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Ärzteschaft

Fachgesellschaften wenden sich gegen ökonomischen Druck in Krankenhäusern

Donnerstag, 11. April 2019

/dpa

Berlin – Experten fordern, den wirtschaftlichen Druck im Gesundheitssystem zum Wohl der Patienten zu verringern. „Ökonomische Interessen dürfen eigentlich die medizini­schen Ent­scheidungen nicht beeinflussen“, sagte der Präsident der Arbeitsgemeinschaft der Wissen­schaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), Rolf Kreienberg, heute in Berlin.

Gute Medizin müsse auch beim Patienten ankommen, meinte Kreienberg weiter. Es reiche nicht, wenn zum Beispiel eine Operation allein fachlich sehr gut ausgeführt werde, nötig sei auch eine gute Betreuung drumherum. Die AWMF vertritt als Dachverband rund 180 Fach­ge­sellschaften.

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Kreienberg schlug verschiedene Ansätze vor, um den wirtschaftlichen Druck in der Medi­zin zu verringern. So sollten vorhandene Überkapazitäten in der Krankenhausplanung reduziert werden. Auch müssten die Bundesländer nötige Investitionen in den Kliniken finanzieren. Und das Patientengespräch von Ärzten sollte besser bezahlt werden.

Zudem solle das Management in den Krankenhäusern wertebasiert arbeiten, verlangte Krei­en­berg. Ärztliche, pflegerische und kaufmännische Direktion sollten gemeinsam und auf Augenhöhe Entscheidungen treffen. Nötig sei auch mehr Personal. © kna/aerzteblatt.de

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Avatar #768213
Chief_Philosophy_Officer
am Mittwoch, 1. Mai 2019, 06:22

Die Ärzte und ihr Leben in der Blase.

Ich finde es immer wieder verwunderlich wenn Ärzte - also hoch qualifizierte Akademiker - die Vorstellung vertreten dass sie ihren Beruf unabhängig von seiner Wirtschaftlichkeit ausüben können müssen.
Man muss sich bei solchen Forderungen doch wirklich mal ernsthaft fragen ob den Leuten im Medizinstudium der Bezug zur Realität komplett verloren geht.

Wie kann jemand der jeden Tag mit diagnostischen Geräten und pharmazeutischen Erzeugnissen arbeitet fordern, dass seine Arbeit nicht ökonomisiert werden dürfe?

Außer vielleicht in den Kreisen der Mediziner dürfte es kein Geheimnis sein, dass das Gesundheitswesen schon längst durch und durch ökonomisiert ist.
Angefangen bei den diagnostischen Apparaten bis hin zur pharmakologischen Medikation ist jeder Handgriff mit wirtschaftlichen Interessen von verschiedenen medizin-technologischen Hersteller-Unternehmen verbunden. Und damit natürlich auch mit entsprechenden Kosten.

Da ich selbst auch die Erfahrung des Medizinstudiums gemacht habe kann ich mir diese weltfremde Weltanschauung der Mediziner aber durchaus erklären.
Vermutlich liegt es daran, dass die akademische Ausbildung zum Mediziner das eigenständige Denkvermögen völlig verkümmern lässt und ihre Absolventen stattdessen zu Fachidioten erzieht deren einzige Fähigkeit darin besteht auswendig gelernte, zusammenhangslose Algorithmen zu befolgen.

Das Ergebnis sind dann eben realitätsfremde "Experten" die daran glauben, dass Geld auf Bäumen wächst.
Avatar #672139
MNothacker
am Mittwoch, 17. April 2019, 20:47

Ressourcenbewußtsein ja, Ökonomisierung nein

https://www.awmf.org/fileadmin/user_upload/Stellungnahmen/Medizinische_Versorgung/20181205_Medizin_und_%C3%96konomie_AWMF_Strategiepapier_V1.0mitLit.pdf
Avatar #88767
fjmvw
am Donnerstag, 11. April 2019, 21:16

Fachgesellschaften haben von Medizin Ahnung, von Ökonomie offensichtlich nicht.

Sich gegen Ökonomie in der Medizin auszusprechen, kann sich nur für ökonomische Dilettanten gut anhören. Jedermann, der von Ökonomie nur ein rudimentäres Wissen hat, weiß, warum man ohne Ökonomie (auch in der Medizin) nicht auskommen kann. Solange Ressourcen nur in beschränktem Umfang zur Verfügung stehen, müssen sie bewirtschaftet werden. Die Bewirtschaftung von Ressourcen ist die Kernkompetenz von Ökonomen.

Sich gegen Ökonomie in der Medizin auszusprechen bedeutet also nichts anderes, als Geld suboptimal zu verwenden.
Genau das wollen die Fachgesellschaften. Jeder blamiert sich so gut er kann.
LNS

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