NewsMedizinMadenwurmbefall – ein weit verbreitetes Problem
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Madenwurmbefall – ein weit verbreitetes Problem

Freitag, 29. März 2019

Madenwurm /dpa

Köln – Der Madenwurmbefall ist eine der häufigsten Wurmerkrankungen des Menschen und kommt vor allem bei Kindern vor. Für Europa gibt es Prävalenzschätzungen für Kinder­garten- und Grundschulkinder von rund 20 Prozent. Nicht selten ist der Madenwurmbefall mit großen psychischen Belastungen für Kinder und Eltern verbunden. Trotz der hohen Erkrankungshäufigkeit gibt es wenig gesichertes Therapiewissen und keine Leitlinie in deutscher Sprache. In der aktuellen Ausgabe des Deutschen Ärzteblattes (Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 213–219) fassen Sebastian Wendt und Co-Autoren den derzeitigen Wissensstand zusammen, um eine optimale Diagnostik und Therapie zu gewährleisten.

Die Infektion erfolgt über die orale Aufnahme der Wurmeier. Im Magen des Wirtsorganismus wird die Eihülle aufgeweicht, anschließend schlüpft die Madenwurmlarve im Dünndarm. Von der Aufnahme infektiöser Eier bis zur Eiablage durch die adulten Madenwurmweibchen vergehen 2 bis 6 Wochen. Die Eiablage erfolgt vor allem nachts in der Analregion, die Eier benötigen zur Reifung geeignete Bedingungen (niedrigere Temperaturen, höheren Sauerstoffgehalt) außerhalb des Gastrointestinaltrakts.

Anzeige

Für die Verbreitung sorgen meist enge soziale Kontakte in Kindergarten oder Grundschule; zur Exposition tragen in dieser Lebensphase insbesondere bei: In-den-Mund-Nehmen von Spielsachen oder Schreibutensilien, Fingernägelkauen, Kratzen im Analbereich, unkontrollierte Anus-Finger-Mund-Kontakte sowie nicht gründliches Händewaschen vor dem Essen. Die Zähigkeit und „Klebrigkeit“ der Eier des Madenwurms, die besonders gut an den Händen und unter den Fingernägeln haften, führen dazu, dass die Infektionskette im Alltag aufrechterhalten wird.

Das bevorzugte diagnostische Mittel ist das perianale „Klebestreifen-Abklatsch-Präparat“, das morgens vor dem ersten Stuhlgang und vor dem Waschen angefertigt wird. Auf diesem Weg lassen sich mikroskopisch die mit bloßem Auge nicht sichtbaren Wurmeier nachweisen. Zur Therapie sollte in erster Linie Mebendazol verwendet werden. Damit und unter Beachtung entsprechender Hygienemaßnahmen kann ein Madenwurmbefall in den allermeisten Fällen erfolgreich eliminiert und Rezidiv- beziehungsweise Autoinfektionen können vermieden werden. © DS/aerzteblatt.de

Liebe Leserinnen und Leser,

diesen Artikel können Sie mit dem kostenfreien „Mein-DÄ-Zugang“ lesen.

Sind Sie schon registriert, geben Sie einfach Ihre Zugangsdaten ein.

Oder registrieren Sie sich kostenfrei, um exklusiv diesen Beitrag aufzurufen.

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort


Mit der Registrierung in „Mein-DÄ“ profitieren Sie von folgenden Vorteilen:

Newsletter
Kostenfreie Newsletter mit täglichen Nachrichten aus Medizin und Politik oder aus bestimmten Fachgebieten
cme
Nehmen Sie an der zertifizierten Fortbildung teil
Merkfunktion
Erstellen Sie Merklisten mit Nachrichten, Artikeln und Videos
Kommentarfunktion und Foren
Kommentieren Sie Nachrichten, Artikel und Videos, nehmen Sie an Diskussionen in den Foren teil
Job-Mail
Erhalten Sie zu Ihrer Ärztestellen-Suche passende Jobs per E-Mail.
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

9. April 2019
Jena – Für ihre Forschungsarbeit zur Diagnose und Behandlung von Infektionskrankheiten hat sich eine Jenaer Universitätseinrichtung 1,1 Millionen Euro als zusätzliche Förderung sichern können. Das
Millionen-Förderung für Jenaer Optikforschung
1. April 2019
Atlanta – Im letzten Jahr wurde an nur 7 Zentren in den USA bei fast 2.500 Kleinkindern der Erreger Enterovirus D68 nachgewiesen, der im Verdacht steht, neben Atemwegsinfektionen auch akute schlaffe
USA: Erneuter Anstieg von Erkrankungen durch Enterovirus D68
27. März 2019
Erfurt – Die von Zecken übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) tritt in Deutschland nur selten außerhalb der Risikogebiete auf. Erkrankungen außerhalb ausgewiesener Gebiete machten nur etwa
Wenige FSME-Erkrankungen außerhalb von Risikogebieten
21. März 2019
Berlin – Astronauten haben während eines Raumflugs ein geschwächtes Immunsystem, das sie anfällig für bakterielle Infektionen macht. Die Folge ist offenbar ein häufiger Einsatz von Antibiotika. Auf
Multiresistente Keime auf der Internationalen Raumstation ISS
14. März 2019
Atlanta und Stockholm – Das verlockende Angebot auf eine preiswerte Schönheitsoperation im Ausland kann schwere Konsequenzen haben. Hygienefehler in einer Klinik in Tijuana/Mexiko haben bei mindestens
Medizintouristen kehrten aus Mexiko mit resistenten Infektionen zurück
12. März 2019
Portland/Oregon – Dank der Impfung ist der Wundstarrkrampf sehr selten geworden. Über den Fall einer klassischen Tetanuserkrankung bei einem 6-jährigen Kind berichten US-Pädiater jetzt im Morbidity
USA: Tetanusbehandlung bei nicht geimpftem Kind kostete 800.000 US-Dollar
12. März 2019
Göteborg – Infektionen der Mutter während der Schwangerschaft erhöhen möglicherweise das Risiko des Kindes, im späteren Leben an einer Autismus-Spektrum-Störung oder an Major-Depressionen mit erhöhter
LNS
NEWSLETTER