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S3-Leitlinie Schizophrenie umfasst viele neue Elemente

Dienstag, 2. April 2019

/dpa

Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) hat eine neue S3-Leitlinie Schizophrenie herausgegeben. Sie enthält in 162 Schlüsselempfehlungen und acht Statements eine systematische Zu­sammenstellung der verfügbaren Evidenz zum diagnostischen Vorgehen, zur Behandlung und Versorgung von Menschen mit einer Schizophrenie. Wolfgang Gaebel (Düsseldorf), Peter Falkai (München) und Alkomiet Hasan (München) haben die Überarbeitung der Leitlinie federführend betreut.

„Die neue S3-Leitlinie Schizophrenie ist nicht nur eine aktualisierte Version der früheren S2- und S3-Versionen der DGPPN-Leitlinien, sondern sie umfasst viele neue Elemente. Entscheidend ist für alle Phasen und Aspekte des Versorgungsprozesses dabei das multi­professionelle und multimodale Vorgehen bei durchgehend empathisch-wertschätzender therapeutischer Haltung“, schreiben die Autoren. Eine Besonderheit der Leitlinie sei die Darstellung von Diagnostik und Therapie über die gesamte Lebensspanne, die sich am Verlauf der Erkrankung orientiert und dabei auch die Notwendigkeit der Kooperation über die Fächergrenzen hinaus verdeutliche.

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Die Leitlinie gibt einen Überblick über die Wirksamkeit der psycho-, sozio- und pharmako­therapeutischen Maßnahmen. Detailliert diskutieren die Autoren unerwünschte Arznei­mittelwirkungen und die Notwendigkeit der Diagnostik somatischer Komorbiditäten. Die Leitlinie enthält zudem umfangreiche Empfehlungen zu besonderen Behandlungs­bedin­gungen wie Suizidalität, Depression, Schwangerschaft und Stillzeit und anderem.

„Die neue S3-Leitlinie führt uns vor Augen, wie maßgeblich eine strukturierte Diagnostik für die Behandlung ist und wie Angehörige unterstützend in den Behandlungsplan einbe­zogen werden können“, erläuterte Andreas Heinz, Präsident der DGPPN. Aus therapeu­ti­scher Sicht sei entscheidend, dass bei einem Erkrankten zu jedem Zeitpunkt ein nach seinen individuellen Besonderheiten adäquates Angebot aus psychotherapeutischen, psychosozialen und pharmakologischen Elementen zum Einsatz komme, so Heinz.

Wichtig sei auch, dass es der Leitlinien-Gruppe gelungen sei, Empfehlungen für die ko­ordinierte Versorgung im Kontext mit einer dafür notwendigen Personalausstattung zu formulieren, betonte der DGPPN-Präsident. Nur mit ausreichend Personal könne die Behandlung an den persönlichen Interessen der Betroffenen ausgerichtet und der Nutzen der Leitlinie voll ausgeschöpft werden. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #79783
Practicus
am Montag, 15. April 2019, 00:30

Eine Leitlinie

deren Inhalt zu 90% unbelegte Empirie ist (Empfehlungsgrad "KKP"), nur bei wenigen der Empfehlungen findet sich der Empfehlungsgrad "A" oder "B". Das ist die Karikatur einer Leitlinie - eher eine Zusammenfassung dessen, was "man" halt so macht.
Eigentlich erwarte ich von einem wichtigen Fach schon, dass das Vorgehen nicht nur den Chefarztkonsens wiedergibt, sondern auch bitte mit Forschungsergebnissen unterlegt ist!
LNS

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