NewsÄrzteschaftÜbergangsfrist für Gesundheits­untersuchung beschlossen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Übergangsfrist für Gesundheits­untersuchung beschlossen

Dienstag, 9. April 2019

/itataekeerati, stock.adobe.com

Berlin – Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und GKV-Spitzenverband haben sich auf eine Übergangsfrist für die überarbeitete regelmäßige Gesundheitsuntersuchung verständigt. Das hat die KBV heute mitgeteilt. Beide Seiten vereinbarten, dass für Ver­si­cherte, bei denen 2017 eine Gesundheits­unter­suchung (Check-up) durchgeführt worden ist, noch bis zum 30. September 2019 das zweijährige Untersuchungsintervall gilt.

Anzeige

Hintergrund ist, dass der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (GBA) im vergangenen Jahr die Richtlinie zur Gesundheitsuntersuchung angepasst hatte. Insbesondere wurden die Leistungen ausgeweitet, die Untersuchungsintervalle für Versicherte ab 35 Jahre wurden aber von zwei auf drei Jahre verlängert. Das hat der KBV zufolge in vielen Praxen zu Problemen geführt. Ohne Übergangsfrist hätten bereits vereinbarte Termine wieder ab­gesagt werden müssen, wie es heute hieß.

Für alle gesetzlich Versicherten ab 35 Jahren, bei denen die letzte Gesundheitsunter­su­chung 2018 (und später) stattgefunden hat, gilt hingegen das neue dreijährige Untersu­chungsintervall. Wurde 2018 eine Gesundheitsuntersuchung durchgeführt, kann der nächste Check-up wieder ab 2021 erfolgen. Versicherte, die 2019 den Check-up wahr­neh­men, haben 2022 wieder Anspruch auf die Untersuchung. © may/EB/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #672734
isnydoc
am Sonntag, 14. April 2019, 15:57

Olé-Kollege erbost ... schätze ich mal!

Es fehlt doch einfach Ihre Differenzierung, ob sie budgetär oder extrabudgetär zielgenau Vorsorge betreiben. Vielleicht systematisch Esel und nicht andere Steckenpferde reiten?
Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Samstag, 13. April 2019, 17:04

"Dilettanten Olé"?

Zum Davonlaufen! Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) im Schlepptau mit dem Gemeinsamen Bundes­aus­schusses (G-BA) behaupten scheinheilig, die präventive Gesundheitsuntersuchung GESU als bisheriger Check-up 35 solle in Zukunft zielgenauer eingesetzt werden als bisher und führen zugleich um 50% ausgedünnte Untersuchungsintervalle ein.

Medizin-, Präventions- und Versorgungs-ferne bzw. selbsternannte medizinisch-bürokratische Bildungseliten unterstellen damit, der Check-up 35 sei in der Vergangenheit ganz offiziell zu vage und ungenau eingesetzt worden.

Gleichzeitig bleiben die Mängel am Check-up 35 unübersehbar: KBV und G-BA produzieren erneut ein Ärzte-Präventions-Desaster. Jahrzehntelang haben sie in Sonntagsreden die Prävention der Krankheitsfolgen von Rauchen, Saufen, Risikosportarten, Fehlernährung, Bewegungsmangel und bio-psycho-sozialer Inaktivität beschworen, o h n e notwendige Leistungsziffern in den Praxen folgen zu lassen.

Im Gegenteil: Leistungsinhalte der GESU mit dem 2-jährlichen Check-up 35 wurden um das fakultative EKG und die Nierenfunktionsbestimmung mittels Kreatinin i.S. abgespeckt. Alle bisher völlig unsystematisch erhobenen Daten der offiziellen GESU-Dokumentationen bleiben als milliardenfacher Datenfriedhof o h n e jegliche wissenschaftliche Evaluationsmöglichkeiten.

Tagtäglich praktizieren wir Haus- und Familien-Ärztinnen und -Ärzte Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention. Fakultative Lungenfunktion/EKG, Blutbild (Anämie/Fehlernährung), TSH (Schilddrüse), GPT (Leberfunktion bei Fettleber/metabolischem Syndrom; zusätzlich GGT bei Alkohol- und Drogenabusus), KREA/Clearance-Berechnung (Niere), LDL-C-CHOLESTERIN bzw. HbA1c (Diabetesrisiko) sollten qualitätsgesicherte Blutdruckmessung, Anamnese-, Untersuchungs-, Beratungs- und Folgenabschätzungs-Dokumentationen ergänzen und müssten z u s ä t z l i c h bezahlt werden.

