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Ausland

Staatliches Ärzteprogramm in Brasilien verliert viele Mediziner

Freitag, 5. April 2019

/dpa

Rio de Janeiro – Die Umstellung des brasilianischen Programms „Mais Medicos“ (Mehr Mediziner) von kubanischen auf einheimische Ärzte sorgt offenbar für Probleme. Laut Medienberichten gaben in den ersten drei Monaten nach Abzug der Kubaner 15 Prozent der als Ersatz eingestellten brasilianischen Ärzte ihr Stelle wieder auf.

Nachdem Brasiliens Präsident Jair Messias Bolsonaro angekündigt hatte, die kubanischen Mediziner nicht weiterbeschäftigen zu wollen, zog Kubas Regierung die 8.500 Ärzte ab. Die offenen Stellen wurden ab November mit 7.120 in Brasilien ausgebildeten Ärzten besetzt.

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Von ihnen verließen 1.052 ihre neue Arbeitsstelle wieder, oder sie traten sie erst gar nicht an. Betroffen sind vor allem abgelegene Regionen. Wie viele von den zusätzlich eingestellten 1.397 im Ausland ausgebildeten Ärzten ihren Arbeitsplatz behalten haben, wurde bislang nicht veröffentlicht.

Das Programm war von der damaligen Präsidentin Dilma Rousseff 2013 gestartet worden. Ärzteverbände zweifelten von Beginn an die Qualifikation der teilnehmenden Ärzte an. Patienten und Behörden lobten jedoch die Ausbildung der Kubaner.

Für Kritik sorgten auch die Modalitäten der Bezahlung. Den kubanischen Medizinern wurden nur rund 25 Prozent des Gehalts ausgezahlt. Der Rest ging an die Regierung Kubas. Bolsonaro warf Kuba deshalb Ausbeutung vor und bezeichnete die betroffenen Ärzte als „Sklaven“. © kna/aerzteblatt.de

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