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Politik

BKK Dachverband schlägt Fast-Track-Lösung für Methodenbewertung vor

Freitag, 12. April 2019

Franz Knieps /Agentur Bildschön

Berlin – Die Betriebskrankenkassen (BKKen) haben einen Vorschlag vorgelegt, wie digi­tale Unter­suchungs- und Behandlungsmethoden schneller die Methodenbewertung im Gemeinsa­men Bundes­aus­schuss (G-BA) durchlaufen könnten.

Mit einer sogenannten Fast-Track-Lösung könnte eine befristete Zulassung zur ärztlichen Anwendung digitaler Untersuchungs- und Behandlungsmethoden mittels einer zeitlich und räum­lich limitierten Zulassung geeign­eter, digitaler Untersuchungs- und Behand­lungs­methoden in Modellvorhaben, Selektiv­verträgen und der ambulanten spezialfach­ärztlichen Versorgung erfolgen, heißt es in einem Positionspapier.

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Kern des Vorschlags soll den BKKen zufolge eine wissenschaftlich begleitete Evaluation neuer und eigens dafür geschlossener oder bereits bestehender Selektivverträge durch Unterstützung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) sein. Das IQWiG soll die gewonnenen Daten zeitnah und in wiederkehrenden Intervallen analysieren.

Dadurch könne die Frage schnell beantwortet werden, ob eine Untersuchungs- und Be­handlungsmethode geeignet sei, um sie mehr als 70 Millionen gesetzlich Krankenversi­cher­ten zur Verfügung zu stellen, ohne ihnen dabei Schaden zuzufügen, heißt es. Im Falle einer positiven Antwort sei „diese Untersuchungs- und Behandlungsmethode schnell in die Regelversorgung zu überführen“. Zusätzlich wird aus Sicht der BKKen damit die Grundlage geschaffen, dass über Selektiv­verträge bereits eine große Anzahl von Versi­cher­ten mit neuen Untersuchungs- und Be­handlungsmethoden behandelt werden kann.

Die BKKen schränken aber ein, dass über diesen Fast Track nicht jede Untersu­chungs- und Behandlungsmethode erprobt werden könnte. Sie halten diesen Weg nur für neue medizinische Untersuchungs- und Behandlungsmethoden verbunden mit digitalen Medi­zinprodukten der Risikoklassen I, IIa und IIb für geeignet. Eine weitere, zwingende Vo­raus­setzung einer Fast-Track-Erprobung sei eine Abschätzung des Gefährdungspotenzials.

„Unser Vorschlag verkürzt die Dauer der Erprobung von Untersuchungs- und Behand­lungs­methoden um mehrere Jahre“, sagte Franz Knieps, Vorstand des BKK Dachverbands. Durch eine schnelle Erprobung vielversprechender Methoden in der Versorgung ließen sich unter realen Bedingungen Daten erzeugen, um deren Evidenz beurteilen zu können.

Zudem sei die neue Methode über selektivvertragliche Regelungen rasch für Patienten direkt zugänglich. Es sei nun an der Politik, „konstruktive Vorschläge umzusetzen, statt bewährte subsidiäre Strukturen der gemeinsamen Selbstverwaltung zu zerschlagen.“

Bereits im Juni des vergangenen Jahres hatten die BKKen erste Vorschläge zur Weiterent­wicklung der Methodenbewertung digitaler Untersuchungs- und Behandlungsmethoden vorgestellt. Hintergrund ist die Debatte über eine Beschleunigung der Methodenbewer­tung. Wie der BKK Dachver­band schreibt, ist das zentrale Argument, dass die Dauer des Verfahrens der Methoden­bewertung den Produktzyklen digitaler Innovationen nicht gerecht wird.

Gerade digitale Medizinprodukte seien veraltet, bevor sie Teil der Versorgung würden. Diskutiert würden daher Fast-Track-Lösungen, die einen schnelleren Zugang in die Regel­versorgung ermöglichen. Kritiker von Fast-Track-Lösungen argumentierten hin­gegen, diese würden Patientensicherheit und -nutzen nicht ausreichend berücksich­tigten. © may/aerzteblatt.de

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