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Ärzteschaft

KV Brandenburg testet Software für Telefontriage

Mittwoch, 10. April 2019

/sumos, stockadobecom

Potsdam – Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Brandenburg testet in ihrer Koordinie­rungsstelle eine neue Software namens „SmED“, um Patienten, die sich unter der Tele­fonnummer 116117 melden, medizinisch einzuschätzen und der entsprechenden Ver­sorgungsebene zuzuleiten.

„SmED“ steht für „Strukturierte medizinische Ersteinschätzung in Deutschland“ und soll den Anwendern helfen, den Versorgungsbedarf der Patienten schnell und adäquat ein­zuschätzen. Die Erprobung erfolgt im Rahmen eines vom Innovationsfonds des Ge­mein­samen Bundes­aus­schusses geförderten Projektes namens „DEMAND“ zunächst für ein Jahr.

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„SmED ist eine Entscheidungshilfe für die Mitarbeiter unserer Koordi­nierungsstelle 116117 und in der ärztlichen Bereitschaftspraxis“, erläuterte Andreas Schwark, stellver­tretender Vorstandsvorsitzender der KV. Sie unterstütze medizinisches Fachpersonal in der systematischen Abfrage von Symptomen, Krankheitsbildern, Vorerkran­kungen und Risikofaktoren.

Die Antworten der Patienten würden direkt im Programm dokumentiert und die Informa­tionen von dem hinterlegten Algorithmus verarbeitet. Am Ende stehe eine Entschei­dungs­empfehlung zur Dringlichkeit sowie zum Ort der Versorgung. Letztlich entscheide aber weiterhin das Fachpersonal darüber, ob der Patient ein Fall für die Bereitschafts­praxis, den Einsatzarzt, den Fach- oder Hausarzt am nächsten Werktag oder den Rettungsdienst sei, betonte er.

Ziel des Projektes ist der KV zufolge unter anderem, die Beanspruchung der Notaufnah­men zu redu­zieren, indem die Patienten mit nicht lebensbedrohlichen Erkrankungen ziel­gerichtet in die ambulante Versorgung gesteuert würden. Neben der KV Brandenburg beteiligen sich zehn weitere KVen an der Studie zu SmED.   

Auf die besonderen Herausforderungen bei der telefonischen Beurteilung, ob Patienten als Notfall anzusehen und zu betreuen sind oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst aufsuchen sollten, hat vor einigen Tagen der Deutsche Evangelische Krankenhausverband (DEKV) hingewiesen.

Ein Drittel aller Notfallpatienten sei über 70 Jahre alt und viele von ihnen akustisch, visuell oder kognitiv eingeschränkt. „Die Beurteilung die­ser Patienten ist – auch wegen häufig untypischer Symptome – eine besondere Heraus­forderung“, so der DEKV. © hil/aerzteblatt.de

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Monitor
am Mittwoch, 10. April 2019, 21:11

SmED demnächst auch in Hessen

Auch der ÄBD Hessen testet demnächst SmED
LNS
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