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Medizin

Autismus-Spek­trum-Störung: Stuhltrans­plantation lindert Symptome in offener Studie

Donnerstag, 11. April 2019

/agnieszka_marcinska, stockadobecom

Tempe/Arizona – Häufige Verdauungsprobleme von Patienten mit Autismus-Spektrum-Störungen haben zu der Vermutung geführt, dass eine Störung der Darmflora an der Erkrankung beteiligt ist. Eine Variante der Stuhltransplantation hat in einer offenen Studie an 18 Patienten nicht nur die Darmbeschwerden gelindert, wie die Mediziner in Scientific Reports (2019; 9: 5821) berichten.

Auffällig viele Kinder mit Autismus-Spektrum-Störung (ASD) haben Verdauungsprobleme. Nach einer Metaanalyse leiden sie fast 4-fach häufiger unter Diarrhöen oder Obstipationen und mehr als 2-fach häufiger an abdominalen Schmerzen als gleichaltrige Kinder ohne ASD. Ähnliche Assoziationen werden auch bei Morbus Parkinson und bei Morbus Alzheimer beobachtet, weshalb einige Hirnforscher eine „Hirn-Darm-Connection“ vermuten.

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Der australische Gastroenterologe Thomas Borody, Sydney, hat für Patienten mit ASD eine Variante der Stuhltransplantation entwickelt, die er als „Microbiota Transfer Therapy“ (MTT) bezeichnet. Die MTT besteht aus einer 2-wöchigen Vancomycin-Behandlung, gefolgt von einer Darmreinigung (wie vor einer Koloskopie). Danach wird der Darm neu mit Bakterien besiedelt. Bei der MTT erhalten die Patienten zunächst über 1 bis 2 Tage eine hohe Dosis von aufbereiteten Stuhlbakterien, die über eine Magensonde oder rektal in den Darm eingebracht werden. Es folgt über 7 bis 8 Wochen eine tägliche orale Erhaltungsdosis. Damit die Darmbakterien nicht von der Magensäure zerstört werden, erhalten die Patienten während dieser Zeit Protonenpumpeninhibitoren (PPI).

Die Behandlung wurde am universitären Biodesign-Institute in Tempe/Arizona an 18 Kindern (Durchschnittsalter: 11 Jahre) erprobt. Wie ein Team um Rosa Krajmalnik-Brown in früheren Publikation (Microbiome 2017; 5: 10) berichtete, kam es nach der Behandlung zu einer deutlichen Verbesserung der Darmbeschwerden: Die Gastrointestinal Symptom Rating Scale verzeichnete einen Rückgang von Obstipation, Diarrhö, Verdauungsstörungen und Bauchschmerzen um 80 %.

Inzwischen sind 2 Jahre seit der Behandlung vergangen und die Darmfunktion der Kinder ist weiterhin deutlich besser als vor der Behandlung, berichtet Krajmalnik-Brown jetzt. Der Gastrointestinal Symptom Rating Scale (GSRS) liegt weiterhin 58 % unter den Ausgangs­werten. Die Zahl der Tage mit anomalen Stuhlgängen ist um 26 % zurückgegangen.

Die Sanierung der Darmflora hat laut Krajmalnik-Brown auch die autistischen Störungen abgeschwächt. Nach dem Urteil der Ärzte in der Childhood Autism Rating Scale (CARS) haben die Symptome um 47 % abgenommen. Die Eltern stuften die Erkrankung in der Social Responsiveness Scale (SRS) nur noch bei 47 % als schwerwiegend ein gegenüber 89 % vor Beginn der Behandlung.

Da es sich um eine nichtkontrollierte Studie handelt und den Betroffenen während der Behandlung ein hohes Maß an Aufmerksamkeit zuteil wurde, lässt sich ein Placeboeffekt nicht ausschließen, räumt Krajmalnik-Brown ein. Die Behandlung sollte deshalb in einem nächsten Schritt in einer placebokontrollierten Studie überprüft werden, fordert sie. © rme/aerzteblatt.de

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Avatar #724084
MPeuser
am Samstag, 13. April 2019, 11:31

