NewsPolitikBundeskabinett beschließt Aufbau eines Implantateregisters
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Bundeskabinett beschließt Aufbau eines Implantateregisters

Mittwoch, 3. April 2019

/dpa

Berlin – Für mehr Sicherheit und Qualität bei Implantaten soll ein bundesweites staat­liches Register aufgebaut werden. Das sieht ein Entwurf von Bundesgesundheits­minister Jens Spahn (CDU) vor, den das Bundeskabinett heute auf den Weg gebracht hat.

Patienten, Kliniken und Krankenkassen sollen verpflichtend an die Datenbank melden, die Hersteller müssen Produkte registrieren. „Dadurch wissen wir künftig, wer welches Implantat bekommen hat“, sagte Spahn. „Wenn wir Probleme mit einem Produkt fest­stellen, können wir dann schnell abfragen, ob es ähnliche Fälle gibt und im Zweifelsfall Patienten warnen.“

Anzeige

Ziel des Registers ist es, die Sicherheit und Qualität von Implantationen für gesetzlich und privat Versicherte zu verbessern. Durch die wissenschaftliche Bewertung der erfassten Daten, wie zum Beispiel die Lebensdauer von Implantaten im Körper, können Rückschlüsse auf die Qualität der Medizinprodukte und die Qualität der implantierenden Einrichtungen gezogen werden.

Das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) soll als Registerstelle die zentrale Datensammlung übernehmen. Die Anschubfinanzierung erfolgt durch den Bund, der laufende Betrieb wird durch Entgelte finanziert. Das Robert-Koch-Institut soll eine unabhängige Vertrauensstelle ein, die alle personenbezogenen Daten mit einem Pseudonym versieht.

Voraussichtlich ab Mitte 2021 sollen Hüftgelenk- und Knieendoprothesen sowie Brust­im­plantate als erste Implantate erfasst werden können. Das Gesetz ist im Bundesrat nicht zustimmungspflichtig. Ergänzend zu dem Gesetz wird eine Rechtsverordnung erarbeitet, die Einzelheiten zum Betrieb des Implantateregisters regelt.

Implantate im menschlichen Körper können immer wieder zu Problemen führen. Vor eini­gen Jahren hatte es einen Skandal mit fehlerhaften Brustimplantaten des französischen Herstellers PIP gegeben, von dem in Deutschland Tausende Frauen betroffen waren.

Der Gesetzentwurf enthält zudem umstrittene Regelungen, mit denen das Verfahren des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses (G-BA) zur Bewertung von Untersuchungs- und Behandlungsmethoden in der vertragsärztlichen Versorgung beschleunigt werden soll. Dazu wird die bisherige Fristvorgabe für den G-BA von drei auf zwei Jahre verkürzt. © dpa/afp/may/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

21. Mai 2019
Berlin – Die Arbeitsgruppe Digitalisierung und E-Health der Gesellschaft für Versicherungswissenschaft und Gestaltung (GVG) hat in einem neuem Positionspapier umrissen, wie digitale Innovationen in
Zur Bewertung digitaler Medizinprodukte sind schnellere Verfahren nötig
2. Mai 2019
Hamburg – Einen Vertrag „Innovative Wundversorgung – gut vernetzt, besser verheilt“ hat die DAK-Gesundheit vorgestellt. Im Rahmen dieser neuen Versorgungsmöglichkeit werden die Akteure vernetzt und
IV-Vertrag zur Versorgung bei chronischen Wunden
24. April 2019
Berlin – Ob es eine gesetzliche Regelung zur Verwendung standardisierter Schnittstellen bei aktiven Implantaten wie Herzschrittmachern, Infusionspumpen oder Hörgeräten geben wird, steht zurzeit noch
Implantate mit herstellerspezifischen Schnittstellen auf dem Prüfstand
17. April 2019
Silver Spring/Maryland – Die US-Zulassungsbehörde FDA hat den letzten beiden Anbietern den Vertrieb von synthetischen Implantaten („Mesh“) zur transvaginalen Reparatur bei Uterusprolaps untersagt. Als
FDA stoppt Verkauf von Kunststoffnetzen zur transvaginalen Reparatur bei Uterusprolaps
16. April 2019
Bremen – Ein dreidimensionales Eiweißgerüst, das in Zukunft bei der Wundheilung helfen könnte, haben Wissenschaftler der Universität Bremen entwickelt. Es sei denkbar, dieses Netzwerk künftig als eine
Biologisches Wundpflaster aus Eigengewebe entwickelt
12. April 2019
Berlin – Die Betriebskrankenkassen (BKKen) haben einen Vorschlag vorgelegt, wie digitale Untersuchungs- und Behandlungsmethoden schneller die Methodenbewertung im Gemeinsamen Bundes­aus­schuss (G-BA)
BKK Dachverband schlägt Fast-Track-Lösung für Methodenbewertung vor
4. April 2019
Paris – In Europa ist eine neue Debatte um einen möglichen Zusammenhang zwischen Brustimplantaten und der Entstehung eines anaplastischen großzelligen Lymphoms (ALCL) aufgeflammt. Hintergrund ist die
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER