NewsPolitikBundesregierung plant keine schärferen Regeln für Heilpraktiker
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Bundesregierung plant keine schärferen Regeln für Heilpraktiker

Donnerstag, 4. April 2019

/WavebreakmediaMicro, stock.adobe.com

Berlin – Heute am späten Abend will der Bundestag sich in erster Lesung mit dem Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV) befassen. Die Novelle sieht am Rande auch neue Regeln für Heilpraktiker vor. Weitere Verschärfungen soll es allerdings nicht geben, zeigte eine gestrige Befragung der Bundesregierung durch den Bundestag.

Das GSAV sieht als kleinen Teilaspekt vor, dass Angehörige nichtärztlicher Heilberufe, insbeson­dere Heilpraktiker, künftig nur noch nach Genehmigung verschreibungspflichtige Arznei­mittel für individuelle Patienten herstellen dürfen. Verboten werden darüber hinaus Frisch­zellen­kuren, bei denen in der Vergangenheit Frischzellen von Schafen bei Menschen angewendet wurden und die verschiedentlich zu Infektionen geführt haben.

Anzeige

Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) erläuterte auf eine Nachfrage aus der AfD-Fraktion gestern, dass darüber hinaus aus seiner Sicht zum jetzigen Zeitpunkt kein weite­rer Verbotsbedarf besteht. Er wisse, dass die heutige Regelung bezüglich der Heilprakti­ker „nicht unumstritten“ sei, so der Minister. Gleichwohl gebe es „eine hohe Akzeptanz in verschie­denen Bevölkerungsgruppen“. „Aus heutiger Sicht sehen wir keinen weiteren Regelungs­bedarf“, erklärte Spahn.

Das GSAV befasst sich vor allem mit einer Verbesserung der Arzneimittelsicherheit. Die Novelle sieht etwa eine engere Zusammenarbeit der Arzneimittelüberwachungsbehörden von Bund und Ländern vor.

Gefragt wurde die Bundesregierung gestern unter anderem auch nach Aspekten des geplanten Implantateregisters für Medizinprodukte. Patienten sollen demnach über den Zugriff auf die eigenen Daten hinaus zunächst keine weiteren Zugriffsmöglichkeiten bekommen. „Eine umfassende und detaillierte Zugriffsmöglichkeit ist bisher nicht vorgesehen“, sagte Spahn. Es handele sich teilweise um sensible Daten, solche Zugriffe müssten gut durchdacht werden.

Spahn bekräftigte aber, dass die Daten auf jeden Fall nutzbar gemacht werden sollen, wenn es um Versorgungserkenntnisse, Aufsichtsfragen und Nachvollziehbarkeiten gehe, welches Krankenhaus welche Produkte implantiert habe. „Aber ob der Patient, der Versicherte, der Bürger die Daten individuell einsehen können soll, das ist noch nicht geregelt“. Er wolle die Idee aber in seine Überlegungen mit aufnehmen.

© may/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

16. April 2019
Berlin – Die FDP hat eine grundlegende Wende in ihrer Einstellung zum Heilpraktikerberuf und zur Heilpraktikerausbildung vollzogen. Sah die Arbeitsgruppe Gesundheit der FDP-Fraktion im Bundestag es
FDP will Heilpraktikerberuf jetzt doch erhalten
18. März 2019
Berlin – Gesundheitspolitikerinnen stellen die bisherige Form des Heilpraktikerwesens infrage. „Persönlich befürworte ich ein Auslaufen der staatlichen Erteilung der Heilpraktikererlaubnis“, sagte die
Gesundheitspolitikerinnen für Reform des Heilpraktikerwesens
5. März 2019
Frankfurt am Main – Der Umsatz mit homöopathischen Arzneimitteln zum effektiven Verkaufspreis lag im Jahr 2018 in Deutschland bei insgesamt rund 670 Millionen Euro. Das teilte das Beratungsunternehmen
Homöopathische Arzneimittel werden meist privat bezahlt
27. Februar 2019
Nürnberg – Vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth muss sich seit Mittwoch ein 63-jähriger Geschäftsmann wegen des Inverkehrbringens von nicht zugelassenen Arzneimitteln verantworten. Der Heilpraktiker und
Heilpraktiker wegen nicht zugelassener Medikamente vor Gericht
20. Februar 2019
Koblenz – Das Verwaltungsgericht Neustadt an der Weinstraße hat einem Arzt die Herstellung sogenannter Gefrierzellen zur späteren Anwendung bei Menschen zu Recht untersagt. Das entschied das
Oberverwaltungsgericht: Therapie mit Gefrierzellen zu Recht untersagt
13. Februar 2019
Frankfurt am Main/Berlin – Vor selbsternannten Wunderheilern, die ihre Angebote im Internet vertreiben, warnt der Bundesverband der Hörgeräte-Industrie (BVHI) und nennt in diesem Zusammenhang der
HNO-Ärzte und Hörgeräteakustiker warnen vor selbsternannten Wunderheilern im Internet
8. Februar 2019
Weimar – In Thüringen bekommen Podologen Zugang zum Heilpraktikerberuf. Ihnen sei beschränkt auf Heilbehandlungen des Fußes grundsätzlich die Tätigkeit als Heilpraktiker eröffnet, erklärte das
VG WortLNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

Anzeige
NEWSLETTER