Ursache und Vermeidung von Autismus

Ich habe bereits vor über einem Jahr über ihre Botschaften in Berlin den Ge­sund­heits­mi­nis­tern von 164 Staaten meinen Forschungsbericht der Ursache und zur Vermeidung von Autismus versandt. Für Deutschland, Österreich und Brasilien sogar an die zuständigen Ge­sund­heits­mi­nis­tern der einzelnen Länder bzw. Staaten. Ich habe die wichtigsten Entbindungsanstalten in diesen Ländern informiert und an hunderte Zeitungen und Fachzeitschriften, darunter auch "Die Hebamme" meine Forschung gesandt.
Wir haben z. Z. 70 Millionen Autisten weltweit und wenn nichts unternommen wird, werden wir in 20 Jahren 200 Millionen Autisten haben.
Diese Kinder kommen völlig gesund zur Welt, aber durch drei Fehler bei den heutigen Geburten, die kein Säugetier macht und die unsere Vorfahren auch durch Jahrmillionen nicht machten, entstand in den letzten Jahrzehnten diese Autismus- "Epidemie".
Die Vermeidung dieser Krankheiten verursacht Materialkosten von EUR 0,05 und einen Zeitaufwand von einer Minute pro Neugeborenen. Da dabei nichts zu verdienen gibt, Interessiert sich keiner dafür.
Mein Forschungsbericht kann in deutscher, portugieischer und englischer Sprache gratis angefordert werden per Email mpeuser@hotmail.com und wird per Email versandt.
Das sind die 3 Fehler:
1.) Heute kommen weltweit 35 % der Kinder per Kaiserschnitt zur Welt. In Brasilien sind es bereits 57,5 %. Dabei findet keine Stuhlübertragung von der Mutter auf das Kind statt.
2.)Nach der vaginalen Geburt werden die Kinder zu schnell gebadet bzw. gereinigt (früher erst nach einer Woche) und dadurch die 1000 verschiedenen lebenswichtigen Bakterien zur Bildung der Darmflora vernichtet, die sich zum Anus des Kindes vorarbeiten müssen um die gesunde Darmflora bilden zu können. Jungens werden gründlicher gereinigt, da deren Geschlechtsteile aussen frei liegen, Mädchen dagegen "Gott sei Dank" schlechter, da deren Geschlechtsteile nach innen verborgen liegen. Da können die Darmbakterien die Reinigung unbeschadet überleben und sich dann an den Anus voran zuarbeiten. Deshalb gibt es 4-5 mal mehr Jungens als Mädchen mit Autismus.
3.) Die Unsitte den Anusausgang des Neugeborenen ständig mit einer Creme zu schützen (gegen wen?) versperrt den Zugang der lebenswichtigen Bakterien um den Darm artgerecht zu besiedeln um die Darmflora zu bilden.
Wir wissen doch: Wenn wir einer Bakterie, die man mit blossem Auge nicht sehen kann, dieser genug zur Ernährung und Platz gibt, dann kann man nach 36 Stunden mit deren Nachkommen 100 Güterzugwaggons der Eisenbahn füllen. Da alle halbe Stunde eine Verdoppelung stattfindet kommt man zu 72 Verdoppelungen, die dann die mathematisch fast unglaubliche theoretische Menge ergibt.
Wenn durch diese 3 Fehler sich nicht die komplette und gesunde Darmflora bildet, haben Parasiten die Chance den Darm zu erobern und zu besiedeln. Diese irritieren aber die Darmwände und geben verkehrte Signale an das Gehirn über den Vagusnerv. Und das ist Autismus.
Deshalb sollte gesetzlich vorgeschrieben werden, dass bei jeder Geburt, egal ob Kaiserschnitt oder Vaginalgeburt eine Mini-Stuhltransplantation von der gesunden Mutter zum Neugeboreren z.B. mit Hilfe eines Wattestäbchen vorgenommen wird. Einige Milligramm reichen schon, da darin die ganze Vielzahl der Darmbakterien enthalten sind.
Leider sieht man den Erfolg dieser Stuhltransplantation in Bezug auf Autismus erst nach ein bis zwei Jahren, wenn in den Statistiken die Anzahl von zusätzlichen Autisten stark zurückgegangen bzw. total verschwunden sind.
Wievielen verzweifelten Müttern konnte ich bereits helfen, deren Neugeboreren unter Durchfall litten und diese schon im Sterben lagen, durch den Hinweis auf eine Stuhltransplantation mit Hilfe eines Wattestäbchen. Der Durchfall wurde innerhalb von 1 - 2 Tagen gestoppt.

Michael Peuser
Staatspreisträger in Brasilien
"Voto de Aplauso" vom Senat (Bundesrat) in Brasilien
"Voto de Júbilo" des Parlamentes der Megapole São Paulo
Entdecker der Ursache und der Vermeidung von Autismus
Erfinder mit erteilten Patenten in über 30 Länder.
Träger des Bundesverdienstkreuzes
Autor von medizinischen Büchern und Schrifte in 18 verschiedenen Sprachen.
Unternehmer in chemisch-pharmazeutischen Bereich im Ruhestand
Wurde seit dem Jahre 2000 zu mehr als 1.350 Vorträge, Fernseh- und Rundfunkaufzeichungen von Brasilien aus in 14 verschiedene Länder Europas eingeladen.
LNS

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