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Ausland

214 Millionen Frauen haben keinen Zugang zu Verhütung

Mittwoch, 10. April 2019

/dpa

Berlin – Vor dem Hintergrund der schnell wachsenden Weltbevölkerung hat der UN-Bevölkerungsfonds (UNFPA) sich für einen verbesserten und selbstbestimmten Zugang von Frauen zu Verhütungsmitteln ausgesprochen.

„Noch immer gibt es 214 Millionen Frauen, die eine Schwangerschaft verhindern wollen, aber keine moderne Verhütungsmethode anwenden können“, kritisierte die Organisation heute in Berlin zur Vorstellung ihres Weltbevölkerungsberichts. Die Bevölkerungspolitik der Zukunft müsse Rechte wahren und stärken.

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Derzeit leben nach Angaben der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung knapp 7,7 Milliar­den Menschen. Im Jahr 2050 werden es nach Prognosen der Vereinten Nationen 9,8 Milliarden Menschen sein.

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) warnte vor schweren Versorgungsprob­lemen in Teilen der Welt. Ohne Änderungen werde es in Afrika bis 2050 eine Verdoppe­lung der Bevölkerung geben. Nigeria sei dann das Land der Erde mit der drittgrößten Zahl an Menschen. Täglich wachse die Weltbevölkerung um 230.000 Menschen, im Jahr um mehr als 80 Millionen und davon zwei Drittel in Entwicklungsländern.

„Die Bevölkerungsexplosion in der Welt ist nicht nur Freude, natürlich Freude über viele Babys, Kinder, sondern zugleich eine Herausforderung“, sagte der CSU-Politiker. „Gewinnt der Storch oder gewinnt der Pflug? Das ist die spannende Frage.“ Das klare Signal sei, „wir müssen Frauen stärken und Familienplanung ermöglichen, insbesondere in den Entwicklungsländern“.

Die Geschwindigkeit des Bevölkerungswachstums habe in den 1960er- und 1970er-Jah­ren eine große Besorgnis ausgelöst, teilte UNFPA zu dem Bericht mit. Mit einem weltwei­ten Durchschnitt von 2,5 Kindern pro Frau habe sich diese Rate seit dem Jahr 1969 aber beinahe halbiert.

Inzwischen benutze mehr als die Hälfte aller verheirateten Frauen eine moderne Verhü­tungsmethode. Gleichstellung sei der Schlüssel zur Stärkung der reproduktiven Rechte von Frauen und Männern. Die UN-Organisation forderte Regierungen und die Zivil­ge­sellschaft auf, es dürfe keinen ungedeckten Bedarf an Verhütungsmitteln geben, keine vermeidbare Müttersterblichkeit und keine Gewalt gegen oder Praktiken zum Schaden von Frauen und Mädchen, darunter Kinderehen und Genitalverstümmelung.

Der Anteil der Frauen, die Verhütungsmittel nutzen könnten, hat sich dem Bericht zufolge in den vergangenen fünf Jahrzehnten mehr als verdoppelt: Waren es 1969 noch 24 Pro­zent, so erhöhte sich die Zahl auf 58 Prozent im Jahr 2019.

In den 51 untersuchten Ländern haben zugleich nur 57 Prozent der Frauen, die in einer Beziehung leben, Zugang zu Verhütungsmitteln. Je ärmer die Frauen sind, desto geringer ihre Chance, an die Mittel zu kommen – das gilt sowohl in Industrie- als auch in Entwicklungsländern.

UNFPA-Geschäftsführerin Natalia Kanem erklärte, ohne diesen Zugang fehle den Frauen die Macht, Entscheidungen über ihren eigenen Körper zu treffen, darunter, ob sie schwanger werden wollten. Deswegen könnten sie auch nicht ihre eigene Zukunft gestalten. © dpa/aerzteblatt.de

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