NewsMedizinStarker Alkoholkonsum verlangsamt Gehirnwachstum bei Affen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Starker Alkoholkonsum verlangsamt Gehirnwachstum bei Affen

Dienstag, 2. April 2019

4 Gläser Bier aufeinem Tablett. /papermoonstudio, stock.adobe.com
/papermoonstudio, stock.adobe.com

Portland – Starker Alkoholkonsum kann das Wachstum des Gehirns bei der Entwicklung verlangsamen. Das bestätigt eine Studie in eNeuro mit nichtmenschlichen Primaten (2019; doi: 10.1523/ENEURO.0044-19.2019). Die Hirnwachstumsrate sank um 0,25 Milliliter pro Jahr für jedes Gramm Alkohol pro Kilogramm Körpergewicht. Beim Menschen würde das etwa 4 Flaschen Bier pro Tag entsprechen.

Die Forscher haben das Gehirnwachstum mittels Magnetresonanztomografie (MRT) von 71 Rhesusmakaken gemessen, für die ein Jahr lang 22 Stunden pro Tag Ethanol, Getränke­alkohol oder Wasser frei verfügbar waren. Dabei wurde die freiwillige Aufnahmemenge des Alkohols weit genauer erfasst, als das in Beobachtungsstudien mit Menschen möglich ist. „Humanstudien basieren auf der Selbstberichterstattung von Minderjährigen“, erklärt Co-Autor Christopher Kroenke von der Oregon Health & Science University.

Die MRT-Messungen vor, nach 6 und nach 12 Monaten zeigten, dass das Hirn­volumen bei der Kontrollgruppe der jugendlichen Affen um 1 ml pro 1,87 Jahre zunimmt. „Chronische Alkohol-Selbstintoxikation reduzierte die Wachstums­rate der weißen Hirnsubstanz und des subkortikalen Thalamus“, schreiben die Forscher. Kortikale Hirn­regionen blieben unbeeinflusst vom Alkoholkonsum.

Wer den Alkoholkonsum wieder einstellt, habe aber dennoch die Chance, dass sich das Gehirn zumindest teilweise wieder erholt, erklärt die Erstautorin Tatiana Shnitko vom Oregon National Primate Research Center und verweist auf frühere Forschungen. Es sei jedoch nicht klar, ob sich der Alkoholkonsum langfristig auf die Psyche auswirken würde, wenn das noch junge Gehirn seine Wachstumsphase beendet. In weiteren Studien wolle man dieser Frage nachgehen.

© gie/aerzteblatt.de

Liebe Leserinnen und Leser,

diesen Artikel können Sie mit dem kostenfreien „Mein-DÄ-Zugang“ lesen.

Sind Sie schon registriert, geben Sie einfach Ihre Zugangsdaten ein.

Oder registrieren Sie sich kostenfrei, um exklusiv diesen Beitrag aufzurufen.

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort


Mit der Registrierung in „Mein-DÄ“ profitieren Sie von folgenden Vorteilen:

Newsletter
Kostenfreie Newsletter mit täglichen Nachrichten aus Medizin und Politik oder aus bestimmten Fachgebieten
cme
Nehmen Sie an der zertifizierten Fortbildung teil
Merkfunktion
Erstellen Sie Merklisten mit Nachrichten, Artikeln und Videos
Kommentarfunktion und Foren
Kommentieren Sie Nachrichten, Artikel und Videos, nehmen Sie an Diskussionen in den Foren teil
Job-Mail
Erhalten Sie zu Ihrer Ärztestellen-Suche passende Jobs per E-Mail.

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #735550
rp__bt
am Dienstag, 2. April 2019, 18:32

War das nun nötig?

Daß viel Alkohol ein noch wachsendes Gehirn schädigt, ist nun wirklich eine Binsenweisheit. Sicher gibt es Hypothesen, die durch Tierversuche untermauert werden müssen; dies gehört m.E. nicht dazu.
LNSLNS
VG WortLNSLNS LNSLNS
Anzeige

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER