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Politik

Evangelische Krankenhäuser befürworten Akademisierung der Hebammen

Mittwoch, 10. April 2019

/nasimi, stockadobecom

Berlin – Der Deutsche Evangelische Krankenhausverband (DEKV) hat die geplante Aka­demisierung der Hebammen begrüßt. Im März hatte Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) einen Gesetzentwurf vorgelegt, mit dem die heutige dreijährige Ausbildung der Hebammen in ein duales Studium überführt werden soll, in dem eine wissenschaftli­che Qualifikation mit einer berufspraktischen Ausbildung verbunden wird.

Die Verbandsdirektorin des DEKV, Melanie Kanzler, rief die Politik heute in Berlin dazu auf, das Gesetz schnell zu verabschieden, „damit die Krankenhäuser Planungssicherheit bekommen“.

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In einer gemeinsamen Stellungnahme mit der Diakonie Deutschland erklärte der DEKV anlässlich der gestrigen Verbändeanhörung zum Hebammenreformgesetz im Bundesge­sundheitsministerium, dass sich das Aufgabenspektrum der Hebammen in der Vergangen­heit verändert habe.

„Mehr denn je fordert der gesellschaftliche Wandel von den Hebammen ein wissenschaft­lich fundiertes und reflektiertes Handeln“, heißt es darin. „Ebenso brauche es Sensibilität für ihre Arbeit in unterschiedlichen sozialen, kulturellen und religiösen Kontexten.“ Diese Fähigkeiten und Kompetenzen müsse angehenden Hebammen im Rahmen einer akade­mi­schen Ausbildung vermittelt werden.

Theorie und Praxis verzahnen

Mit dem Hebammenreformgesetz soll eine Richtlinie der Europäischen Union (EU) in deutsches Recht umgesetzt werden. Diese schreibt vor, dass die Ausbildung für das Be­rufs­feld bis spätestens Anfang 2020 reformiert werden muss. Dem Gesetzentwurf zufolge müssen angehende Hebammen künftig eine zwölfjährige allgemeine Schulausbildung absolviert haben, um ein Studium absolvieren zu können.

Unter bestimmten Voraussetzungen ist auch eine erfolg­reich abge­schlosse­ne Berufsaus­bildung als Gesundheits- und Krankenpfleger oder Pflege­fachkraft ausreichend. Der Praxisanteil im Studium soll mindestens 50 Prozent betragen. Darüber hinaus ist eine Vergütung für die gesamte Studiendauer vorgesehen.

Der Geschäftsführer des Diakonissen-Stiftungs-Krankenhauses Speyer, Jonas Sewing, dass die Zahl der Hebammen in Deutschland durch die neue Ausbildung steigt. Heute gebe es in diesem Bereich einen großen Fachkräftemangel. Als elementar bezeichnete er die vor­gesehene Verzahnung von Theorie und Praxis.

Während skandinavische Länder Hebammen aus Deutschland abwürben, akquiriere Deut­schland Hebammen in südlichen EU-Ländern, zum Beispiel in Italien. „Dort gibt es zwar eine Akademisierung“, sagte Sewing, „aber den Hebammen fehlt die praktische Erfah­rung.“ Es sei wichtig, die praktische Erfahrung, die Hebammen in der bisherigen dreijähri­gen Ausbildung gemacht hätten, auch in das neue System zu übertragen.

Begegnung auf Augenhöhe unterstützen

Jochen Vennekate, Geschäftsführer der Christlichen Bildungsakademie für Gesundheits­berufe in Aachen und Vorstandsmitglied im DEKV, betonte, dass eine akademische Aus­bildung von Hebammen eine Begegnung auf Augenhöhe mit anderen Berufsgruppen im Krankenhaus unterstütze.

Der Berufsverband der Frauenärzte und die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe sehen den Gesetzentwurf hingegen kritisch. Sie befürchten, dass durch die Akademisierung der Hebammen die eklatanten Versorgungsdefizite im Kreißsaal noch verschärft würden. © fos/aerzteblatt.de

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