NewsMedizinFDA prüft Zusammenhang zwischen E-Zigaretten und Krampfanfällen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

FDA prüft Zusammenhang zwischen E-Zigaretten und Krampfanfällen

Donnerstag, 4. April 2019

e-zigarette-dpa

Silver Spring/Maryland – Das Nikotin aus E-Zigaretten kann möglicherweise Krampfanfälle auslösen. Die US-Gesundheitsbehörde FDA prüft den Zusammenhang, nachdem ihr über das „Safety Reporting Portal“ 35 Einzelfälle zugetragen wurden. 

Tonisch-klonische Anfälle sind ein bekanntes Symptom einer akuten Überdosierung von Nikotin. Sie treten vermutlich als direkte Folge der Aktivierung von Acetylcholin-Rezeptoren auf, über die auch die normale Nikotinwirkung im Gehirn vermittelt wird. Im Tierversuch lassen sich die Krampfanfälle durch Gabe von Mecamylamin beenden, einem Antagonisten am nikotinergen Acetylcholin-Rezeptor (Frontiers of Pharmacology 2017; 8: 57).

Da E-Zigaretten teilweise hohe Nikotinkonzentrationen enthalten, wäre eine krampf­auslösende Wirkung biologisch plausibel. Beim derzeitigen Stand der Nachforschungen sei es jedoch noch zu früh, von einem kausalen Zusammenhang zu sprechen, heißt es in einer Stellungnahme der US-Behörde, die in den letzten Monaten klargestellt hat, dass die Sicherheit der E-Zigaretten in ihren Zuständigkeitsbereich fällt. 

Die 35 Fälle, zu denen keine Einzelheiten mitgeteilt wurden, deuten angesichts der steigenden Popularität, die E-Zigaretten derzeit in den USA erfahren, auf eine seltene Komplikation hin. Die FDA macht jedoch darauf aufmerksam, dass es sich bei den Einträgen im „Safety Reporting Portal“ um Spontanmeldungen handelt, aus denen nicht auf die Häufigkeit geschlossen werden kann, da es eine Dunkelziffer von nicht gemeldeten Zwischenfällen gibt.

Die Krampfanfälle sind laut FDA nicht nur bei Erstnutzern, sondern auch bei Personen aufgetreten, die bereits Erfahrungen mit E-Zigaretten hatten. Ob sie durch den Wechsel auf ein E-Liquid mit einem besonders hohen Nikotingehalt ausgelöst wurden, ist derzeit Gegenstand der FDA-Untersuchung. Konsumenten von E-Zigaretten können zwischen E-Liquids mit sehr unterschiedlichem Nikotingehalt wählen. Einige E-Zigaretten sind laut FDA so konstruiert, dass sie die rasche Zufuhr einer höheren Dosis ermöglichen. Dies könnte, so die FDA, zu unbeabsichtigten Überdosierungen führen. 

Die FDA weist darauf hin, dass Krampfanfälle auch nach dem Konsum von anderen Drogen wie Marihuana oder Amphetaminen beschrieben wurden. Sie könnten nach den ersten Zügen bis zu einem Tag nach der Anwendung auftreten.

In Deutschland sei bisher kein solcher Fall bekannt geworden, erklärte eine Vertreterin des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). E-Zigaretten könnten hierzulande sicherer sein, da die Nikotinkonzentration auf maximal 20 mg/ml begrenzt ist. In den USA seien Kapseln mit 50 mg/ml erhältlich. © rme/aerzteblatt.de

Liebe Leserinnen und Leser,

diesen Artikel können Sie mit dem kostenfreien „Mein-DÄ-Zugang“ lesen.

Sind Sie schon registriert, geben Sie einfach Ihre Zugangsdaten ein.

Oder registrieren Sie sich kostenfrei, um exklusiv diesen Beitrag aufzurufen.

