NewsMedizinSchalldiagnostik künftig mögliches Verfahren zur Knorpelbeurteilung im Knie
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Schalldiagnostik künftig mögliches Verfahren zur Knorpelbeurteilung im Knie

Montag, 1. April 2019

/poylock19, stockadobecom

Fulda/Berlin/Ulm/Gießen – Macht ein Patient mit Knorpelschäden Kniebeugen, dann entstehen Geräusche, die typisch sind und sich von anderen Geräuschen abheben. Die technische Auswertung dieser Geräusche ist eine diagnostische Option zur Beurteilung von Arthrose im Knie. Das berichten Wissenschaftler der Hochschule Fulda in Koopera­tion mit der Universitätsmedizin Charité Berlin, der Universität Ulm und der Technischen Hochschule Mittelhessen in Gießen. Ihre Pilotstudie ist im Journal of Medical Engineering and Physics erschienen (2019; doi: 10.1016/j.medengphy.2019.01.002).

Arthrose ist die häufigste Gelenkerkrankung in Deutschland: Rund 18 Prozent der Erwa­chsenen haben eine Arthrose, bei der die Knorpelschicht eines Gelenks zerstört wird – im Extremfall bis zur Bewegungsunfähigkeit.

Für die Aufzeichnung der Geräusche von Knorpelschäden haben die Wissenschaftler ein spezielles Mikrofon und Sensoren entwickelt, die diese spezifischen Schallmuster ausfil­tern. Um herauszufinden, wie ein kranker Knorpel im Vergleich zum gesunden Knorpel klingt, machten sie zunächst zahlreiche Tests. Sie setzten zum Beispiel an Modellen definierte Schäden, rieben Knorpel ab oder bohrten Löcher, um herauszufinden, wie unterschiedlich Gelenkschäden klingen.

In der Pilotstudie brachten die Wissenschaftler am Kniegelenk von 29 Testpersonen das Aufnahmegerät an und zeichneten die Geräusche auf, während die Patienten eine Knie­beuge machten, wobei durch diese Belastung beim erkrankten Kniegelenk Geräusche entstehen. Die Wissenschaftler notierten auch die Gradzahl der Bewegung, bei der die typischen Schadensgeräusche auftraten, um Hinweise auf den Ort der Knorpelschäden zu bekommen.

Sie verglichen sie ihre Resultate mit zuvor angefertigten ihnen unbekannten MRT-Auf­nahmen der Patienten und stellten eine Übereinstimmung in 95 % der Fälle fest.

Ein Teil der Patienten zeigte zudem auffällige Schallmuster, obwohl die Röntgendiag­nos­tik unauffällig war. „Die Schalldiagnostik kann möglicherweise schon früher als Rönt­gen­aufnahmen oder MRT einen Gelenkverschleiß bemerken“, hofft Udo Wolf, Mitautor der Studie und Professor für Physiotherapie am Fachbereich Pflege und Gesundheit der Hochschule Fulda. Für diesen Nachweis brauche es jedoch weitere klinische Studien. © hil/aerzteblatt.de

Liebe Leserinnen und Leser,

diesen Artikel können Sie mit dem kostenfreien „Mein-DÄ-Zugang“ lesen.

Sind Sie schon registriert, geben Sie einfach Ihre Zugangsdaten ein.

Oder registrieren Sie sich kostenfrei, um exklusiv diesen Beitrag aufzurufen.

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort


Mit der Registrierung in „Mein-DÄ“ profitieren Sie von folgenden Vorteilen:

Newsletter
Kostenfreie Newsletter mit täglichen Nachrichten aus Medizin und Politik oder aus bestimmten Fachgebieten
cme
Nehmen Sie an der zertifizierten Fortbildung teil
Merkfunktion
Erstellen Sie Merklisten mit Nachrichten, Artikeln und Videos
Kommentarfunktion und Foren
Kommentieren Sie Nachrichten, Artikel und Videos, nehmen Sie an Diskussionen in den Foren teil
Job-Mail
Erhalten Sie zu Ihrer Ärztestellen-Suche passende Jobs per E-Mail.
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

19. Mai 2020
Hobart/Australien − Die Behandlung mit dem Bisphosphonat Zoledronsäure, das bei Osteoporose-Patienten die Knochenmineralisation verbessert, hat in einer randomisierten Studie bei Patienten mit
Zoledronsäure kann Knorpel bei Gonarthrose nicht regenerieren
14. Mai 2020
San Antonio/Texas − Eine Physiotherapie hat in einer randomisierten Studie die Beschwerden einer Gonarthrose in den ersten Wochen ebenso gut gelindert wie eine Kortikoid-Injektion. Langfristig
Gonarthrose: Physiotherapie lindert Schmerzen in Studie besser als Kortikoid-Injektionen
26. November 2019
Malta – Rheumatische Entzündungen in den Gelenken der Hand führen zu einer Erwärmung, die mit einer Wärmebildkamera gemessen werden kann. Eine Studie in Scientific Reports (2019; 9: 17204) zeigt, dass
Wärmebildkamera diagnostiziert rheumatoide Arthritis
9. Oktober 2019
Baltimore – Intraartikuläre Injektionen von Sprifermin, einem Wachstumsfaktor für Fibroblasten, zu denen auch die Chondrozyten gehören, haben in einer Phase-2-Studie die Ausdehnung des Gelenkknorpels
Gonarthrose: Sprifermin stimuliert Knorpelwachstum, ohne Beschwerden zu lindern
23. Juli 2019
Oxford – Wenn bei einer Kniearthrose nur der mediale Anteil beschädigt ist, kann eine Teilendoprothese eine gleichwertige Alternative zur Totalendoprothese sein. In einer randomisierten Studie im
Gonarthrose: Teilprothese für Patienten schonender und für Versicherungen in den ersten fünf Jahren günstiger
14. März 2019
Boston – Britische Patienten, die wegen Arthroseschmerzen mit dem als sicher eingestuften Opioid Tramadol behandelt wurden, hatten im ersten Behandlungsjahr ein erhöhtes Sterberisiko gegenüber
Tramadol kann Sterberisiko von Patienten mit Arthrose erhöhen
5. Februar 2019
Ulm – Wissenschaftler aus acht europäischen Ländern wollen Knorpeldefekte im Knie mit neuartigen Biomaterialien ersetzen und so das Risiko eines weiteren Gelenkverschleißes verringern. An dem mit 5,5
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER