NewsPolitikUnterschiedliche Arbeitgebersignale zu mehr Tarifen in der Pflege
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Unterschiedliche Arbeitgebersignale zu mehr Tarifen in der Pflege

Dienstag, 2. April 2019

/dpa

Berlin – Die Bundesregierung bekommt bei ihrem Drängen nach mehr Tarifverträgen in der Altenpflege unterschiedliche Signale aus dem Arbeitgeberlager. Die Bundesvereini­gung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) warnte vor einer vorsätzlichen Beschädi­gung der Tarifautonomie durch die von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) geforderte Gründung eines gemeinsamen Pflege-Arbeitgeberverbands.

Dies sei ein schwerer Angriff auf die grundgesetzliche Koalitionsfreiheit, erklärte die BDA heute in Berlin. Ein von Arbeitgebern und den Beschäftigten gleichermaßen akzeptierter Tarifvertrag entstehe nicht durch öffentlichen politischen Druck.

Anzeige

Heil bekräftigte in Berlin, er hoffe, dass ein Tarifvertrag für die Altenpflege bald zustande komme, „den ich für allgemeinverbindlich erklären kann“. Er hatte alle Anbieter aufgefor­dert, bis Sommer die Gründung eines gemeinsamen Arbeitgeberverbands anzugehen. Dieser soll mit den Gewerkschaften einen Tarifvertrag aushandeln, den er dann für die gesamte Branche verbindlich machen will.

Andere Heimbetreiber haben positiv darauf reagiert. So will sich der Paritätische Wohl­fahrtsverband konstruktiv in die Gründung eines Arbeitgeberverbands einbringen. Dies sei eine Option, um zu guten Bedingungen in der Branche zu gelangen. Auch die Arbei­terwohlfahrt unterstützt das Ziel bundesweit verbindlicher Tarifregelungen.

Die privaten Altenpflege-Anbieter bekräftigten erneut ihr Nein. Der Arbeitgeberverband bpa protestierte gegen eine „Zwangskollektivierung verschiedener Arbeitgeber in einem neuen Arbeitgeberverband durch immensen Druck der Bundesregierung“. Dies sei ein unfreundlicher Akt der politischen Einflussnahme und ein Eingriff in die Tarifautonomie.

In der Altenpflege arbeiten nur rund 20 Prozent der Beschäftigten in Betrieben mit Tarif­vertrag, die in der Regel höhere Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen verankern. Bei Pflegediensten und in Pflegeheimen arbeiten 1,1 Millionen Beschäftigte. Die Ein­richtungen werden überwiegend von privaten Trägern sowie von gemeinnützigen Trägern wie Arbeiterwohlfahrt, Rotes Kreuz, Caritas und Diakonie betrieben. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

29. Mai 2020
Magdeburg − Nach wochenlangem coronabedingtem Stillstand in den Tarifverhandlungen an den Ameos-Krankenhäusern haben sich Arbeitgeber und Gewerkschaften auf eine Übergangslösung verständigt. Die
Ameos: Übergangslösung im Tarifstreit
27. Mai 2020
Berlin – Im Bundestag befassen sich die Abgeordneten erstmals mit dem Plänen der Bundesregierung für eine bessere Intensivpflege. Die Vorschläge des Intensivpflege- und
Verbände an Bundestag: Rechte von Intensivpatienten wahren
26. Mai 2020
Magdeburg – Altenpflegekräfte in Sachsen-Anhalt sollen in diesem Jahr eine Prämie von bis zu 1.500 Euro bekommen. Das Land werde den vom Bund geplanten Bonus entsprechend aufstocken, sagte
Sachsen-Anhalt will Pflegebonus für Altenpflegekräfte aufstocken
26. Mai 2020
Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN) hat die Arbeitsbedingungen in der Intensivpflege kritisiert. „Die Situation ist teils grenzwertig und
Drängen auf bessere Rahmenbedingungen in der Intensivpflege
25. Mai 2020
Potsdam − Heute beginnen Tarifverhandlungen für etwa 1.700 Beschäftigte aus acht gemeinnützigen brandenburgischen Unternehmen aus der Sozialwirtschaft und Pflege. Die Arbeitnehmer forderten 6,5
Sozialarbeiter und Pfleger wollen mehr Geld
19. Mai 2020
Berlin – Die Verhandlungen zwischen dem Marburger Bund (MB) und dem Klinikverbund der gesetzlichen Unfallversicherung (BG Kliniken) sollen am 3. Juni 2020 wieder aufgenommen werden. Das hat der MB
Marburger Bund und BG Kliniken wollen wieder verhandeln
19. Mai 2020
Berlin – Das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) hat Empfehlungen vorgelegt, wie Angehörige dabei helfen können, das Sturzrisiko älterer pflegebedürftiger Menschen zu verringern. „Statistisch
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER