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Medizin

E.coli mit Resistenzgen mcr-1 bei Lebertrans­plantierten in den USA gefunden

Mittwoch, 10. April 2019

Escherichia coli-Bakterien-Abstrich/dpa

New York – US-Bakteriologen haben das Resistenzgen mcr-1, das Bakterien unempfindlich gegen das Reserveantibiotikum Colistin macht, bei E. coli-Bakterien von 4 Empfängern von Lebertransplantaten gefunden. Die Bakterien waren laut dem Bericht in Antimicrobial Agents and Chemotherapy genetisch verwandt, aber nicht identisch, so dass von weiteren Fällen ausgegangen werden muss (2019; doi: 10.1128/AAC.02680-18).

Das Resistenzgen wurde im Rahmen einer prospektiven Surveillance von Patienten mit geschwächtem Immunsystem entdeckt, zu denen wegen der Einnahme von Immun­suppressiva auch die Empfänger von Lebertransplantaten gehören.

3 der 4 Patienten waren laut Anne-Catrin Uhlemann vom Vagelos College of Physicians and Surgeons, New York, nicht an einer Infektion erkrankt. Sie könnten deshalb die Bakterien unbemerkt weiter gegeben haben, was die Mikrobiologin stark beunruhigt. Denn das Gen macht die Erreger gegen eines der letzten Reserveantibiotika unempfindlich. Die Forscher haben daraufhin mehr als 500 weitere Stuhlproben untersucht, das Resistenzgen aber in keinem weiteren Fall entdeckt.

E. coli mit Colistin-Resistenz sind in den letzten Jahren in verschiedenen Ländern, darunter auch in Deutschland vereinzelt nachgewiesen worden. Größere Epidemien sind bisher jedoch ausgeblieben.

Auffällig ist, dass viele Patienten asymptomatisch bleiben. Eine mögliche Erklärung: Das Resistenzgen könnte die Fitness der Erreger vermindern, so dass sich diese weniger stark vermehren und deshalb rasch wieder aus der Darmflora verdrängt werden. Forscher des Robert Koch-Instituts konnten im letzten Jahr in bakteriologischen Tests eine verminderte Fitness von Colistin-resistenten K. pneumoniae, nicht aber von Colistin-resistenten E. coli nachweisen (International Journal of Antimicrobial Agents 2018; 51; 554-561).

Ein Grund zur Entwarnung besteht deshalb nicht. Die US-Forscher wollen die Surveillance bei Organtransplantierten fortsetzen. © rme/aerzteblatt.de

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