NewsÄrzteschaftFachgesellschaften beziffern Pflegepersonalbedarf in Notaufnahmen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Fachgesellschaften beziffern Pflegepersonalbedarf in Notaufnahmen

Dienstag, 9. April 2019

/dpa

Berlin – Die Deutsche Gesellschaft interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin (DGINA) hat zusammen mit anderen Fachgesellschaften beziffert, wieviele Pfleger in Notaufnah­men nötig sind. Das entsprechende Positionspapier ist in der Zeitschrift Notfall + Rettungsmedizin erschienen (doi 10.1007/s10049-019-0585-1). „Mehrere Studien zeigen, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen der pflegerischen Besetzung in einer Notfalleinrichtung und der Versorgungsqualität bis hin zur Patientensterblichkeit gibt“, heißt es darin.

„Eine unzureichende pflegerische Besetzung der Notfallzentren gefährdet die Gesundheit der Patienten ebenso wie die des betreuenden Personals. Mangel an Pflegekräften ist in deutschsprachigen Notaufnahmen alltäglich“, erklärte die Fachgesellschaft. Dennoch habe der Gesetzgeber die Notaufnahmen im Pflegepersonalstärkungsgesetz nicht als pflegesensitiver Bereich definiert und auch keine Pflegepersonaluntergrenzen für sie festgelegt, so ihre Kritik.

Anzeige

Die neuen Empfehlungen – an der auch die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensiv­medizin (DGAI) und andere mitgearbeitet haben – fordern eine Personalaus­stattung, die es einer Pflegekraft ermöglicht, innerhalb von zehn Minuten eine validierte Ersteinschätzung des Patienten vorzunehmen.

Außerdem sollten alle notwendigen pflegerische Tätigkeiten innerhalb definierter Zeiträume durchgeführt werden können. Dafür sollte eine vollzeitig tätige Pflegekraft nicht mehr als 1.200 Notfallpatienten pro Jahr in der Initialbetreuung versorgen, so die Fachgesellschaften.

Für eine angeschlossene Kurzlieger‑/Beobachtungsstation müsse die Notaufnahme zu­dem einen Personalschlüssel von einer Pflegefachkraft auf vier Betten vorhalten. Weitere Personalkapazitäten seien für Führung, Administration und andere patientenunabhängige Zeiten einzuplanen, heißt es in dem Positionspapier.

Christoph Dodt, Past-Präsident der DGINA vom Klinikum München-Bogenhausen, betonte, dass den Empfehlungen zur Personalbemessung Pflegende und Ärzte mitgewirkt haben. Sie sei mit allen deutschen Fachgesellschaften mit starkem notfallmedizinischem Bezug konsentiert. Auch die notfallmedizinischen Gesellschaften aus Österreich und der Schweiz haben laut der DGINA an den Empfehlungen mitgewirkt. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

18. April 2019
Mainz – Altersgerechte Arbeitsstrukturen für Pflegekräfte sind Mangelware. Dies führt zu einer erhöhten Fluktuation, die mittlerweile eines der größten Probleme für die berufliche Pflege darstellt.
Arbeitsbedingungen für ältere Pflegekräfte oft nicht altersgerecht
18. April 2019
Berlin – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) rechnet trotz des seit dem 1. Januar des Jahres geltenden Pflegepersonal-Stärkungsgesetzes nicht mit einer schnellen Verbesserung der Situation für
Spahn rechnet beim Pflegepersonal nicht mit schnellem Anstieg
9. April 2019
Hamburg/Bad Segeberg – Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Hamburg hat ihre vierte Notfallpraxis eröffnet. Sie befindet sich am Krankenhaus Reinbek St. Adolf-Stift. Die Ärzte dort übernehmen
Neue Notfallpraxis in Hamburg
8. April 2019
Nürnberg – Eine bessere Ausbildung von Sportlehrern in Erster Hilfe und Herz-Lungen-Wiederbelebung fordert die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI). Hintergrund ist der
Notfallmediziner fordern bessere Ausbildung von Lehrern in Erster Hilfe
5. April 2019
Berlin – Nur 18 Prozent der Pflegefachkräfte in Deutschland erhalten nach eigener Einschätzung genug öffentliche Anerkennung für ihre Arbeit. Dagegen haben 79 Prozent der Pflegenden das Gefühl, dass
Nur jede fünfte Pflegefachkraft fühlt sich genügend anerkannt
3. April 2019
Berlin – Bei der geplanten telefonischen Beurteilung, ob Patienten als Notfall anzusehen und zu betreuen sind oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst aufsuchen sollten, muss großer medizinischer
Ruf nach medizinischer Kompetenz für Telefontriage
3. April 2019
München – Die medizinische Versorgung bei Notfällen durch organisierte Ersthelfergruppen ist in Deutschland sehr unterschiedlich verbreitet. Während Bayern klarer Spitzenreiter ist, klaffen in Nord-
LNS LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

Anzeige
NEWSLETTER