NewsAuslandDeutsche Seenotretter nehmen Migranten auf
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Deutsche Seenotretter nehmen Migranten auf

Mittwoch, 3. April 2019

Rettungsschiff „Alan Kurdi“ /dpa

Rom – Die deutsche Hilfsorganisation Sea-Eye hat im Mittelmeer nach eigenen Angaben mehr als 60 Migranten an Bord ihres Rettungsschiffes aufgenommen. Unter den Ge­retteten seien auch Frauen, ein Kind und ein Baby, erklärte die Regensburger Hilfsorga­nisation heute. Die Retter seien am Morgen von der Organisation Alarmphone auf den Seenotrettungsfall hingewiesen worden und hätten daraufhin das „manövrierunfähige“ Schlauchboot gefunden.

Die Rettungsleitstellen in Italien und Malta hätten zuvor beim Angebot von Sea-Eye, nach den Vermissten zu suchen, auf die Zuständigkeit der libyschen Küstenwache ver­wiesen. Diese sei aber nicht zu erreichen gewesen, erklärte die Organisation. Nun warte die „Alan Kurdi“, die unter deutscher Flagge fährt, auf die Zuweisung eines sicheren Hafens. Das Auswärtige Amt sei eingeschaltet worden.

Anzeige

Der italienische Innenminister Matteo Salvini ließ die Seenotretter umgehend abblitzen. „Schiff mit deutscher Flagge, deutsche NGO, deutscher Reeder und Kapitän aus Hamburg“, erklärte Salvini. „Sie hat in libyschen Gewässern eingegriffen und fordert einen sicheren Hafen. Gut, dann soll sie nach Hamburg fahren.“

Italien hatte wie Malta NGOs in den vergangenen Monaten immer wieder das Anlegen ihrer Schiffe mit geretteten Migranten verwehrt. Teilweise wurden sie tagelang im Mittel­meer blockiert, bis eine Verteillösung mit anderen europäischen Staaten für die Gerette­ten gefunden wurde. Auf einen langfristigen Mechanismus dafür konnten sich die EU-Staaten bislang nicht einigen.

Die Sea-Eye hatte unweit der libyschen Küste zuvor nach 50 Menschen gesucht, die seit Montagnacht vermisst werden. Nach Angaben des Sprechers der Internationalen Organi­sation für Migration (IOM), Flavio Di Giacomo, gab es weder von ihnen noch von 41 Migranten, die am 23. März aus Libyen abgefahren seien, ein Lebenszeichen.

Die „Alan Kurdi“ ist derzeit das einzige zivile Hilfsschiff im Mittelmeer. In diesem Jahr starben nach Angaben der IOM bereits 311 Menschen beim Versuch, das Mittelmeer nach Europa zu überqueren. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #550935
Dr. med. Armin Conradt
am Mittwoch, 3. April 2019, 22:23

Humanitäres Versagen

Als Bürger dieses Staatengebildes fragt man sich immer noch, warum dieses milliardenschwere Bürokratiemonster nicht in der Lage ist, den Migrantenstrom zu stoppen. Es wäre so einfach:
1. Auf allen Internetkanälen und TV Medien wird in allen arabischen und afrikanischen Sprachen verbreitet, dass keine Migranten mehr aufgenommen werden, und auch niemand ein Haus, ein Auto und eine Frau zur Verfügung gestellt bekommt.
2. Aufnahme aller "Schiffbrüchigen" durch die Marine und Verbot von Schlepperorganisationen wie Sea Eye, MSF und andere NGOs. Verhaftung der Verantwortlichen. Verbringung der Migranten nach Ceuta und auf unbewohnte griechische/italienische Inseln und medizinische Versorgung.
3. Aushandeln von Personen-Übernahmen mit Ländern des demokratischen Frühlings in Nordafrika, wie Marokko, Algerien Tunesien und Ägypten unter Zahlung von "Entwicklungshilfe".

In kürzester Zeit hat das Sterben auf dem Mittelmeer ein Ende.
LNS

Nachrichten zum Thema

3. Juni 2020
Riad/New York – Wegen ausbleibender Spendengelder droht 30 der 41 wichtigsten UN-Hilfsprogramme im Jemen in wenigen Wochen das Aus. „Wir hatten noch nie so wenig Geld für Hilfseinsätze im Jemen zu
UN-Chef: 30 Hilfsprogrammen im Jemen droht das Aus
29. Mai 2020
Berlin – Flüchtlinge in Sammelunterkünften sind besonders gefährdet, sich mit SARS-CoV-2 zu infizieren und an COVID-19 zu erkranken. Das ist das Ergebnis einer Studie unter Leitung des Epidemiologen
Hohes Risiko für SARS-CoV-2-Infektionen bei Geflüchteten in Sammelunterkünften
28. Mai 2020
Berlin – Politische Entscheidungen sollen künftig das Thema Globale Gesundheit vermehrt einbeziehen. In verschiedenen Ressorts deutscher Ministerien sowie auf EU-Ebene soll es dazu eine engere
Gesundheitspolitik als internationale Aufgabe denken
28. Mai 2020
Neu Delhi – Mitten in der Coronakrise plagt Indien die schlimmste Heuschreckenplage seit knapp drei Jahrzehnten. Fernsehbilder zeigen, wie sich große Insektenschwärmen auf Gemüse, Hülsenfrüchte,
Schlimmste Heuschreckenplage seit 27 Jahren in Indien
22. Mai 2020
Neu Delhi/Dhaka – Mehr als 90 Menschen sind bei dem Zyklon „Amphan“ in Indien und Bangladesch gestorben. Rund zehn Millionen Menschen sind nach Angaben der Vereinten Nationen von einem der stärksten
Millionenschwere Hilfen nach Zyklon in Indien und Bangladesch angekündigt
19. Mai 2020
Mainz – Flüchtlingsunterkünfte und Asylbewerberheime könnten wegen der hohen Personendichte zu Brennpunkten für Infektionen mit SARS-CoV-2 in Deutschland werden. Das berichtete der SWR heute in Mainz
Studie zeigt hohes Infektionsrisiko in Flüchtlingsunterkünften
18. Mai 2020
St. Augustin – In einem Flüchtlingsheim in St. Augustin bei Bonn haben sich nach aktuellen Testergebnissen 130 Menschen mit SARS-CoV-2 infiziert. Die restlichen rund 170 Bewohner hätten sich nicht
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER