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Ausland

Papst erlässt Gesetz gegen Kindesmissbrauch im Vatikan

Montag, 1. April 2019

/refresh(PIX), stock.adobe.com

Vatikanstadt – Im Kampf gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche hat Papst Franziskus ein Gesetz für den Vatikanstaat erlassen. Es verpflichtet jeden, der von einem Missbrauchsfall erfährt, diesen sofort zu melden. Ansonsten drohen Geld- oder Haftstrafen. In einem Schreiben des Papstes heißt es, jeder sei in der Verant­wortung, „ein sicheres Umfeld für Kinder und andere verletzliche Personen" zu schaffen.

Opfer von Missbrauch oder Misshandlung hätten das Recht, gehört und begleitet" zu werden. Sie und ihre Familien müssten „geistliche, medizinische, psychologische und rechtliche Unterstützung“ bekommen.

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Die neuen Regeln sehen vor, dass Mitarbeiter, die Kinder missbrauchen, ihren Posten verlieren. Für die Taten gilt eine Verjährungsfrist von 20 Jahren, die erst mit dem 18. Lebensjahr des Opfers beginnt. Außerdem schreibt das Gesetz Präventionsschulungen für Mitarbeiter und Hilfsangebote für Opfer und ihre Angehörigen vor.

Das neue Gesetz gilt für Mitarbeiter des Vatikanstaats und der Kurie, also der Verwaltung der katholischen Kirche. Auch Diplomaten, die den Vatikan im Ausland vertreten, fallen unter die Neuregelung. Zwar gab es innerhalb der Kirche auch zuvor schon Vorschriften für den Umgang mit Missbrauchsfällen, für den Vatikan und die Kurie galten sie aber nicht.

In der katholischen Kirche werden seit Jahren immer neue Missbrauchsfälle bekannt. Bei einem internationalen Krisengipfel der im Vatikan hatte der Papst im Februar „konkrete und wirksame Maßnahmen“ der katholischen Kirche gegen sexuellen Kindesmissbrauch gefordert. © afp/aerzteblatt.de

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