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Betreuer für Menschen mit Einschränkungen schwer zu finden

Mittwoch, 3. April 2019

/dpa

Halle – In Sachsen-Anhalt sind ehrenamtliche Betreuer für Menschen mit psychischen Erkrankungen oder Behinderungen rar. Meist handle es sich bei den Ehrenamtlichen um Familienangehörige oder enge Bekannte der Betroffenen, erklärte der Vorsitzende der Landesarbeitsgemeinschaft der Betreuungsvereine Sachsen-Anhalt, Eik Schieferdecker, in Halle.

Ehrenamtliche ohne vorherigen Bezug zu den Klienten gebe es weniger. Die Betreuer stehen den Betroffenen bei allen Entscheidungen des Alltags zur Seite, die die Klienten nicht mehr allein treffen könnten – von Behördenangelegenheiten bis zur Frage, ob es etwa eine Pflegekraft braucht.

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Die Betreuungsvereine im Land würden die Ehrenamtler auf eigene Kosten ausbilden und beraten, so Schieferdecker. Hierfür würden sie nur unzureichend gefördert. Viele von ihnen wechselten jedoch anschließend in die Berufsbetreuung, da sie für die gleiche Arbeit mehr Geld bekämen. Das sei für die Vereine problematisch. Ein freiwilliger Be­treuer erhalte jährlich eine Pauschale von 399 Euro, ein Berufsbetreuer bis zu 44 Euro pro Stunde.

Ehrenamtliche Betreuer seien daher schwer zu finden, sagte der Vereinsvorsitzende. Außerdem sei die Arbeit sehr zeitintensiv, und die Betreuer könnten haftbar gemacht werden. So müssten sie etwa im eigenen Krankheitsfall oder während eines Urlaubs Ersatz suchen.

Deutschlandweit gebe es etwa 1,4 Millionen Menschen, die auf eine Betreuung ange­wiesen seien, sagte Schieferdecker. Die Arbeit mit Berufsbetreuern sei aber kritisch zu sehen. Denn jeder Mensch könne ohne Ausbildung oder besondere Abschlüsse die Arbeit ausführen. Darunter leide letztlich oft die Qualität, so Schieferdecker. Im Land kümmere sich ein Betreuer etwa um 50 bis 70 Fälle.

In Sachsen-Anhalt gibt es 27 Betreuungsvereine – davon sind nach den Angaben 21 in der Landesarbeitsgemeinschaft organisiert. Der größte Verein im Land habe 29, der kleinste zwei Mitarbeiter, sagte Schieferdecker. Neben der Betreuungsarbeit würde die Arbeits­gemeinschaft auch Beratungen zu Vorsorgevollmachten und Patientenver­fügun­gen anbieten und mit Behörden und Gerichten zusammenarbeiten. © dpa/aerzteblatt.de

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