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Politik

Hilfe für Kinder psychisch kranker Eltern müssen besser vernetzt werden

Mittwoch, 10. April 2019

/pingpao, stockadobecom

Berlin – Die Hilfen für Kinder psychisch kranker Eltern sollten nach Ansicht von Ge­sundheits- und Rechtsexperten systematisiert und ausgebaut werden. In einem Exper­tengespräch des Gesundheitsausschusses im Bundestag waren sich die Fachleute heute im Grundsatz einig, dass die Angebote aus den verschiedenen Sozialbereichen besser miteinander vernetzt werden müssten.

Julian Dilling vom GKV-Spitzenverband sprach mit Blick auf die betroffenen Familien von einer großen Herausforderung. Es sei schwierig, an die Kinder aus solchen Haushalten heranzukommen. Nur rund 25 Prozent der betroffenen Jungen und Mädchen würden überhaupt identifiziert.

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Wichtig sei neben der Entstigmatisierung der Eltern auch eine bessere Vernetzung von ambulanten und stationären Angeboten. Bei Eltern mit Suchtproblemen seien Scham und die Angst vor dem Jugendamt sowie in der Folge der Versuch der Geheimhaltung ein großes Thema. In der Praxis stelle sich auch die Frage, was mit Kindern geschehe, wenn die Eltern in die Psychiatrie eingewiesen würden. Hier seien Patenprogramme für die Kinder wichtig, die ausgebaut werden sollten.

Birgit Görres vom Dachverband Gemeindepsychiatrie sagte, wichtig seien wohnortnahe Hilfen aus einer Hand und kommunale Netzwerke. Zudem müsse innerhalb der Sozial­gesetzgebung eine anschlussfähige Versorgung sichergestellt werden. Psychisch Kranke seien nicht in der Lage, selbst Hilfe zu organisieren. Auch sie forderte einen Ausbau der Patenprojekte für Kinder sowie eine Stärkung der ambulanten Psychiatrie. Nötig sei ein Gesamtkonzept mit klarer Zuordnung.

Der Sozialrechtsexperte Stephan Rixen von der Universität Bayreuth forderte die gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung auf, sich für andere Hilfesysteme zu öffnen und damit der möglichen eigenen Überforderung bei diesem Thema entgegenzuwirken. Die Anschlussfähigkeit der Hilfesysteme sei die zentrale Herausforderung. © kna/aerzteblatt.de

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