Doch was für einen Unfug planen unsere Verwaltungs- und Bürokratie-Eliten?

Lipidologisch-kardiologisch halbwegs Gebildete wissen, dass umständliche Bestimmungen von "Gesamtcholesterin, LDL- und HDL-Cholesterin sowie Triglyceriden" als Screening-Methoden aus dem vorigen Jahrhundert stammen. Da reicht das LDL-Cholesterin als Screening-Methode und Risikofolgen-Abschätzung aus.

Strategen des B-GA und der KBV haben bildungsfern gar nicht mitbekommen:
Deutschland hat

- Alkoholkonsum-, Rauchen-,Übergewichts- und Leber-Probleme (z.B. NASH)

- gender-spezifische Anämie- und Fehlernährungs-Probleme

- Nieren- und endokrinologische Probleme (TSH) und

- COPD/ASTHMA-Probleme.

Mit den bisherigen Check-up 35 Problemfeldern KHK, hypertensive Herzkrankheit und Diabetes mellitus (mittels HbA1c) wären damit etwa 80% aller haus- und familienärztlichen Beratungsprobleme abgedeckt.

Als völlig realitätsfern entpuppt sich unsere medizinische Bürokratie-Elite mit der Impfanamnese. Diese ist seit Jahrzehnten integraler Bestandteil der Allgemein- und Familien-Medizin.

Eine Fokussierung der Gesundheitsuntersuchung auf die Früherkennung von Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes und Nierenerkrankungen beinhaltet kein lipidologisches Speziallabor. Die Kreatinin-(Clearance)-Bestimmung ist dagegen essenziell.

Eine "Eselei" ist der Plan, Früherkennungsuntersuchungen zukünftig auch Menschen zwischen dem 18. und dem 35. Lebensjahr anzubieten: Nur ein einziges Mal in diesem Zeitraum und auch noch ohne reguläres Labor? Aus meiner haus- und familienärztlichen Erfahrung wird diese Zielgruppe mit so einer dilettantischen Ungleichbehandlung/Diskriminierung nie erreicht. "Blutuntersuchungen bei diesen jüngeren Patienten seien nur bei einem entsprechenden Risikoprofil durchzuführen", teilt die KBV mit.

Was die KBV aber offensichtlich nicht weiß: Gesunde 18 bis 35 Jahre alte Patientinnen und Patienten suchen zu präventiven Zwecken i.d.R. Arztpraxen, wenn überhaupt, nur zu Schutzimpfungen auf. Wer in dieser Altersgruppe richtig krank ist, trägt dagegen eine hohe Krankheitslast und eine häufig hochspezifische Morbidität (Typ-1 Diabetes mellitus, Asthma, Tumor- und Systemkrankheiten, Behinderungen, Stoffwechselstörungen, Rheuma, Vitien, Fehl- und Falschernährung, metabolisches Syndrom, endogene und exogene Krankheitsinduktionen).

Für diese Zielgruppe ist eine einmalige Präventiv-Untersuchung völlig deplatziert; bei den gesunden jungen Menschen kommt das Gesamtkonzept gar nicht entsprechend an und für die chronisch kranken Patientinnen und Patienten ist es völlig ungenügend.

Währenddessen machen wir Vertragsärztinnen und Vertragsärzte im 24-Stunden-365-Tage-Versorgungs-Modus ständig unseren Job und werden dafür zukünftig nur noch alle 3 Jahre bei der Gesundheitsuntersuchung (Check-up 35) nach EBM-Nr. 01732 den "stolzen" Betrag von 32,28 € plus 1,84€ für geleistete Mehrarbeit als Umsatz bekommen.

Der Bewertungsausschuss verschweigt dabei aber eine 50-prozentige Umsatzhonorar-Kürzung durch die Ausdünnung der Untersuchungs-Intervalle von 2 auf 3 Jahre.

