NewsMedizinStudie: Mehr Fehlgeburten nach Nachtschichten
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Studie: Mehr Fehlgeburten nach Nachtschichten

Dienstag, 9. April 2019

/Ricardo - stock.adobe.com

Kopenhagen –  Schwangere Frauen erleiden im Anschluss an Nachtschichten häufiger eine Fehlgeburt. Dies kam in einer landesweiten Kohortenstudie in Occupational & Environmental Medicine (2019; doi: 10.1136/oemed-2018-105592) heraus.

Das „Nachthormon“ Melatonin wird in der Schwangerschaft auch von den Ovarian und der Plazenta gebildet. Nachtarbeit führt zu einer verminderten Ausschüttung von Melatonin. Bei Mäusen kann durch den Schlafentzug ein Abbruch der Schwangerschaft ausgelöst werden. (PLoS ONE 2012; 7: e37668).

Anzeige

Luise Moelenberg Begtrup vom Bispebjerg og Frederiksberg Hospital in Kopenhagen und Mitarbeiter haben in einer epidemiologischen Studie untersucht, ob Nachtarbeit auch beim Menschen den Erfolg einer Schwangerschaft gefährdet. Die Forscher werteten die Gehaltsabrechnungen von 22.744 schwangeren dänischen Frauen aus, die im Krankenhaus als Pflegerin oder Ärztin arbeiteten. In den Abrechnungen werden die Nachtschichten erwähnt, weil sie den Lohn beeinflussen. Die Daten wurden dann mit dem dänischen Geburtsregister in Beziehung gesetzt, das Fehlgeburten erfasst, sofern sie zu einer Behandlung im Krankenhaus führen.

Ergebnis: Ab der achten Schwangerschaftswoche kam es zu 32 Prozent häufiger zu einer Fehlgeburt, wenn die Frauen in der Woche zuvor zwei oder mehr Nachtschichten absolviert hatten. Die Hazard Ratio von 1,32 war mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 1,07 bis 1,62 statistisch signifikant.

Des Weiteren war eine Dosis-Wirkungsbeziehung nachweisbar, die in epidemiologischen Studien immer auf eine Kausalität hinweist. Frauen, die 26 oder mehr Nachtschichten in der Frühschwangerschaft absolvierten, hatten ein 2,6-fach erhöhtes Risiko auf eine Fehlgeburt (adjustierte Hazard Ratio 2,62; 1,30 bis 5,29).

Sofern die Ergebnisse die Wirklichkeit richtig widergeben, könnte Nachtarbeit für eine größere Zahl von Fehlgeburten verantwortlich sein. Etwa 14 Prozent aller Frauen in Europa machen hin und wieder Nachtschichten. Bei Angestellten im Gesundheitswesen ist die sogar die Regel. © rme/aerzteblatt.de

Liebe Leserinnen und Leser,

diesen Artikel können Sie mit dem kostenfreien „Mein-DÄ-Zugang“ lesen.

Sind Sie schon registriert, geben Sie einfach Ihre Zugangsdaten ein.

Oder registrieren Sie sich kostenfrei, um exklusiv diesen Beitrag aufzurufen.

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort


Mit der Registrierung in „Mein-DÄ“ profitieren Sie von folgenden Vorteilen:

Newsletter
Kostenfreie Newsletter mit täglichen Nachrichten aus Medizin und Politik oder aus bestimmten Fachgebieten
cme
Nehmen Sie an der zertifizierten Fortbildung teil
Merkfunktion
Erstellen Sie Merklisten mit Nachrichten, Artikeln und Videos
Kommentarfunktion und Foren
Kommentieren Sie Nachrichten, Artikel und Videos, nehmen Sie an Diskussionen in den Foren teil
Job-Mail
Erhalten Sie zu Ihrer Ärztestellen-Suche passende Jobs per E-Mail.

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

18. April 2019
Amherst/Massachusetts – Seitdem es möglich ist, das Geschlecht eines Kindes vor der Geburt zu bestimmen, sind in 12 Ländern weltweit vermutlich 23 Millionen Mädchen abgetrieben worden, weil sie das
Schwangerschaftsabbrüche zur Geschlechtsselektion werden weltweit seltener
10. April 2019
Berlin – Vor der morgigen Debatte um die nichtinvasiven Pränataltests (NIPT) hat der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach klar Stellung bezogen. „Aus ärztlicher Sicht bin ich für eine Erstattung des
Lauterbach fordert neues Gremium für künftige Testverfahren
10. April 2019
Berlin – Morgen wollen die Abgeordneten im Bundestag in einer Orientierungsdebatte über nichtinvasive molekulargenetische Tests (NIPT) zur Bestimmung des Risikos autosomaler Trisomien 13, 18 und 21
Demonstration gegen nichtinvasive molekulargenetische Tests
10. April 2019
Huddersfield/England – Schwangere, die im dritten Trimenon auf dem Rücken schlafen, haben ein deutlich erhöhtes Risiko auf eine Totgeburt. Dies zeigte eine Metaanalyse in EClinicalMedicine (2019; doi:
Rückenlage in der Schwangerschaft erhöht Risiko auf Totgeburt
10. April 2019
Berlin – Vor dem Hintergrund der schnell wachsenden Weltbevölkerung hat der UN-Bevölkerungsfonds (UNFPA) sich für einen verbesserten und selbstbestimmten Zugang von Frauen zu Verhütungsmitteln
214 Millionen Frauen haben keinen Zugang zu Verhütung
4. April 2019
London – Die Bestimmung der Serumkonzentration von PlGF, dessen Abfall eine Störung der Plazentafunktion anzeigt, hat in einer randomisierten kontrollierten Studie im Lancet (2019; doi:
PlGF-Test beschleunigt Diagnose der Präeklampsie
29. März 2019
Wiesbaden – Hessens Linke-Fraktion will die Rechte von Frauen bei der Schwangerschaftsberatung und dem -abbruch stärken. Zum Schutz der schwangeren Frauen vor Protesten und Mahnwachen sollten im
VG WortLNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

Anzeige
NEWSLETTER