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Ärzteschaft

Überarbeitete Gesundheits­untersuchung jetzt Kassenleistung

Freitag, 5. April 2019

/dpa

Berlin – Gesetzlich Krankenversicherte haben seit Anfang April Anspruch auf die Leis­tungen der neu gestalteten Gesundheitsuntersuchung für Erwachsene. Der Bewertungs­ausschuss hatte in der vergangenen Woche über die Honorierung beraten und die Ver­gütung des Check-ups angehoben, wie die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) jetzt mitteilte.

Demnach wird die reformierte Gesundheitsuntersuchung seit Monatsanfang mit 320 Punkten bewertet (vorher 303 Punkte). Dadurch erhalten Vertragsärzte 34,63 Euro (vorher 32,79 Euro), wenn sie die Leistung abrechnen. Die Vergütung erfolgt extrabudgetär.

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Mit der Überarbeitung der Gesundheitsuntersuchung für Erwachsene liegt ein Fokus der KBV zufolge neuerdings auf der Beratung der Versicherten: Stärker als bisher sollen somit gesundheitliche Risiken erfasst und bewertet werden, um Erkrankungen rechtzeitig vor­beugen zu können. Im Speziellen ist eine stärkere Berücksichtigung von familiären Krebserkrankungen vorgesehen.

Ebenso werden mittels Riskcharts unter Hinzunahme eines vollständigen Lipidprofils kardiovaskuläre Risiken systematisch erfasst, wenn dies aus ärztlicher Sicht angesagt ist. Je nach Ergebnis erfolgt im Anschluss eine Beratung, wie das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung verringert werden kann. Zudem gehört die Überprüfung des Impfstatus jetzt zum Beratungsumfang.

Neu ist darüber hinaus laut KBV auch, dass Versicherte zwischen dem vollendeten 18. und dem vollendeten 35. Lebensjahr einmalig zum Check-up gehen können. Außerdem wurde mit der Neugestaltung des Check-ups auch das Untersuchungsintervall angepasst. Ab dem vollendeten 35. Lebensjahr haben gesetzlich Versicherte nun nur alle drei und nicht mehr wie bisher alle zwei Jahre Anspruch auf die Untersuchung.

Dies bedeutet beispielsweise, dass gesetzlich Versicherte, die 2019 die Untersuchung wahrnehmen wollen, einen Anspruch darauf haben, wenn die vorherige Gesundheits­untersuchung 2016 (oder früher) stattgefunden hat. Wird in diesem Jahr eine Gesund­heitsuntersuchung durchgeführt, kann der nächste Check-up dann wieder ab dem Jahr 2022 erfolgen. So sieht es die entsprechende Richtlinie des Gemeinsamen Bundesaus­schusses (G-BA) vor. © may/EB/aerzteblatt.de

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Avatar #109757
Loewenherz
am Montag, 8. April 2019, 15:12

wunderbar....

Untersuchung um 2€ aufgewertet (+8%), dafür nur noch alle 3 statt alle 2 Jahre (-33%). Kommt man rechnerisch auf glatte -25% aufwand für die Kassen. Nachdem es, mein ich, gar nicht wenige Praxen gibt, die viel "Checkup" abrechnen um die Rentabilität hochzuhalten, wird das n spürbarer Einschnitt für manchen Kollegen.
Aber ja, dafür findet für die 2€ mehr jetzt dann auch mehr sprechende Medizin statt, man hat sie schließlich gestärkt. Der Merkeffekt muss halt n Jahr länger halten, da kann man schon mal 2€ drauflegen.
Zum Brechen.
Avatar #762657
brandmeyer
am Montag, 8. April 2019, 12:12

34,63€

Welcher Handwerker arbeitet so billig ?
Avatar #550935
Arco
am Freitag, 5. April 2019, 18:36

Für 34,63 Euro....

... erhalten Sie von Ihrem Handwerker gerade einmal die Anfahrt und einen Kostenvoranschlag...
Und hier soll der Arzt "Risikoprofile erstellen,
unter Hinzunahme eines vollständigen Lipidprofils kardiovaskuläre Risiken systematisch erfassen".
Geht's noch?!
Das SGB V schreibt Leistungen ausdrücklich nur dann vor, wenn sie notwendig sind. Und selbst dann sind sie nicht wirtschaftlich honoriert, werden aber mit der Macht des GKV - Monopols von den Praxen erpresst.

Und jetzt machen Kassen, Politik und KBV auch noch Marketing mit Prävention auf unsere Kosten....
Ich frage mich, wie lange diese Herrschaften noch gute Ärzte finden, die so selbstverleugnend sind, dass sie sich in diesem System noch weiter ausbeuten lassen.
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