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Medizin

Hunde können epileptische Anfälle erschnüffeln

Montag, 1. April 2019

/Aleksei, stockadobecom

Rennes – Trainierte Hunde sind offenbar in der Lage, epileptische Anfälle am Geruch der Patienten zu erkennen. Die Trefferrate lag in einer Pilotstudie in Scientific Reports (2019; doi: 10.1038/s41598-019-40721-4) bei 100 %.

Hunde haben bekanntlich eine feine Nase. Forscher schätzen, dass sie Duftstoffe bereits ab einer Konzentration von 0,001 ppb (parts per billion) erschnüffeln können. Sie übertreffen damit die empfindlichsten technischen Geräte. Die Nachweisgrenze einer „E-Nase“ liegt derzeit bei 100 bis 400 ppb.

Das außerordentliche Riechvermögen von Hunden wird seit Längerem bei der Suche nach Vermissten oder Drogen eingesetzt. Auch für den medizinischen Sektor gibt es seit Kurzem „Warnhunde“. Diabetiker sollen sie bei einer drohenden Entgleisung des Blutzuckers durch ihr Gebell alarmieren. In Studien haben Hunde sogar Krebserkrankungen (Melanome, Lungen- und Brustkrebs) am Geruch erkannt.

In den USA werden Hunde auch zur Erkennung von epileptischen Anfällen trainiert. Amélie Catala von der Universität in Rennes hat zusammen mit den Ausbildern von „Medical Mutts“ in Indianapolis untersucht, ob die Tiere in der Lage sind, Schweißproben von Patienten zu identifizieren, die in einer Klinik in Frankreich entnommen und dann in die USA transportiert wurden.

Die Schweißproben stammten von 5 Patientinnen, die aufgrund von genetischen Störungen (Rasmussen-Syndrom, Ringchromosom 20) oder zerebralen Fehlbildungen unter häufigen fokalen Anfällen litten. Bei allen 5 Probanden wurden 7 Schweißproben entnommen, eine während des Anfalls, 2 nach sportlichen Aktivitäten und 4 in Ruhe.

In Indianapolis durften dann Hunde ihre Nasen an die Schweißproben halten: Bei allen 5 Patienten zeigten die Tiere ein vermehrtes Interesse an den Schweißproben, die während der epileptischen Anfälle von den Handinnenflächen der Patienten mit einem Baumwolltuch aufgesammelt worden waren. Bei den übrigen 6 Proben verloren die Tiere dagegen nach wenigen Sekunden das Interesse.

Sollten sich die Ergebnisse in weiteren Studien bestätigen, wäre die Trefferrate bei der Epilepsie höher als beim Diabetes oder bei Krebserkrankungen, berichtet Catala.

Was genau die Hunde riechen, ist unklar. Catala vermutet, dass der „elektrische Sturm“, der bei einem epileptischen Anfall durch das Gehirn zieht, zur vermehrten Freisetzung von Neurotransmittern führt, die dann über die Bluthirnschranke ins Blut und in den Schweiß gelangen. © rme/aerzteblatt.de

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Avatar #748578
Ferdinand Wolfbeißer
am Montag, 1. April 2019, 18:08

Es könnte auch anders sein.

Tiere zweifeln an der Realität von Wahrnehmungen, die sie über einen nichtphysikalischen Kanal erhalten, nicht so wie die Menschen. Wenn sie auf diese Weise eine Kommunikation empfangen, dann ist ihr Inhalt einfach wahr und damit basta. (Sie werden auch nicht gelöchert, zu beweisen, dass wahr ist, was sie wahrgenommen zu haben behaupten. Somit drohen sie auch nicht ins Unrecht gesetzt zu werden). Menschen dagegen schließen die Möglichkeit, dass etwas auf eine solche Weise Empfangenes real sein könnte, aus und schenken solchen Wahrnehmungen deshalb auch keine Aufmerksamkeit. Aus diesem Grund werden solche Wahrnehmungen auch nicht bewusst empfangen.
Avatar #748578
Ferdinand Wolfbeißer
am Montag, 1. April 2019, 18:08

Es könnte auch anders sein.

Tiere zweifeln an der Realität von Wahrnehmungen, die sie über einen nichtphysikalischen Kanal erhalten, nicht so wie die Menschen. Wenn sie auf diese Weise eine Kommunikation empfangen, dann ist ihr Inhalt einfach wahr und damit basta. (Sie werden auch nicht gelöchert, zu beweisen, dass wahr ist, was sie wahrgenommen zu haben behaupten. Somit drohen sie auch nicht ins Unrecht gesetzt zu werden). Menschen dagegen schließen die Möglichkeit, dass etwas auf eine solche Weise Empfangenes real sein könnte, aus und schenken solchen Wahrnehmungen deshalb auch keine Aufmerksamkeit. Aus diesem Grund werden solche Wahrnehmungen auch nicht bewusst empfangen.
LNS

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