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Ärztekammer Niedersachsen klagt über aggressive Patienten

Dienstag, 9. April 2019

/dpa

Hannover – Die Ärztekammer Niedersachsen beklagt eine Zunahme von Beleidigungen und gewalttätigen Übergriffen durch Patienten. Mit einem Experten der Kriminalprä­ven­tion hat die Ärztekammer nun eine Broschüre entwickelt, die Ärzten Verhaltenstipps und Empfehlungen gibt, wie sie mit Gewalt umgehen können.

„Wir spüren in den Arztpraxen und Kliniken, dass die Stimmung im Warte- und Sprech­zimmer zunehmend angespannter ist“, sagte die Vizepräsidentin der Ärztekammer Nie­dersachsen (ÄKN), Marion Charlotte Renneberg. Viele bedrohliche Situationen würden nicht öffentlich gemacht oder angezeigt.

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Wie ÄKN-Sprecherin Stephanie Aue betonte, gehen Beleidigungen und Gewalt von sämt­lichen Schichten der Bevölkerung aus. Ein Hauptauslöser seien Wartezeiten und die Fra­ge, in welcher Reihenfolge Patienten behandelt werden. Die Menschen seien zunehmend ich-zentriert und hätten kein Verständnis mehr dafür, dass Notfälle Vorrang hätten. „Der Umgangston ist insgesamt rauer geworden.“ Konkrete Zahlen zu Vorfällen gebe es aber nicht.

Die Broschüre mit dem Titel „Übergriffe gegen Praxisteams – vorbeugen und abwenden!“ richtet sich sowohl an Ärzte als auch an das Praxis- und Assistenzpersonal der Kranken­häuser. Als Ursache für Konflikte nennt die Broschüre nicht nur Wartezeiten, sondern auch die Sorge um Angehörige, vermutete oder tatsächliche Fehlbehandlungen, Zuzah­lungen, interkulturelle Missverständnisse und falsche Versprechungen.

Bei Beleidigungen helfe es, wenn das Praxispersonal ein Repertoire an Formulierungen parat habe, um Menschen in ihre Schranken zu weisen. Notfalls könnten aggressive Menschen über das Hausrecht auch der Praxis verwiesen werden – wenn es sein muss mit Hilfe der Polizei, rät die Broschüre. Ebenfalls dürften Ärzte eine Behandlung ableh­nen, wenn sie Gefahr verspürten.

Die ÄKN rät den Medizinern darüber hinaus, ihre kommunikativen Fähigkeiten zu ver­bess­ern. Die medizinische Fachsprache führe bei Patienten immer wieder zu Informati­onsdefiziten, denn sie werde nicht oder falsch verstanden. Diese könnten aggressiv machen. Wenn es tatsächlich zu einem körperlichen Angriff kommt, sei Flüchten besser als Zurückschlagen. Auch das lautstarke Anbrüllen des Gegenübers könne helfen. Auf jeden Fall müssten die Polizei eingeschaltet und Verletzungen dokumentiert werden, rät die Kammer. © dpa/aerzteblatt.de

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Avatar #749489
M.W.
am Mittwoch, 10. April 2019, 07:05

Diskriminierend

Die Broschüre ist diskriminierend:
"Achten sie ... auf die Pupillen sofern die Irisfarbe es zulässt"
"Behalten sie die Schuhe besser an"
"Hüten sie sich vor einer Spontanbewaffnung des Gegners"
u.s.w.
Das beschreibt vielleicht den Hausbesuch bei der IS in Syrien, aber das ist nicht die Realität.
LNS
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