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Prozess gegen Metro de Madrid wegen Asbesttodes von Mitarbeiter

Montag, 1. April 2019

/dpa

Madrid – In Madrid hat heute der erste Prozess gegen den U-Bahnbetreiber Metro de Madrid wegen des mutmaßlichen Asbesttodes eines Mitarbeiters begonnen. Nach Anga­ben eines Gerichts­vertreters verlangen die Hinterbliebenen des Toten 400.000 Euro Ent­schädigung sowie die gerichtliche Bestätigung, dass er der Asbestverseuchung am Arbeitsplatz zum Opfer gefallen sei.

Der 60-Jährige war am vergangenen Jahr an Asbestose gestorben. Nach Angaben des Asbestopfer-Verbands hatte der Mann mehr als drei Jahrzehnte im Wartungsdienst gear­beitet und dabei Teile repariert, die Asbestfasern enthielten. Das gesundheitsschädigende Dämmmaterial wurde lange Zeit vor allem beim Bau verwendet, ist aber inzwischen in vielen Ländern verboten – so auch in Spanien seit 2002.

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Madrids U-Bahnbetreiber wird vorgeworfen, nichts zum Schutz seiner Mitarbeiter unter­nommen zu haben, obwohl er spätestens seit 1991 über die Asbestgefahren in seinem Netz informiert gewesen sei. Spanischen Medienberichten zufolge sind zwei Angestellte inzwischen gestorben, bei zwei weiteren wurde ihr Leiden als Berufskrankheit anerkannt.

Laut der Gewerkschaft CCOO kam der Untersuchungsausschuss des Madrider Regional­parlaments im Februar zu dem Schluss, dass die Verantwortlichen der Metro de Madrid über Jahre hinweg „fahrlässig“ gehandelt und die Gefahren verschwiegen hätten.

Weltweit sterben nach Angaben der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) mehr als 107.000 Menschen pro Jahr an den Folgen des fortwährenden Kontakts mit Asbest am Arbeitsplatz. © afp/aerzteblatt.de

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