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Verein stellt Strafanzeige wegen illegaler Tierversuche an Universität Erlangen-Nürnberg

Donnerstag, 11. April 2019

/Alan, stock.adobe.com

Erlangen/Nürnberg – Der Verein Ärzte gegen Tierversuche hat gestern Strafanzeige ge­gen For­scher der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) wegen des Verdachts auf Verstöße gegen das Tierschutzgesetz gestellt. Die FAU wies die Vorwürf heute auf Anfrage des Deutschen Ärzteblattes (DÄ) zurück.

Nach Recherchen des Vereins Ärzte gegen Tierversuche soll eine Arbeitsgruppe der Mund-, Kiefer- und Gesichts­chi­rurgischen Klinik „vermutlich über mehrere Jahre Tierver­suche an Beagle-Hunden und eventuell auch Schweinen ohne ordnungsgemäße Geneh­mi­gung“ durchgeführt, schreibt der Verein in einer Mitteilung. Für die Tiere seien die Experimente „mit erheblichen Schmerzen und Leiden verbunden“ gewesen.

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Die Ergebnisse wurden dem Verein zufolge in Fachjournalen veröffentlicht. Dabei seien den Tierschützern Widersprüche bei elf Publikationen aus den Jahren 2011 bis 2017 aufgefallen. So seien mehrfach identische Genehmigungsnummern für unterschiedliche Versuche mit Schweinen und Hunden angegeben worden. Die gleiche Nummer sei mal der zuständigen Regierung von Oberbayern in Ansbach zugeordnet, mal einer Behörde in Budapest zugeordnet worden. In einem Artikel hieß es, die Versuche seien in Ungarn ge­nehmigt, aber an der FAU durch­geführt worden. In einer Publikation sei eine Genehmi­gungsnummer aus Ungarn angegeben worden, die dort aber unbekannt gewesen sei.

Wie die Tierversuchsgegner erklärten, hätten sie zwei Jahre lang versucht, bestehende Unstimmigkeiten aufzuklären. Man habe aber von den Behörden keine oder unbrauch­bare Antworten erhalten. „Insbesondere die für die Genehmigung von Tierversuchen zuständige Regierung von Unterfranken zeigte sich nicht gewillt, die Sache aufzuklären“, erklärte der Verein.

Auch von der FAU habe man nach einem Versprechen der Tierschutz­beauftragten im Jahr 2017, die den Sachverhalt habe klären wollen, nichts mehr gehört. „Da die Verantwortli­chen uns gegenüber die Unstimmigkeiten nicht aufklären wollten oder konnten, haben wir beschlossen, Strafanzeige zu stellen, um die Staatsanwaltschaft ermitteln zu lassen“, erklärte Corina Gericke, stellvertretende Vorsitzende des Vereins.

Von der FAU hieß es heute auf Nachfrage des , die Arbeitsgruppe der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgischen Klinik des Universitätsklinikums habe „in Erlangen keine Versuche an Beagle-Hunden oder Schweinen durchgeführt“, wie FAU-Sprecherin Susanne Langer betonte.

Bei den Versuchen handele es sich „offensichtlich um an ungarischen Partnerinstituti­o­nen durchgeführte und dort von der zuständigen Behörde ordnungsge­mäß genehmigte Versuche“. Die irrtümliche Zuschreibung an die FAU sei „möglicherweise durch eine feh­ler­hafte Angabe in den ursprünglichen Publikationen“ entstanden, hieß es. Diese seien von den betroffenen Journals bereits richtiggestellt.

Den Tierschützern reicht das nicht. „Wenn es sich wirklich nur um viele Fehler in den Publikationen, das heißt schlampige Arbeit gehandelt hat, warum hat man uns das behördlicherseits nicht einfach mitgeteilt?“, so Gericke. Die Unstimmigkeiten und vor allem die Geheimniskrämerei legten den Verdacht nahe, dass an der FAU tatsächlich gegen das Tierschutzgesetz verstoßen worden sei. © may/aerzteblatt.de

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