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Ärzteschaft

Mobbing großes Thema in Jugend­vorsorgeuntersuchungen

Donnerstag, 4. April 2019

/highwaystarz, stockadobecom

Köln – Viele Jugendliche leiden unter seelischem und teilweise massivem körperlichen Mobbing. „Dieses ist auch immer das große Thema bei den Jugendvorsorgeuntersu­chun­gen in unseren Praxen“, sagte Josef Kahl, Pressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Oft trauten sich die Jugendlichen dann im Zusammenhang mit Konzentrationsschwierigkeiten, Bauch- und Kopfschmerzen zum ersten Mal, das Thema offen anzusprechen. Die Eltern wüssten oft nichts von der fortgesetzten Quälerei, weil die Kinder sich schämten oder ihre Eltern schonen wollten, so Kahl.

Er weist darauf hin, dass Ärzte dabei selbstverständlich ihre Schweigepflichten einhalten. Kahl rät Eltern, selbst aufmerksam auf die Signale ihrer Kinder zu achten, die eventuell auf Mobbing hinweisen. „Je früher sie erkennen, dass mit ihrem Kind etwas nicht stimmt, desto früher und wirksamer kann man eingreifen“, betonte der Kinder- und Jugendarzt. Wichtige Hinweise seien unter anderem gehäufte Kopf- oder Bauchschmerzen, Zeichen von Kummer und Schulunlust oder das Fehlen persönlicher Gegenstände oder Geld.

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Eltern sollten in solchen Fällen ihre Beobachtungen und die Berichte des Kindes doku­mentieren, die Schule benachrichtigen und um einen Gesprächstermin mit dem Klassen­lehrer oder Vertrauenslehrer bitten. Bei Mobbing außerhalb der Schule empfiehlt Kahl, einen Anwalt hinzuzuziehen. Er könne einen Brief an die Eltern des Täters schicken, in dem er die möglichen rechtlichen Konsequenzen bei fortgesetztem Mobbing deutlich macht.

Laut einer Untersuchung der Bertelsmann-Stiftung zusammen mit der Universität Frank­furt fühlt sich jedes dritte Kind an einer Haupt-, Gesamt- oder Sekundarschule dort nicht sicher, sondern hat Angst vor Mobbing, Gewalt und Ausgrenzung. Die Wissenschaftler befragten rund 3.450 Kindern und Jugendlichen zwischen acht und 14 Jahren. © hil/aerzteblatt.de

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