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Medizin

TAVI: Ergebnisse in größeren Zentren und in Händen erfahrener Kardiologen etwas besser

Freitag, 5. April 2019

/dpa

Durham/North Carolina – Patienten die eine Transkatheter-Aortenklappen-Implantation (TAVI) an einem größeren Zentrum durchführen ließen, hatten in der Analyse eines US-Registers eine etwas höhere 30-Tages-Überlebenschance. Der Vorteil war laut einer Publikation im New England Journal of Medicine (2019; doi: 10.1056/NEJMsa1901109) auch nach einer Lernkurve der Ärzte noch nachweisbar.

Die Implantation einer künstlichen Aortenklappe über einen Gefäßzugang in der Leiste oder am Arm ist nicht einfach. Sie ist auch nicht nur die Leistung eines einzelnen interventionellen Kardiologen. Die TAVI erfordert die Zusammenarbeit in einem Team mit Radiologen und nach gemeinsamer Indikationsstellung mit einem Chirurgen. Es ist deshalb ein gewisser logistischer Hintergrund erforderlich, der das Ergebnis der Behandlung beeinflussen könnte. 

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Die Centers for Medicare and Medicaid Services, die in den USA die meisten Behandlungen finanzieren, haben deshalb Mindeststandards festgelegt, zu denen beispielsweise ein Mindestvolumen von 20 TAVI pro Jahr gehört. Die Society for Thoracic Surgeons und das American College of Cardiology habe zudem ein Qualitätsregister eingerichtet. Dort wird neben den Patientendaten auch die 30-Tages-Sterblichkeit erfasst. 

Sreekanth Vemulapalli vom Duke University Hospital in Durham/North Carolina und Mitarbeiter haben jetzt die Daten für die Jahre 2015 bis 2017 analysiert, in denen technisch ausgereifte Versionen der Implantate verwendet wurden. Insgesamt 555 Kliniken haben in diesem Zeitraum 113.662 TAVI-Behandlungen gemeldet, die von 2.960 Ärzten durchgeführt wurden. 

Die Ergebnisse waren tatsächlich an Kliniken, die viele TAVI durchführten, besser als an kleineren Zentren, die Unterschiede waren jedoch insgesamt nicht dramatisch. Im Viertel der Kliniken mit dem niedrigsten Behandlungsvolumen starben 3,19 % der Patienten in den ersten 30 Tagen nach der TAVI. Das 95-%-Konfidenzintervall von 2,78 bis 3,67 zeigt, dass die Unterschiede innerhalb dieser Gruppe nicht allzu groß waren, was  den einen oder anderen „Ausreißer“ nicht ausschließt.

An den Krankenhäusern im volumenstärksten Viertel betrug die 30-Tages-Sterblichkeit 2,66 % (2,48 bis 2,85 %). Vemulapalli ermittelt eine Odds Ratio von 1,21 (1,03 bis 1,41). Nach Ausschluss der Behandlungsergebnisse aus den ersten 12 Monaten, die als Lernphase definiert wurden, blieben die Ergebnisse in etwa gleich. Die 30-Tage-Mortalität betrug im Viertel mit dem niedrigsten Volumen 3,10 % und im Viertel mit dem höchsten Volumen 2,61 %. Vemulapalli ermittelt eine Odds Ratio von 1,19 (1,01 bis 1,40).

An den kleineren Kliniken kam es häufiger zu vaskulären Komplikationen oder schweren Blutungen (10,03 versus 8,21 %). Die Odds Ratio betrug hier 1,25 (1,08 bis 1,45).

Bei Kardiologen im Viertel mit den meisten Eingriffen betrug die 30-Tages-Sterblichkeit der Patienten 2,84 % gegenüber 3,54 % bei den weniger häufig tätigen Kollegen. Die Odds Ratio betrug 1,26 (0,91 bis 1,75). © rme/aerzteblatt.de

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