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Studie soll Strategie für chirurgische Behandlung von Cardia-Tumoren klären

Freitag, 12. April 2019

/nerthuz, stockadobecom

Köln – Die optimale Strategie für die chirurgische Behandlung von Tumoren am Über­gang von Speiseröhre und Magen – der Cardia – soll eine internationale Studie klären. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert die Forschung unter Führung der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Tumorchirurgie der Uniklinik Köln mit 1,9 Millionen Euro.

Cardia-Tumoren können zurzeit mit zwei unterschiedlichen Operationsverfahren behan­delt werden. Bei der Speiseröhrenentfernung wird über einen Zugang über den Bauch- und über den Brustraum die Speiseröhre mit dem oberen Magenanteil und den umge­ben­den Lymphknoten entfernt. Um die Funktion der Speiseröhre zu ersetzen, wird aus dem Magen ein schlanker Schlauch gebildet und als Ersatzorgan in den Brustkorb hinauf­gezo­gen. 

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Bei der erweiterten Magenentfernung werden der untere Speiseröhrenanteil und der gesamte Magen entfernt. Die Speiseröhre wird daraufhin mit dem Dünndarm verbunden. „Beide Verfahren können offen oder in der sogenannten Schlüsselloch-Technik durchge­führt werden und ermöglichen eine vollständige Entfernung des Tumors“, hieß es aus der Uniklinik Köln.

Allerdings sei bisher unklar, welche der beiden Operationen sich besser zur Behandlung der Cardia-Tumoren eignet. Aktuelle Leitlinien nennen daher beide Operationen als gleichwertige Behandlungsmethoden. Ziel der geplanten Studie ist laut der Klinik, die beiden Verfahren hinsichtlich der Heilungsraten und der resultierenden Lebensqualität zu vergleichen.

An der Studie nehmen Zentren in ganz Europa teil. „Nur durch die koordinierte Forschung an 18 europäischen Studienzentren können wir auf Ergebnisse hoffen, welche die Be­hand­lung der Patienten substanziell verbessern können und die Identifizierung einer optimalen operativen Strategie möglich machen“, erläuterte die Studienleiterin Christiane Bruns, Direktorin der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Tumorchirurgie der Uniklinik Köln. 

Sie wies darauf hin, dass Begleitprojekte die Studie flankieren sollen: So soll eine Bio­bank mit dem entsprechenden Gewebe dieser seltenen Tumoren entstehen. Außerdem wollen die Wissenschaftler neue Techniken an die Studie koppeln und an der Uniklinik Köln durchführen, zum Beispiel die Isolierung von Tumorzellen aus dem Blut und immun­fluoreszierende Anfärbungen von Lymphknotenmetastasen. © hil/aerzteblatt.de

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