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Medizin

Misstrauen und Falschinformationen erschweren Kampf gegen Ebola

Mittwoch, 3. April 2019

/dpa

Boston – Misstrauen in der Bevölkerung und Fehlinformationen können wesentlich dazu beitragen, dass Epidemien sich ausbreiten. Das berichten Wissenschaftler um Patrick Vinck von der Harvard University im Fachmagazin Lancet Infectious Diseases (2019; doi: 10.1016/S1473-3099(19)30063-5). Sie befragten im Rahmen der Studie 961 Erwachsene in den Städten Beni und Butembo in der Demokratischen Republik Kongo. Die Städte sind ein Epizentrum im aktuellen Ebolaausbruch im Osten des Landes. 

Die Interviews wurden im September 2018 durchgeführt, einen Monat nachdem das Land seinen zehnten Ebolaausbruch erklärt hatte. Die meisten Befragten hatten falsche Gerüchte über den Ausbruch der Epidemie gehört. Während jeder Vierte an die Aussage glaubte, dass es Ebola nicht gibt (230/961 Menschen oder 26 %), glaubte ein noch größerer Teil, dass der Ausbruch für finanzielle Gewinne (312/961, 33 %) oder zur Destabilisierung der Region erfunden wurde (371/961, 36 %). Fast ein Fünftel (171 Befragte) glaubte an alle drei Aussagen.

Der Glaube, dass es keine Ebolaepidemie gibt, war mit einer geringeren Akzeptanz von Verhaltensweisen verbunden, um deren Ausbreitung zu verhindern. 

Nur 641 Befragte glaubten, dass Ebola-Impfstoffe funktionieren, und nur 589 berichteten, dass sie Impfungen akzeptieren würden, während 59 unsicher waren. Die Gründe, die für die Ablehnung der Impfung angeführt wurden, waren unter anderem, dass der Befragte unsicher sei (225 von 313 Personen), dass sie nicht funktioniere (75 von 313) und dass sie nicht benötigt werde, um die Infektion mit dem Virus zu vermeiden (45 von 313). 

Alle Teilnehmer der Umfrage waren der Meinung, dass die lokalen Behörden vertrauens­würdiger seien als die Provinz- und nationale Regierungsebene.

„Medizinische Reaktionen allein reichen nicht aus, um die Verbreitung von Ebola zu stoppen“, sagte Vinck. Die medizinischen Helfer kämen oft von außerhalb der lokalen Gemeinschaften, daher sollte der Aufbau von Vertrauen durch lokale Führungskräfte und Dienstleister ein Eckpfeiler der Bemühungen sein, um Ausbrüche zu kontrollieren, sagte er. 

Die Befragung unterstreiche, dass ebenso wichtig wie eine Gesundheitsbotschaft sei, von wem sie vermittelt werde, so das Fazit der Wissenschaftler. © hil/aerzteblatt.de

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