NewsAuslandGericht gibt französischem Landwirt im Streit gegen Monsanto Recht
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Gericht gibt französischem Landwirt im Streit gegen Monsanto Recht

Freitag, 12. April 2019

/dpa

Lyon – Im Rechtsstreit um Gesundheitsschäden mutmaßlich durch ein Unkrautvernich­tungsmittel der Bayer-Tochter Monsanto hat ein französischer Landwirt erneut Recht be­kommen. Das Berufungsgericht in Lyon entschied heute, Monsanto sei wegen „fehlerhaf­ter Produkte“ verantwortlich.

Der heutige Biobauer Paul François führt schwere Gesundheitsprobleme auf den inzwi­schen verbotenen Unkrautvernichter Lasso von Monsanto zurück, mit dem er früher seine Felder behandelte. Der Landwirt gibt an, unter schweren neurologischen Schäden zu lei­den, seit er 2004 Dämpfe des Herbizids einatmete.

Anzeige

In erster Instanz 2012 und im Berufungsverfahren 2015 gaben französische Gerichte François Recht, Monsanto legte jedoch Rechtsmittel ein. Seit Anfang Februar verhandelte das Berufungsgericht in Lyon daher erneut über den Fall. François will mehr als eine Million Euro Schadenersatz von dem Unternehmen erstreiten. Lasso ist seit 2007 in Frankreich verboten. In Deutschland erhielt das Mittel nie eine Zulassung.

In den USA war Monsanto im August zur Zahlung von Schadenersatz an einen früheren Hausmeister verurteilt worden, der den Unkrautvernichter Roundup für seine Krebser­kran­kung verantwortlich macht.

Ende März befand eine Jury in einem weiteren Verfahren zudem, dass Monsanto nicht ausreichend vor den Risiken des Einsatzes von Roundup gewarnt habe. Monsanto muss demnach fast 81 Millionen Dollar (knapp 72 Millionen Euro) an einen an Krebs erkrank­ten Kläger aus den USA zahlen. Tausende weitere Klagen sind in den Vereinigten Staaten anhängig. © afp/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

18. April 2019
Straßburg – Die Zulassung von Pestiziden wie Glyphosat, Gentechnik sowie Aromen und anderen Zusatzstoffen in Lebensmitteln soll künftig transparenter werden. Darauf zielt eine Verordnung ab, die das
Zulassung von Pestiziden und Lebensmittelzusatzstoffen soll transparenter werden
22. März 2019
Los Angeles – Kinder, die im Central Valley aufwuchsen, einer intensiv landwirtschaftlich genutzten Region in Kalifornien, erkranken häufiger an Autismus, wenn sie vor der Geburt oder im ersten
Pestizide: Studie sieht leicht erhöhtes Autismusrisiko
20. März 2019
San Franciso – Der zum deutschen Bayer-Konzern gehörende US-Saatgutriese Monsanto hat einen wichtigen Teilprozess um angebliche Krebsrisiken seines Unkrautvernichters Roundup verloren. Die Jury des
Monsanto unterliegt in US-Glyphosat-Prozess
13. März 2019
Luxemburg – Im Streit um mögliche Gesundheitsgefahren durch das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat hat eine Generalanwältin des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) die derzeitigen Schutzregeln der EU
Generalanwältin stützt EU-Schutzregeln in Glyphosatstreit
7. März 2019
Luxemburg – Umstrittene Studien über das Krebsrisiko des Unkrautvernichters Glyphosat müssen nach einem Urteil des EU-Gerichts öffentlich gemacht werden. Die Entscheidung der EU-Lebensmittelbehörde
EU-Gericht: Behörde muss Zugang zu Glyphosat-Studien gewähren
27. Februar 2019
Leverkusen – Der übernommene US-Saatgutkonzern Monsanto entwickelt sich für Bayer zum Wachstumstreiber, bleibt aber ein juristisches Sorgenkind. Die Zahl der Kläger, die in den USA Schadenersatz wegen
Monsanto-Klagewelle reißt nicht ab
26. Februar 2019
San Francisco – Vor einem US-Bundesgericht in San Francisco hat ein möglicherweise richtungsweisender Prozess um das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat begonnen. Der klagende US-Bürger macht in dem
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

Anzeige
NEWSLETTER