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Medizin

Apnoe im Schlaf häufiges Phänomen bei Demenzpatienten

Donnerstag, 4. April 2019

/zinkevych, stockadobecom

Duisburg/Essen – 9 von 10 Patienten mit Demenz leiden in einer altersmedizinischen Krankenhausumgebung an Atemaussetzern (Apnoe) im Schlaf. Das berichten Wissen­schaftler der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) und des Universitätsklinikums Essen. Sie vermuten, dass eine adäquate Behandlung des „Sleep-disordered breathing“ (SDB) den Fortschritt der Demenz verlangsamen kann. Die Arbeit ist im International Journal of Environmental Research und Public Health erschienen (2019; doi: 10.3390/ijerph16050863). 

Die Ärzte untersuchten 101 geriatrische Patienten, die meist mit leichter Demenz auf deutschen geriatrischen Stationen rekrutiert wurden, im Patientenzimmer mit einem tragbaren Schlafapnoeuntersuchungsgerät. 

Rund 40 % der Patienten hatten eine leichte und fast 48 % eine mittlere bis schwere Atmungsstörung. Sie beobachteten einen niedrigen bis moderaten Zusammenhang zwischen der Schwere der Atemstörung im Schlaf und der Schwere der Demenz.

Nasale Sauerstoffgabe oder positiver Atemdrucktherapie per Maske kann laut den Ärzten hilfreich sein: Beide Therapien versorgten die Schlafenden mit Sauerstoff, sodass ihr Gehirn während der kurzen Atemaussetzer keinen Sauerstoffmangel erleide. „Je früher wir die Atmungsstörungen erkennen und behandeln, umso mehr könnten auch Patienten mit leichter Demenz davon profitieren, und die Krankheit schreitet vermutlich langsamer voran“, sagte Dirk Hermann, Professor für vaskuläre Neurologie, Demenz und Alters­forschung an der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Essen. 

Das Problem ist jedoch, dass die Atemmasken oft als störend empfunden werden. Weni­ger als ein Drittel der untersuchten Patienten konnte die Maske über mehr als 6 Stunden benutzen. 

„Da Vorstudien bereits zeigten, dass die positive Atemwegsdrucktherapie die Kognition bei Demenzkranken verbessert, unterstreichen unsere Daten die Bedeutung des SDB-Screenings bei älteren Menschen, insbesondere bei leichter Demenz“, hieß es aus der Arbeitsgruppe.

Weitere Studien seien erforderlich, um innovative, valide SDB-Diagnose- und Behand­lungsgeräte zu entwickeln, die von Demenzkranken besser vertragen würden. „Darüber hinaus müssen größere Studien durchgeführt werden, die den Nutzen eines solchen innovativen SDB-Screenings und der Weiterbehandlung sowie den Einfluss weiterer Komorbiditäten bei geriatrischen Patienten analysieren“, so die Wissenschaftler.

© hil/aerzteblatt.de

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