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Ärzteschaft

Fachgesellschaften beziffern Pflegepersonalbedarf in Notaufnahmen

Dienstag, 9. April 2019

/dpa

Berlin – Die Deutsche Gesellschaft interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin (DGINA) hat zusammen mit anderen Fachgesellschaften beziffert, wieviele Pfleger in Notaufnah­men nötig sind. Das entsprechende Positionspapier ist in der Zeitschrift Notfall + Rettungsmedizin erschienen (doi 10.1007/s10049-019-0585-1). „Mehrere Studien zeigen, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen der pflegerischen Besetzung in einer Notfalleinrichtung und der Versorgungsqualität bis hin zur Patientensterblichkeit gibt“, heißt es darin.

„Eine unzureichende pflegerische Besetzung der Notfallzentren gefährdet die Gesundheit der Patienten ebenso wie die des betreuenden Personals. Mangel an Pflegekräften ist in deutschsprachigen Notaufnahmen alltäglich“, erklärte die Fachgesellschaft. Dennoch habe der Gesetzgeber die Notaufnahmen im Pflegepersonalstärkungsgesetz nicht als pflegesensitiver Bereich definiert und auch keine Pflegepersonaluntergrenzen für sie festgelegt, so ihre Kritik.

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Die neuen Empfehlungen – an der auch die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensiv­medizin (DGAI) und andere mitgearbeitet haben – fordern eine Personalaus­stattung, die es einer Pflegekraft ermöglicht, innerhalb von zehn Minuten eine validierte Ersteinschätzung des Patienten vorzunehmen.

Außerdem sollten alle notwendigen pflegerische Tätigkeiten innerhalb definierter Zeiträume durchgeführt werden können. Dafür sollte eine vollzeitig tätige Pflegekraft nicht mehr als 1.200 Notfallpatienten pro Jahr in der Initialbetreuung versorgen, so die Fachgesellschaften.

Für eine angeschlossene Kurzlieger‑/Beobachtungsstation müsse die Notaufnahme zu­dem einen Personalschlüssel von einer Pflegefachkraft auf vier Betten vorhalten. Weitere Personalkapazitäten seien für Führung, Administration und andere patientenunabhängige Zeiten einzuplanen, heißt es in dem Positionspapier.

Christoph Dodt, Past-Präsident der DGINA vom Klinikum München-Bogenhausen, betonte, dass den Empfehlungen zur Personalbemessung Pflegende und Ärzte mitgewirkt haben. Sie sei mit allen deutschen Fachgesellschaften mit starkem notfallmedizinischem Bezug konsentiert. Auch die notfallmedizinischen Gesellschaften aus Österreich und der Schweiz haben laut der DGINA an den Empfehlungen mitgewirkt. © hil/aerzteblatt.de

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