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Ärzteschaft

Lungenärzte begrüßen Leopoldina­empfehlung zu Luftschadstoffen

Donnerstag, 11. April 2019

/dpa

Berlin – Deutschland sollte sich weiter bemühen, die Schadstoffbelastung in der Außen­luft weiter zu senken. Zu diesem Schluss kam gestern eine Arbeitsgruppe der Leopoldina Nationale Akademie der Wissenschaften in einer Stellungnahme. Die Deutsche Ge­sell­schaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) stellte sich heute hinter die Leo­pol­dina. Die Stellungnahme bringe „endlich wieder Sachlichkeit in die entgleiste polari­sie­rende Schadstoffdebatte“, sagte Klaus F. Rabe, DGP-Pastpräsident.

Gut sei auch die Forderung der Leopoldina, von der Fokussierung auf Stickoxide abzurü­cken, sagte Michael Pfeifer, der im März turnusgemäß das Amt des DGP-Präsidenten übernommen hat. „Wir haben es in der Außenluft immer mit einem Gemisch aus Schad­stoffen zu tun: Eine isolierte Be­trachtung der einzelnen Komponenten ergibt kein realis­tisches Bild der tatsächlichen gesundheitlichen Auswirkungen.“

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Die Leopoldina weist zudem darauf hin, dass Stickoxide nicht die gefährlichsten Schad­stoffe sind: Feinstäube, vor allem die ultrafeinen Partikel, die tief in die Lunge eindringen können, seien nach bisherigem Kenntnisstand viel schädlicher. Hier sei eine weitere Absenkung der Grenzwerte geboten. Von besonderer Wichtigkeit sei es, den Ausstoß von Treibhausgasen wie Kohlenstoffdioxid zu verringern.

„Luftschadstoffe beeinträchtigen vor allem labile Patientengruppen, also Kinder, Ältere und chronisch kranke Menschen“, betonte Claus Vogelmeier, Vorsitzender der Deutschen Lungenstiftung. „Dies muss bei der Festlegung der Grenzwerte berücksichtigt werden.“ © may/EB/aerzteblatt.de

Kommentare

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Avatar #715180
DrSchnitzler
am Freitag, 12. April 2019, 17:37

... schon wieder: ZUM NARREN GEHALTEN ...

a) ich stelle MEINE Zahlen dahingehend richtig, dass zu Ziffer B. INSGESAMT (100% * 73.000/2,95% =) rund 2,5 Mio "zuschreibbare Todesfälle" zu berechnen sind (was die Aussage nicht tangiert).

b) Mir ist klar geworden, dass es sich ja um ein Gutachten "im Auftrag der Bunderegierung" handelt.
Damit bekommt das mMn falsche Zitat (im obigen Artikel), und die objektiv falschen Zahlen nochmal ein anderes Gewicht.
Ich bin entsetzt.
Avatar #715180
DrSchnitzler
am Freitag, 12. April 2019, 00:11

... und schon wieder: ZUM NARREN GEHALTEN ...

Insgesamt lese ich den Bericht der Leopoldina als zukunftsweisend und ermutigend, da er Perspektiven einer – weiterhin – abnehmenden Luftbelastung in einen ausgewogenen Kontext stellt.

Den epidemiologischen Teil (Kapitel 3.2, dort insbesondere der Abschnitt "Exkurs: Krankheitslastberechnung") – und NUR diesen! – kann man SO ABER NUN WIRKLICH NICHT STEHEN LASSEN.

A.
Nachgerechnet:
- Die "Krankheitslast" für die Luftverschmutzung beträgt angeblich 73.000 "zuschreibbare Todesfälle" (60' für Feinstaub +13' für NO2), bzw. 2,95% (Abb. 3.1).
- Daraus ergeben sich kalkulatorisch bspw. für "Gewalt in der Partnerschaft" (1,2% * 73.000 / 2,95% /2 [nur Frauen]) rund 15.000 "zuschreibbare Todesfälle".

Dementgegen stellt das BKA fest, dass im Jahr 2017 genau 147 Frauen dadurch starben (zeit.de, 2018).

Eine derartige FÄLSCHUNG VON ERWIESENEN TATSACHEN ist NICHT HINNEHMBAR. Müssen wir uns derartige "Alternative Fakten" WIRKLICH bieten lassen?

B.
Kalkuliert man dementsprechend die übrigen Angaben gemäß Kap. 3.2, Abb. 1, so ergeben sich allein für die angeführten 11 Risikofaktoren 1,7 MILLIONEN "zuschreibbare Todesfälle". Für die restlichen 73 Risikofaktoren kämen dann nochmals überschlägig 2-3 Mio hinzu (angenommen: im Mittel jeweils 1,5%), insgesamt also rund 4,5 Mio.

Nun ist dementgegen amtlich, dass die Anzahl aller Verstorbenen 910.002 betrug (destatis.de; 2016).

Selbst unter Berücksichtigung von "Mehrfachzählungen" kommt man nie und nimmer auf eine plausible Größenordnung.

Es sind also NICHT ANSATZWEISE soviele Menschen gestorben wie berechnet. "Alternative Fakten" REINSTEN WASSERS.

C.
Die Behauptung "empfindlicher Personengruppen" ist – immer noch – AUS DER LUFT GEGRIFFEN: es existieren KEINERLEI PLACEBOKONTROLLEN, die den Nachweis erbracht hätten, dass wir hier nicht zB einem SIMPLEN NOCEBO-Effekt aufsitzen.

GANZ IM GEGENTEIL wissen wir aus vielen Sachverhalten, dass niedrige Dosen eines Schadstoffes die Gesundheit der breiten Masse SCHÜTZEN, zB:
- "Bauernhof-Effekt" (Schujis 2015)
- Hyposensibilisierung
- Impfung

Wo ist bspw. der Beleg, dass eine "Entzündungsreaktion" (Kap. 3.1) auf Feinstaub AUSSCHLIESSLICH unter kardiovaskulären Gesichtspunkten zu interpretieren ist, und nicht bspw. als Teil einer überlebenswichtigen Anpassungsreaktion? Was besagt eine ZUNAHME von Lungenerkrankungen unter zeitgleicher ABNAHME der Luftverschmutzung?

Selbstverständlich gibt es immer einzelne Personen, die zB spezifische "Allergien" aufweisen; ist aber wirklich noch "ganz bei Trost", wer zB wegen Zöliakie ("Weizenallergie") die Abschaffung sämtlicher Bäckereien fordert?

D.
Es ist wirklich unfassbar, mit welcher Impertinenz hier Spekulationen, bis hin zu HANDFESTEN FALSCHAUSSAGEN (s.o.) verbreitet werden.

Dazu gehört im Übrigen auch die obige Aussage (wessen auch immer), die Leopoldina habe »eine weitere Absenkung der Grenzwerte« gefordert.

DAS IST UNRICHTIG.

RICHTIG lautet die Aussage hingegen (Seite 3):
»Dagegen sollte eine weitere Reduktion der Feinstaubbelastung angestrebt werden – auch wenn die weniger strengen EU-Grenzwerte für Feinstaub hierzulande eingehalten und zum Teil deutlich unterschritten werden.«
(https://www.leopoldina.org/uploads/tx_leopublication/2019_Stellungnahme_Saubere_Luft_Vorabdruck_final.pdf; 10.04.2019)

Die Kernaussagen der Leopoldina (Seite 3) kann jedermann GUTEN GEWISSENS "unterschreiben".

Vielleicht haben aber auch die übrigen Beteiligten so etwas geahnt: die "epidemiolgischen" Daten werden im restlichen Dokument mit SCHWEIGEN gewürdigt...

Es ist wirklich an der Zeit, dass endlich REDLICHE WISSENSCHAFTLER aufstehen und auch hier SACHLICHKEIT in die Diskussion bringen.

Siehe:
- Schüller K: Berichterstattung in der Tagesschau über den Zusammenhang von Feinstaub und vorzeitigen Todesfällen. http://www.rwi-essen.de/unstatistik/87/ (11.03.2019)

- Meins W: Wenn Wissenschaft auf Wirklichkeit trifft. https://www.achgut.com/artikel/wenn_wissenschaft_auf_wirklichkeit_trifft (08.04.2019)






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