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Politik

Barmer startet Ausschreibung für digitale Patientenakte

Dienstag, 9. April 2019

/adam121, stock.adobe.com

Berlin – Ende April will die Barmer mit ihrer europaweiten Ausschreibung zur elektroni­schen Patientenakte starten. Das erklärte Vorstandsvorsitzender Christoph Straub heute in Berlin. Der Zuschlag an ein IT-Unternehmen bei der Entwicklung der Benutzerober­fläche sowie der Systemplattform könnte dann im Oktober gegeben werden, hieß es.

Bei der Barmer sind rund neun Millionen Menschen versichert. Die Krankenkassen wurden im Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) dazu verpflichtet, bis zum 1. Januar 2021 eine Patientenakte nach der Spezifizierung der gematik – Gesellschaft für Telematik­anwendungen der Gesundheitskarte ihren Versicherten anzubieten.

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Demnach müssen die Anbieter der Akte ihre Anwendungen von der gematik prüfen lassen und dort vier festgelegte Komponenten verfügbar machen: Dazu gehören die Systemplattform, Schnittstellen für weitere Fachmodule, ein Bereich, in dem Versicherte selbst Daten eingeben können sowie einen Bereich mit medizinischen Daten, die Ärzte erheben.

„Nachdem der Gesetzgeber aktiv geworden ist, passiert bei der Patientenakte wirklich etwas. Wir werden bei der Entwicklung vorne dabei sein.“ Bislang ist von drei anderen Kassengruppen, allen voran die TK sowie eine Gruppe von 21 Kassen rund um die Allianz-Akte „Vivy“, mit der Entwicklung von elektronischen Patientenakten beschäftigt.

Die bisher veröffentlichten Akten, die TK-Safe sowie „Vivy“, sind momentan noch elektro­ni­­sche Gesundheitsakten und werden derzeit nach Aussage der jeweiligen Entwickler zu einer Patientenakte technisch umprogrammiert. Die gematik hatte dafür im Dezember vergangenen Jahres die Spezifikationen veröffentlicht. Auch die Krankenkassen der elf AOKen arbeiten an einer neuen Lösung für Patientenakten.

Die Akte muss einen deutlichen Zusatznutzen für die Versicherten haben

Die Barmer, die bislang sich noch keinem bestehenden Modell angeschlossen hatte, sieht sich mit der eigenen Entwicklung nicht im Hintertreffen, im Gegenteil: Man habe bereits mit einigen eigenen Apps Module entwickelt und Erfahrungen gesammelt, die künftig auch in der Patientenakte vorhanden sein sollen.

„Wir wissen, dass die Patientenakte einen deutlichen Zusatznutzen für Versicherte haben muss, sonst wird sie nicht oft genug genutzt. Wir werden die Anwendungen, die wir bereits jetzt anbieten, in die Patientenakte integrieren“, erklärte Straub.

Dazu gehören zum Beispiel eine Zahnbonuns-App oder eine Gesundheitsmanager-App, die an Impfungen und Vorsorgeuntersuchungen erinnert, oder die elektronische Patienten­quittung. Sobald die Akte 2021 offiziell starten wird, geht die Barmer davon aus, dass nicht alle Versicherten die App sofort nutzen werden.

„Je mehr Anwendungen damit verbunden sind, desto intensiver wird die Akte von den Versicherten genutzt werden. Das gleiche gilt, je mehr Ärzte nach den dort hinterlegten Daten fragen“, erklärte Straub. „Die spannende Frage ist, wie dynamisch der Prozess ist.“ © bee/aerzteblatt.de

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