NewsVermischtesBetreuer für Menschen mit Einschränkungen schwer zu finden
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Betreuer für Menschen mit Einschränkungen schwer zu finden

Mittwoch, 3. April 2019

/dpa

Halle – In Sachsen-Anhalt sind ehrenamtliche Betreuer für Menschen mit psychischen Erkrankungen oder Behinderungen rar. Meist handle es sich bei den Ehrenamtlichen um Familienangehörige oder enge Bekannte der Betroffenen, erklärte der Vorsitzende der Landesarbeitsgemeinschaft der Betreuungsvereine Sachsen-Anhalt, Eik Schieferdecker, in Halle.

Ehrenamtliche ohne vorherigen Bezug zu den Klienten gebe es weniger. Die Betreuer stehen den Betroffenen bei allen Entscheidungen des Alltags zur Seite, die die Klienten nicht mehr allein treffen könnten – von Behördenangelegenheiten bis zur Frage, ob es etwa eine Pflegekraft braucht.

Anzeige

Die Betreuungsvereine im Land würden die Ehrenamtler auf eigene Kosten ausbilden und beraten, so Schieferdecker. Hierfür würden sie nur unzureichend gefördert. Viele von ihnen wechselten jedoch anschließend in die Berufsbetreuung, da sie für die gleiche Arbeit mehr Geld bekämen. Das sei für die Vereine problematisch. Ein freiwilliger Be­treuer erhalte jährlich eine Pauschale von 399 Euro, ein Berufsbetreuer bis zu 44 Euro pro Stunde.

Ehrenamtliche Betreuer seien daher schwer zu finden, sagte der Vereinsvorsitzende. Außerdem sei die Arbeit sehr zeitintensiv, und die Betreuer könnten haftbar gemacht werden. So müssten sie etwa im eigenen Krankheitsfall oder während eines Urlaubs Ersatz suchen.

Deutschlandweit gebe es etwa 1,4 Millionen Menschen, die auf eine Betreuung ange­wiesen seien, sagte Schieferdecker. Die Arbeit mit Berufsbetreuern sei aber kritisch zu sehen. Denn jeder Mensch könne ohne Ausbildung oder besondere Abschlüsse die Arbeit ausführen. Darunter leide letztlich oft die Qualität, so Schieferdecker. Im Land kümmere sich ein Betreuer etwa um 50 bis 70 Fälle.

In Sachsen-Anhalt gibt es 27 Betreuungsvereine – davon sind nach den Angaben 21 in der Landesarbeitsgemeinschaft organisiert. Der größte Verein im Land habe 29, der kleinste zwei Mitarbeiter, sagte Schieferdecker. Neben der Betreuungsarbeit würde die Arbeits­gemeinschaft auch Beratungen zu Vorsorgevollmachten und Patientenver­fügun­gen anbieten und mit Behörden und Gerichten zusammenarbeiten. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

17. Mai 2019
Berlin – Menschen mit Behinderung, die eine gerichtlich bestellte Betreuung haben, können in Deutschland künftig an Wahlen teilnehmen. Der Bundestag hob gestern Abend die bisher gültigen
Bundestag baut Wahlrechtshürden für Menschen mit Behinderung ab
13. Mai 2019
Berlin – Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD), der katholische Berliner Erzbischof Heiner Koch und der evangelische Berliner Bischof Markus Dröge haben Opfer von Misshandlungen und
Politik und Kirchen arbeiten Unrecht bei Behindertenhilfe auf
9. Mai 2019
Berlin – Der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Jürgen Dusel, hat Benachteiligungen von Menschen mit Behinderungen kritisiert. Inklusion sei in Deutschland noch lange keine
Deutschland muss beim Thema Inklusion nacharbeiten
9. Mai 2019
Berlin – Brillen sollen nach Vorstellung der Grünen wieder für alle Versicherten eine Leistung der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) werden. „Gutes Sehen darf kein Luxus sein“, sagte die
Grüne wollen Brillen als Kassenleistung für alle Versicherten
9. Mai 2019
Göttingen – Die Hörqualität bei Einsatz eines Cochlea-Implantates ließe sich verbessern, wenn die Hörbahn mittels Licht statt mit elektrischem Strom stimuliert würde. Das berichten Forscher der
Licht regt Hörbahn bei Cochlea-Patienten effektiver an als elektrische Impulse
9. Mai 2019
Berlin – Die Informationsangebote der Parteien zur Europawahl lassen nach Einschätzung des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (DBSV) für blinde Menschen zu wünschen übrig. „Zehn Jahre nach
Blindenverband bemängelt Defizite bei Informationsangeboten zur Europawahl
6. Mai 2019
Berlin – Der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Jürgen Dusel, fordert die steuerliche Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen und mehr Barrierefreiheit in Deutschland. Zum gestrigen
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER