NewsVermischtesFehlende Windpocken-Impfung sorgt vermehrt für Schulausschlüsse
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Fehlende Windpocken-Impfung sorgt vermehrt für Schulausschlüsse

Freitag, 29. März 2019

/dpa

Kleinmachnow/Bad Belzig – An drei Schulen und einer Kindertagesstätte im Landkreis Potsdam-Mittelmark sind mittlerweile Kinder zeitweise vom Besuch der Einrichtungen ausgeschlossen worden, weil sie nicht gegen Windpocken geimpft sind. Betroffen sei nun auch die Grundschule „Geschwister Scholl“ in Bad Belzig, teilte das Landratsamt mit.

Zuvor war es bereits an der Waldorfschule und der Evangelischen Grundschule in Klein­machnow sowie in einer Kindertagesstätte in Stahnsdorf zu Ausschlüssen gekommen. In allen vier Einrichtungen war der Impfschutz der Kinder überprüft worden, weil dort Wind­pocken aufgetreten waren.

Anzeige

66 Schüler der Waldorfschule Kleinmachnow wurden bis zum 30. März vom Unterricht ausgeschlossen. Zehn Schüler der Evangelischen Grundschule, 64 der Grundschule „Geschwister Scholl“ und 12 Kinder der Kindertagesstätte in Stahnsdorf dürfen die Einrichtungen bis zum 7. April nicht besuchen.

„Die Maßnahmen sind keine Schikane. Sie dienen dem Schutz der Schüler und Lehrer“, hatte das Ge­sund­heits­mi­nis­terium das Vorgehen bereits nach Bekanntwerden des ersten Falls an der Waldorfschule Kleinmachnow verteidigt. Fälle wie dieser träten nicht oft auf. Aber: „Wenn es auftritt, müssen wir etwas unternehmen.“

Dem Robert-Koch-Institut wurden 2019 aus Brandenburg bislang rund 100 Windpockenfälle übermittelt. Den Gesundheitsämtern empfiehlt die Einrichtung: Kinder und Erwachsene, die nicht geimpft sind und die Krankheit nicht gehabt haben, sollen 16 Tage lang vom Besuch öffentlicher Einrichtungen ausgeschlossen werden. Seit 2004 empfiehlt die Ständige Impfkommission den Angaben zufolge eine Impfung. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #759489
MITDENKER
am Dienstag, 2. April 2019, 22:36

Erst Fakten beachten, dann Schulen u. Schüler schikanieren

• Die Wirksamkeit der Windpockenimpfung ist in Ausmaß und Schutzdauer unbefriedigend – immer wieder werden auch länger andauernde Ausbrüche in hochprozentig durchimpften Schulen oder Kindergärten beschrieben (Lee 2004, Tugwell 2004, Galil 2002).

• Spätestens nach 4 Jahren scheint der Impfschutz deutlich nachzulassen und dann insgesamt deutlich unter 90% zu liegen.
Nebenwirkungen
• Hier liegen uns bis jetzt Zahlen vor allem aus dem amerikanischen Meldesystem  VAERS vor – hier wurden von 1995 – 1998 fast 7000 Verdachtsfälle auf UAWs erfasst:, vier Prozent davon betrafen ernste Komplikationen wie Hirnentzündungen, Rückenmarksentzündungen mit Querschnitsslähmung, Krampfanfälle etc. (MMWR 1998), vierzehn Meldungen betrafen Todesfälle (Wise 2000).
• Kleinhirnentzündung mit Gangstörung (wie auch bei den Windpocken selbst möglich und für Kinder unter 15 Jahren genauso häufig wie nach der Erkrankung...) (Maas 2009)
• Schlaganfälle bei Kindern – in der Literatur finden sich mittlerweile mehrere Fälle von Kindern, die im engen zeitlichen Zusammenhang mit der VZV-Impfung einen Schlaganfall erlitten (Wirrell 2004)
• Herzmuskelentzündungen - "Although myocarditis has been reported following many different vaccines, the smallpox vaccine has the strongest association" (Keinath 2018).
• Keratitis, d.h. Entzündung der Hornhaut des Auges (Grillo 2017)
• Gürtelrose als Impffolge (Dreyer 2017, Guffey 2017, Kwak 2017, Ulmann 2014, Fahlbusch 2013, Ota 2008), auch bei immunkompetenten Kindern, typischerweise an der Extremität (Arm/Bein), in die geimpft wurde (Horien 2012). Aber auch Verläufe im Gesicht (Iwasaki 2016) mit entzündlicher Beteiligung von Auge und Hornhaut sind beschrieben, dies sogar nach der Zweitimpfung (Krall 2014).
• Windpockensepsis mit bakteriellem Schocksyndrom (Italiano 2009)
• Bis zu zehn Prozent der Impflinge entwickeln Impfwindpocken, die auf Kontaktpersonen übertragen werden können. Es sind tödlich verlaufende Fälle von Impfwindpocken beschrieben (Leung 2013).
• Die auch in Deutschland empfohlene zweite Impfdosis scheint stärker als bei anderen Lebendimpfungen auch mit schweren UAWs vergesellschaftet zu sein (Meningitis, Enzephalitis etc.; Su 2017)

Sonst noch Fragen?
LNS

Nachrichten zum Thema

29. Mai 2020
Berlin – Gesetzlich Krankenversicherte sind offenbar der Empfehlung des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) gefolgt, sich gegen Pneumokokken impfen zu lassen. Das teilte das Zentralinstitut für
Mehr Pneumokokkenimpfungen nach Ministerempfehlung
29. Mai 2020
Düsseldorf − Nordrhein-Westfalens (NRW) Ge­sund­heits­mi­nis­ter Karl-Josef Laumann (CDU) hält Coronamassentests ohne konkreten Anlass in seinem Bundesland für nicht nötig. Die Landesregierung halte
Laumann gegen Massentests auf SARS-CoV-2 ohne Anlass
29. Mai 2020
Hamburg − Die Virologen Christian Drosten und Hendrik Streeck halten es für theoretisch möglich, dass Deutschland eine zweite Welle mit SARS-CoV-2 erspart bleibt. Das sagte beide heute
Virologen: Deutschland könnte zweiter Coronawelle entgehen
29. Mai 2020
Berlin − Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) hat in der Coronakrise mehr Tests für Ärzte und Pflegekräfte und zusätzliches Personal für die Gesundheitsämter gefordert. Die vorhandenen
Marburger Bund für mehr Tests beim medizinischen Personal
28. Mai 2020
Berlin − Die neue Verordnung zur Erweiterung von SARS-CoV-2-Tests vom Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium wird von Krankenhäusern und von der Opposition im Bundestag deutlich kritisiert. So sieht die
Kritik an Verordnung für SARS-CoV-2-Tests
28. Mai 2020
Vancouver − Die Impfung von Säuglingen mit dem Tuberkulose-Impfstoff BCG führt zu einer gesteigerten Bereitschaft von neutrophilen Granulozyten. Diese „Notfall-Granulopoese“ erklärt laut den
Wie der Tuberkuloseimpfstoff Neugeborene vor einer Sepsis schützt
27. Mai 2020
Berlin − Deutlich mehr Personengruppen sollen künftig regelmäßig auf SARS-CoV-2 getestet werden. Dazu sollen neben Mitarbeitern in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen auch Schüler, Lehrer,
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER