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Politik

Ruf nach medizinischer Kompetenz für Telefontriage

Mittwoch, 3. April 2019

/dpa

Berlin – Bei der geplanten telefonischen Beurteilung, ob Patienten als Notfall anzusehen und zu betreuen sind oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst aufsuchen sollten, muss großer medizinischer Sachverstand walten. Besonders ältere Patienten seien telefonisch oft nur schwer zu beurteilen. Darauf hat der Deutsche Evangelische Krankenhausverband (DEKV) hingewiesen.

Künftig sollen telefonisch erreichbare Leitstellen und integrierte Notfallzentren (INZ) an Krankenhäusern dazu beitragen, den Strom der Patienten besser zu steuern. Ein zentrales Element ist dabei sowohl am Telefon als auch in den INZ die Triage. Dabei entscheiden geschulte Pflegekräfte anhand von festgelegten Kriterien, ob ein Patient ins Krankenhaus oder zur Vertragsarztpraxis kommt.

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In den Notaufnahmen der Krankenhäuser werden dazu laut DEKV international etablierte Methoden eingesetzt. Sie beziehen Vitalparameter mit ein, unter anderem, um Erkrankte zu beurteilen, die nicht kommunizieren können, beispielsweise viele ältere oder demen­ziell veränderte Patienten. Zudem stelle die Qualifikation der Notaufnahmemitarbeiter einen weiteren Garanten für eine sichere Ersteinschätzung im Rahmen einer Notfallvor­stellung dar.

„Eine bedarfsgerechte und patientenzentrierte Versorgung von älteren, besonders betreu­ungsbedürftigen Patienten ist unseren Mitgliedern in den Notaufnahmen wichtig. Damit dies möglich ist, müssen die Strukturen, Abläufe und Unterstützungsinstrumente auf den besonderen Bedarf dieser Patienten abgestimmt sein. Das fordern wir als DEKV auch für die telefonischen Systeme der INZ ein“, sagte der DEKV-Vorsitzende Christoph Radbruch.

Der Verband weist darauf hin, dass ein Drittel aller Notfallpatienten über 70 Jahre alt sei. Viele von ihnen seien akustisch, visuell oder kognitiv eingeschränkt. Die Beurteilung die­ser Patienten sei – auch wegen häufig untypischer Symptome – eine besondere Heraus­forderung.

„Damit unsere Krankenhäuser ältere Notfallpatienten heute und in Zukunft qualifiziert versorgen können, müssen die Rahmenbedingungen stimmen“, betonte Radbruch. Die Strukturen und Prozesse in den Notaufnahmen und den geplanten integrierten Notfall­zentren müssten so angepasst sein, dass diese Patienten sicher erkannt und versorgt werden könnten.

Voraussetzung dafür sei „eine geriatrische beziehungsweise gerontopsychiatrische Kom­petenzentwicklung aller Mitglieder im Behandlungsteam sowie eine sachgerechte Finan­zierung der Behandlung in den Notaufnahmen und der Qualifizierungsmaßnahmen für alle Berufsgruppen“, so der DEKV-Vorsitzende.

Die telefonische Triage soll künftig auch über die Nummer 116117 laufen. „Zur Verbesse­rung der Patientensteuerung werden gemeinsame Notfallleitstellen gebildet, die über die Rufnummern 112 und 116117 erreichbar sind“, informiert das Bundesministerium für Gesundheit auf seiner Website.

Beide Rufnummern würden damit nicht mehr in unterschiedlichen, sondern in gemeinsa­men Leitstellen zusammenlaufen. In diesen Notfallleitstellen würden Patienten auf der Grundlage einer qualifizierten Erstein­schät­zung (Triage) in die richtige Versorgungsebene vermittelt. Das könne der Rettungsdienst, ein integriertes Notfallzentrum oder – während der Sprechstundenzeiten – eine vertrags­ärztliche Praxis sein. © hil/aerzteblatt.de

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