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Sterbehilfekliniken in Australien planen Sicherheitszonen

Freitag, 12. April 2019

/dpa

Melbourne – Der australische Bundesstaat Victoria plant die Einrichtung von Sicherheits­zonen rund um medizinische Zentren, die Sterbehilfe anbieten werden. Bürger, die sich entscheiden, „die freiwillige Hilfe zum Sterben in Anspruch“ zu nehmen, „sollten nicht zum Ziel von Schikane oder Einschüchterung werden“, sagte Victorias Gesundheitsminis­terin Jenny Mikakos, wie aus Medienberichten hervorgeht.

„Wir bitten dringend darum, sie während der schwierigsten Zeit ihres Lebens zu respek­tieren.“ Die Sicherheitszonen um Sterbehilfekliniken könnten nach dem Vorbild solcher Zonen um Abtreibungskliniken organisiert werden.

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Victoria ist der erste australische Bundesstaat, in dem „Hilfe zum Suizid“ legal ist. Das 2017 beschlossene Gesetz ermöglicht es jedem volljährigen, an einer unheilbaren Krank­heit leidenden Patienten, sich unter bestimmten Bedingungen von einem Arzt ein tödli­ches Medikament verschreiben zu lassen.

Voraussetzung ist eine Lebenserwartung von weniger als zwölf Monaten. Das Gesetz „Voluntary Assisted Dying Bill“ erlaube es darüber hinaus dem Arzt, die tödliche Dosis zu verabreichen, wenn der Patient dazu selbst nicht mehr in der Lage ist.

Bis zur Verschreibung des tödlichen Medikaments müssen allerdings einige Hürden ge­nommen werden. So muss zunächst ein Arzt entscheiden, ob der Patient die gesetzlichen Kriterien für die Beihilfe zur Selbsttötung erfüllt. In einem zweiten Schritt muss der Arzt dann prüfen, ob der Patient seinen Sterbewunsch aus freien Stücken äußert.

Dann muss der Patient dies schriftlich erklären und das Dokument in Anwesenheit des Arztes von zwei Zeugen unterschreiben lassen, die keine Familienangehörigen sein dür­fen. Das Gesetz gibt Ärzten ausdrücklich das Recht, aus Gewissensgründen eine Beteili­gung an diesem Verfahren abzulehnen. © kna/aerzteblatt.de

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