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
Avatar #764983
heha70
am Donnerstag, 11. April 2019, 20:51

Gesundheitsuntersuchung - Übergangsfrist

Es ist empörend. Bis zum 10. April habe ich drei - z.T. enttäuschten Patienten - die schon länger vorher vereinbarte GU abgesagt. Am 11. April erfahre ich von der Übergangsfrist. Es ist empörend, weil es der selbstverständliche Arbeitsstil der Menschen ist, die nicht wissen, wie sie Leistungserbringer - das sind die, die Leistung erbringen - beschäftigen sollen. Gesundheitspolitiker und GBA können sich die Hand reichen. Unfertige Produkte auf den Marktplatz werfen - in der Folgezeit zurückrudern und nachbessern: so wird seit vielen Jahren gearbeitet. Mit Grauen denke ich an die Einführung des Heilmittelkataloges vor mehreren Jahren. Wir haben keine Schachspieler, die wenigstens drei Züge weiter die Folgen Ihres Tuns erkennen können. Wir haben in den Einrichtungen, die uns das Leben schwer machen, unbegabte Spieler, die wissen, daß sie ohne Angst vor Sanktionen immer wieder den Resetknopf drücken können.
Avatar #764983
heha70
am Donnerstag, 11. April 2019, 20:50

Gesundheitsuntersuchung - Übergangsfrist

Es ist empörend. Bis zum 10. April habe ich drei - z.T. enttäuschten Patienten - die schon länger vorher vereinbarte GU abgesagt. Am 11. April erfahre ich von der Übergangsfrist. Es ist empörend, weil es der selbstverständliche Arbeitsstil der Menschen ist, die nicht wissen, wie sie Leistungserbringer - das sind die, die Leistung erbringen - beschäftigen sollen. Gesundheitspolitiker und GBA können sich die Hand reichen. Unfertige Produkte auf den Marktplatz werfen - in der Folgezeit zurückrudern und nachbessern: so wird seit vielen Jahren gearbeitet. Mit Grauen denke ich an die Einführung des Heilmittelkataloges vor mehreren Jahren. Wir haben keine Schachspieler, die wenigstens drei Züge weiter die Folgen Ihres Tuns erkennen können. Wir haben in den Einrichtungen, die uns das Leben schwer machen, unbegabte Spieler, die wissen, daß sie ohne Angst vor Sanktionen immer wieder den Resetknopf drücken können.
Avatar #47908
nanirike
am Dienstag, 9. April 2019, 22:03

Unglaubliches Vorgehen

Die Änderung des Check Up Intervalls mit sofortiger Wirkung umzusetzen ohne Information der Ärzte ist unglaublich . Wer so wenig mitdenkt , was das für Unruhe in den Praxen auslöst , sollte nicht solche Entscheidungen treffen dürfen .
LNS

Nachrichten zum Thema

19. Mai 2020
Berlin – Das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) hat Empfehlungen vorgelegt, wie Angehörige dabei helfen können, das Sturzrisiko älterer pflegebedürftiger Menschen zu verringern. „Statistisch
Pflegeexperten geben Tipps zur Sturzvorbeugung
12. Mai 2020
Berlin – Eine wirksame Prävention hätte viele coronarelevante Vorerkrankungen verhindern können. Darauf weist die Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) hin – und kritisiert, dass die
Verbände kritisieren mangelhafte Prävention von COVID-19-Risikofaktoren
27. April 2020
Berlin − Das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium (BMG) rechnet offenbar doch nicht mit einer hohen finanziellen Belastung für die Krankenkassen durch eine Ausweitung der SARS-CoV-2-Tests. In einer
SARS-CoV-2-Tests sollen Kassen weniger Kosten als bisher veranschlagt
24. April 2020
Berlin – Der Verband der Ersatzkassen (vdek) hat ein Sofortangebot zur Gesund­heits­förder­ung für Beschäftigte in Krankenhäusern und stationären Pflegeeinrichtungen gestartet. Das Beratungsangebot soll
Gesundheitsförderung: Hilfe für Beschäftigte in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen
22. April 2020
Berlin – Die an der Zentralen Prüfstelle Prävention beteiligten Krankenkassen haben Sonderregeln für Präventionskurse während der Coronapandemie festgelegt. Die Regeln gelten bis Ende September dieses
GKV-Präventionskurse ab sofort auch online möglich
15. April 2020
Edinburgh – Grüner Tee enthält Polyphenole, die eine starke antioxidative Aktivität haben und die Bildung freier Radikale verhindern können. Es ist daher immer wieder in der Diskussion, ob der Konsum
Grüner Tee als Krebsprävention?
31. März 2020
Köln – Ein neues Trainingsprogramm des Instituts für Bewegungs- und Sportgerontologie (IBuSG) der Deutschen Sporthochschule Köln soll das Sturzrisiko für ältere Menschen reduzieren. „Die bisherige
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER