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Ärztekammer ruft nach mehr Regulierung für Medizinische Versorgungszentren

Donnerstag, 11. April 2019

<b>Stephan Hofmeister,</b> stellv. Vorstandsvorsitzender der KBV Start

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Stephan Hofmeister, stellv. Vorstandsvorsitzender der KBV

/dpa

Mainz – Der Gesetzgeber muss sich um die zunehmende renditebezogene Ausbreitung von Fremdinvestoren im Gesundheitssektor insbesondere bei Pflegeheimen und (zahn)-medizinischen Versorgungszentren (MVZ) kümmern und diese eindämmen. Dazu haben die Dele­gierten der Lan­des­ärz­te­kam­mer Rheinland-Pfalz die Politik in ihrer Kammerver­sammlung aufgerufen.

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Die renditebezogene Ausrichtung und Entwicklung im Gesundheitswesen beschneide so­wohl die Wahlfreiheit der Patienten als auch den freiberuflichen Charakter der ärztlichen Tätigkeit, kritisierte der Präsident der Lan­des­ärz­te­kam­mer (LÄK) Rheinland-Pfalz, Günther Matheis. Dies steht einer „qualitativ hochwertigen Versorgung in Stadt und Land diame­tral entgegen“. Er bezeichnete MVZ als „gute Versorgungsmöglichkeit“. Sobald sie fremd­ge­steuert nur noch renditeausgerich­tet arbeiten müssten, kämen Patientenwohl und Therapiefreiheit aber zu kurz.

Der Bundestag hatte mit dem Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) inzwischen eine gestaffelte Beschränkung der Gründungsbefugnis von Krankenhäusern für zahnärzt­li­che medizinische Versorgungszentren beschlossen, die sich an dem Versorgungsgrad des jeweiligen Planungsbereiches orientiert.

Dieser richtige Schritt reicht nach Ansicht der Lan­des­ärz­te­kam­mer aber nicht aus. „Der Gesetzgeber muss regulatorisch nachjustieren, damit sich medizinische Versorgungszent­ren, die von Kapitalgesellschaften betrieben werden, nicht zum gesundheitspolitischen Spaltpilz entwickeln“, heißt es in der Resolution.

Die Lan­des­ärz­te­kam­mer fordert daher, dass zum einen die Zulassungsausschüsse trans­pa­rente Informationen von Investoren abrufen können. Zum anderen sollten Berufsfrem­de kein MVZ führen dürfen. Für den Besitz eines MVZ müsse zudem ein fachlicher und regionaler Bezug bestehen. © may/EB/aerzteblatt.de

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Avatar #79783
Practicus
am Samstag, 13. April 2019, 01:03

Da lachen ja die Hühner...

um den "freien Beruf" Arzt hätten sich Kammern und KVen sorgen können, als es den noch gab! Wo war den n die Funktionärsriege, als es darum ging, den Arztberuf vor der Allmacht von Politik und Krankenkassen zu schützen?
Ich bin froh, dass ich meine hausärztliche Einzelpraxis an ein MVZ verkaufen konnte... ob das jetzt renditeorientiert arbeitet oder nicht, ist mir völlig egal.
Avatar #672734
isnydoc
am Freitag, 12. April 2019, 11:18

Festbesoldete Ausschussmitglieder

räsonieren darüber, dass berufliche Tätigkeit letztlich per Saldo "positiv" sein muss.
Welche Vorstellungen prallen da aufeinander?
Avatar #764331
Ärzteblatt2018
am Freitag, 12. April 2019, 10:50

Regulierung MVZ

Schau an, jetzt werden die Ärzte wach,wenn es um den Einstieg von fachfremden Investoren geht. Wenn sich Apotheker gegen Internationale Versandapothekenkonzerne mit Steuerlegeung auf irgendwelchen Inseln wehren gibt es nur ein müdes lächeln & mitunter eine Empfehlung an die Patienten dort zu kaufen, da es da ja billiger ist.
LNS

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