrogenrezeptorpositivem Mammakarzinom langfristig als vorteilhaft erwiesen. Dies geht aus den abschließenden Ergebnissen einer randomisierten kontrollierten Studie im New England Journal of Medicine (2019; 380: 1226-1234) hervor, in der die Teilnehmerinnen bis zu 12 Jahre nachbeobachtet wurden.

An der Studie S0226 der Southwest Oncology Group (SWOG) hatten zwischen 2004 und 2010 insgesamt 707 postmenopausale Frauen teilgenommen, bei denen ein metastasiertes Mammakarzinom diagnostiziert worden war. Der Brustkrebs ist in diesem Stadium nicht mehr heilbar. Das Ziel der Behandlung besteht darin, den Tumor so lange wie möglich zurückzudrängen und nach Möglichkeit die Überlebenszeit zu verlängern.

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Da bei den Frauen Östrogenrezeptoren im Primärtumor nachgewiesen wurden, bestand die Behandlung in einer sogenannten Anti-Hormontherapie. Diese Behandlung soll verhindern, dass Östrogene das Wachstum der Tumorzellen stimulieren. Lange Zeit standen nur Aromatasehemmer und Tamoxifen zur Verfügung. Aromatasehemmer können die Bildung von Östrogenen aus Testosteron blockieren. Tamoxifen verhindert, dass Östrogene am Rezeptor binden. Tamoxifen ist jedoch kein vollständiger Rezeptorblocker. Als „selektiver Estrogenrezeptor-Modulator“ hat Tamoxifen eine agonistische Restwirkung. Es wirkt also teilweise wie ein Östrogen. Der „Estrogenrezeptor-Downregulator“ Fulvestrant ist dagegen ein reiner Rezeptorblocker.

In der Studie S0226 wurden alle Patientinnen mit dem Aromatasehemmer Anastrozol und die Hälfte zusätzlich mit Fulvestrant behandelt. Die vor 5 Jahren im New England Journal of Medicine (2012; 367: 435-44) veröffentlichten Ergebnisse zeigten, dass die Kombinations­therapie die mittlere Überlebenszeit um ein halbes Jahr verlängerte. Die Hazard Ratio von 0,81 verfehlte damals mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 0,65 bis 1,00 jedoch knapp das Signifikanzniveau.

Die aktuelle Auswertung bestätigt, dass die Kombination aus Fulvestrant plus Anastrozol das Gesamtüberleben verlängert. Die mittlere Überlebenszeit betrug nach den jetzt von Rita Mehta, Universität von Kalifornien in Irvine, und Mitarbeitern mitgeteilten Zahlen 49,8 Monate gegenüber 42,0 Monaten in der Anastrozolgruppe. Die Hazard Ratio von 0,82 hat jetzt mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 0,69 bis 0,98 das Signifikanzniveau erreicht. Der Unterschied wäre möglicherweise noch größer ausgefallen, wenn nicht nach der ersten Auswertung der Ergebnisse 45 % der Patientinnen aus der Anastrozolgruppe auf eine zusätzliche Therapie mit Fulvestrant gewechselt hätten.

Interessanterweise scheint der Vorteil auf Patientinnen beschränkt zu sein, die vor Beginn der Studie nicht mit Tamoxifen behandelt worden waren. In dieser Untergruppe verlängerte Fulvestrant die Überlebenszeit von median 40,3 auf 52,2 Monate (Hazard Ratio 0,73; 0,58-0,92). Bei den mit Tamoxifen vorbehandelten Patientinnen wurde die Überlebenszeit nur tendenziell von 43,5 auf 48,2 Monate verlängert (Hazard Ratio 0,97; 0,74-1,27). Die Ergebnisse sprechen laut Mehta für eine Initialtherapie mit der Kombination aus Fulvestrant und Anastrozol.

In der Verträglichkeit gab es keine Unterschiede. Die Inzidenz langfristiger toxischer Wirkungen der Grade 3 bis 5 war in beiden Gruppen ähnlich. © rme/aerzteblatt.de

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