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort


Mit der Registrierung in „Mein-DÄ“ profitieren Sie von folgenden Vorteilen:

Newsletter
Kostenfreie Newsletter mit täglichen Nachrichten aus Medizin und Politik oder aus bestimmten Fachgebieten
cme
Nehmen Sie an der zertifizierten Fortbildung teil
Merkfunktion
Erstellen Sie Merklisten mit Nachrichten, Artikeln und Videos
Kommentarfunktion und Foren
Kommentieren Sie Nachrichten, Artikel und Videos, nehmen Sie an Diskussionen in den Foren teil
Job-Mail
Erhalten Sie zu Ihrer Ärztestellen-Suche passende Jobs per E-Mail.
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #731292
cis2000
am Montag, 23. September 2019, 21:43

FDA prüft Zusammenhang zwischen E-Zigaretten und Krampfanfällen

Zur Zeit kann man nur sagen, dass der ganze Wirbel um die E Zigarette richtig peinlich ist. Ich bin mir nicht sicher, wer das Geld für solche Studien gibt. Mir scheinen Steuern dafür verantwortlich zu sein. Immer und immer wieder wird auf der sogenannten E Zigarette herum gehackt. Geht es um Steuern? Wer kassiert das Geld für negative Studien? Geht es in der Marktwirtschaft, eine unabhängige Studie durchzuführen? Ich glaube nicht. Geld regiert die Welt!
Avatar #723606
mststgt
am Donnerstag, 11. April 2019, 06:49

35 Fälle bei 9 Millionen regelmässigen Dampfern in den USA

Selbst wenn die Dunkelziffer zehnmal so hoch sein sollte ist das immer noch ein Verhältnis von ca. 1:28.000
LNS

Nachrichten zum Thema

27. Mai 2020
Berlin – E-Zigaretten könnten effektiver zur Rauchentwöhnung eingesetzt werden, als dies bislang der Fall ist. So lautet das Fazit eines vom Institut für Suchtforschung (ISFF) an der Frankfurt
E-Zigarette könnte bei Rauchentwöhnung wichtiger werden
2. April 2020
Richmond – Die US-Wettbewerbshüter haben sich gegen den Einstieg des US-Tabakriesen Altria bei der E-Zigarettenfirma Juul ausgesprochen. Altria und Juul hätten eine Zusammenarbeit gestartet, die den
E-Zigaretten: US-Behörde gegen Einstieg von Altria bei Juul
19. März 2020
Boston − Patienten mit einem implantierten Cardioverter/Defibrillator müssen die Nähe von Magneten meiden, da es sonst zu einer Funktionsstörung des Geräts kommen kann. Den wenigsten Patienten
E-Zigaretten störten Funktion eines implantierten Cardioverters/ Defibrillators
28. Februar 2020
Manila – Die philippinische Regierung unter Rodrigo Duterte hat das Rauchen von E-Zigaretten in der Öffentlichkeit verboten. Außerdem sieht der heute veröffentlichte Präsidentenerlass vor, dass
Bann für E-Zigaretten auf den Philippinen
24. Februar 2020
Dallas – Das Journal of the American Heart Association (JAHA) hat eine Studie von US-Forschern zu den Risiken von E-Zigaretten zurückgezogen. Ein Forscherteam der Universität in San Francisco hatte im
Journal der US-Kardiologen zieht Studie zu E-Zigaretten zurück
20. Februar 2020
Berlin – Im europäischen Vergleich der Maßnahmen zur Eindämmung des Tabakkonsums belegt Deutschland den letzten Platz. Das zeigt die „Europäische Tabakkontrollskala 2019“, die heute bei der „European
Deutschland beim Kampf gegen Tabakkonsum auf letztem Platz in Europa
30. Januar 2020
Kiel – Bei Schülern mit häufigem Kontakt zu Werbung für E-Zigaretten verdoppelt sich binnen Jahresfrist das Risiko, mit dem Dampfen anzufangen. Dies geht aus dem Präventionsradar der DAK-Gesundheit
VG WortLNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER