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Bayer baut 4.500 Stellen in Deutschland ab

Dienstag, 9. April 2019

/dpa

Leverkusen – Der Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer baut in Deutschland 4.500 Stellen ab. Das teilte das Unternehmen heute in Leverkusen mit. Das ist etwa jede siebte Stelle, in Deutschland hat der Konzern bisher noch 32.100 Stellen. Große Standorte sind außer der Zentrale in Leverkusen Berlin, Wuppertal, Dormagen und Monheim. Mit den Maßnahmen wolle man die Wettbewerbsfähigkeit verbessern und profitabler werden, hieß es.

Bereits im November 2018 hatte der Konzern seine Umbaupläne vorgestellt, weltweit sollen 12.000 Stellen wegfallen und damit ein Zehntel der Jobs. Die Deutschlandzahl wurde damals noch nicht kommuniziert. Nun wird klar, dass das Inland anteilig härter betroffen ist von der Umstrukturierung als das Ausland. Der Abbau soll unter anderem über Abfindungen erfolgen, betriebsbedingte Kündigungen sind in Deutschland für Bayer ohnehin bis Ende 2025 ausgeschlossen.

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Die meisten Arbeitsplätze, nämlich 5.500 bis 6.000, sollen Bayer zufolge bei „übergrei­fen­­den Konzern- und Querschnittsfunktionen, Business Services sowie den Länderplatt­formen“ gestrichen werden. In der Crop-Science-Sparte mit den Bereichen Saatgut, Pflanzenschutz und Schädlingsbekämpfung sollen 4.100 Stellen wegfallen, in der Con­sumer-Health-Sparte für rezeptfreie Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel 1.100 Stellen.

Rund 900 Arbeitsplätze werden den Angaben zufolge in der Forschung der Sparte Phar­ma­ceuticals für verschreibungspflichtige Medikamente wegfallen. In Wuppertal sind rund 350 Stellen betroffen.

Im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses stehen derzeit die Gerichtsprozesse in den USA wegen angeblicher Krebsrisiken des glyphosathaltigen Unkrautvernichters Roundup. Konzernchef Werner Baumann hat jedoch auch an anderen Fronten zu kämpfen. So ent­wickelte sich das Geschäft mit rezeptfreien Medikamenten träge. Im Pharmageschäft müssen neue Wachstumstreiber her, da in einigen Jahren der Patentschutz für wichtige Umsatzbringer wie den Gerinnungshemmer Xarelto oder das Augenmedikament Eylea wegfallen wird.

Der gewerkschaftspolitische Sprecher der Linken-Fraktion im Bundestag, Pascal Meiser, kritisierte: „Die verkorkste Monsanto-Übernahme kommt die Bayer-Standorte in Deutsch­land jetzt teuer zu stehen." Es sei „völlig inakzeptabel“, dass Bayer die teure Übernahme durch einen massiven Stellenabbau gegenfinanziere, obwohl das Unternehmen auch in den kommenden Jahren mit satten Milliardenüberschüssen rechne.

Die Führungsetage bei Bayer habe alle Warnungen vor der Übernahme von Monsanto in den Wind geschlagen, erklärte Meiser. Es sei absehbar gewesen, dass auf den Leverkuse­ner Chemiekonzern nicht nur eine Klagewelle aus den USA zurollen, sondern diese Mega­fusion auch gravierende Folgen für die Beschäftigten haben werde. © afp/dpa/aerzteblatt.de

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