NewsHochschulenBiologisches Wundpflaster aus Eigengewebe entwickelt
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Hochschulen

Biologisches Wundpflaster aus Eigengewebe entwickelt

Dienstag, 16. April 2019

Bremen – Ein dreidimensionales Eiweißgerüst, das in Zukunft bei der Wundheilung helfen könnte, haben Wissenschaftler der Universität Bremen entwickelt. Es sei denkbar, dieses Netzwerk künftig als eine Art biologisches Pflaster aus Eigenblut herzustellen, berichtet die Arbeitsgruppe um die Biophysikerin Dorothea Brüggemann. Sie leitetet in der Universität die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanzierte Emmy-Noether-Forschungsgruppe für Nano-Biomaterialien im Institut für Biophysik.

Bei einer Verletzung mit einer Blutung wird bekanntlich das im Blutplasma enthaltene Protein Fibrinogen in Fibrin umgewandelt. Bei der Schorfbildung entstehen so unter an­derem Nanofasern. Sie sorgen mit für den Wundverschluss und unterstützen die Heilung. Der Arbeitsgruppe ist es jetzt gelungen, ein solches biologisches Netzwerk im Labor her­zustellen.

Den Bremer Forschern half eine zufällige Entdeckung unter dem Rasterelektronen­mikros­kop: Doktorand Karsten Stapelfeldt erforschte den Selbstorganisationsprozess, der aus gelösten Proteinen die ultrafeinen Fasern macht, die sich dann zu einem Gewebe verbin­den. „Dabei tauchten Fasern an Stellen auf, an denen wir sie nicht erwartet haben“, sagte er. Die Arbeitsgruppe untersuchte daraufhin die Bildung von Fibrinogennetzwerken ge­zielt. 

Anzeige

„Am Ende ist es uns gelungen, eine mehrere Mikrometer dicke Schicht des natürlichen Fibrinogengerüsts herzustellen. Das kann die Grundlage für eine natürliche Wundauflage werden“, so Stapelfeldt.

„Wir sehen für die Zukunft ein großes Potenzial in dieser Entdeckung“, sagte Brüggemann. Deshalb hat sie mithilfe der bremischen Patentverwertungsagentur InnoWi GmbH eine europäische Patentanmeldung eingereicht. „Wir werden jetzt testen, wie Zellkulturen auf unsere Fibrinogennetzwerke reagieren, wie sie unter welchen Bedingungen wachsen und wie die mechanische Stabilität der Gerüste ist“, gab sie einen Ausblick auf das weitere Vorgehen. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

22. Mai 2019
Bonn – Die geplante Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) soll als Kooperationsprojekt verschiedener Wissenschaftsakteure entstehen. Das berichtet die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Erfolgreicher Auftakt für nationale Forschungsdateninfrastruktur
21. Mai 2019
Berlin – Die Arbeitsgruppe Digitalisierung und E-Health der Gesellschaft für Versicherungswissenschaft und Gestaltung (GVG) hat in einem neuem Positionspapier umrissen, wie digitale Innovationen in
Zur Bewertung digitaler Medizinprodukte sind schnellere Verfahren nötig
15. Mai 2019
Berlin – Das Interesse an der Forschung mit humanen pluripotenten Stammzellen (hPS-Zellen) nimmt auch in Deutschland weiter zu. Das zeigt der achte Erfahrungsbericht über die Durchführung des
Bundesregierung sieht Stammzellforschung in Deutschland auf gutem Weg
14. Mai 2019
München/Berlin – Wissenschaftler am Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München und der Charité – Universitätsmedizin Berlin haben erstmals gemeinsam Patientendaten ausgewertet, ohne
Innovatives IT-Verfahren soll sensible Daten in der Krebsforschung schützen
10. Mai 2019
Bochum – Ein neues weltweites Netzwerk für Forscherinnen in der Neurowissenschaft ist an der Ruhr-Universität Bochum (RUB) gestartet. Die digitale Plattform „Neuronexxt – Network for Women in
Neue Karriereplattform für Neurowissenschaftlerinnen in Bochum
3. Mai 2019
Stuttgart – In Stuttgart soll in ein neues Zentrum für patientenorientierte Spitzenmedizin mit den drei Schwerpunkten Behandlung, Forschung und Bildung entstehen. Das hat die Robert-Bosch-Stiftung
In Stuttgart entsteht ein Bosch Health Campus
2. Mai 2019
Hamburg – Einen Vertrag „Innovative Wundversorgung – gut vernetzt, besser verheilt“ hat die DAK-Gesundheit vorgestellt. Im Rahmen dieser neuen Versorgungsmöglichkeit werden die Akteure vernetzt und
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER