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Klimawandel lockt Mücken und Zecken

Montag, 15. April 2019

/fotomarekka, stockadobecom

Amsterdam – Krankheiten, die durch Mücken oder Zecken übertragen werden, könnten in den kommenden Jahrzehnten in Europa häufiger auftreten. Das Verbreitungsgebiet der Überträger etwa von Denguefieber, Leishmaniose oder Chikungunya vergrößere sich rapide, mahnen Forscher. Über neue Erkenntnisse berichten sie auf dem Europäischen Kongress für klinische Mikrobiologie und Infektionskrankheiten (ECCMID) in Amsterdam.

Als Gründe für die Entwicklung nennen Forscher in einer Mitteilung zum Kongress unter anderem den Klimawandel und die zunehmende Globalisierung. Diese Veränderungen ermöglichten es Mücken und Zecken, neue Lebensräume in Europa zu erschließen.

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In den vergangenen zehn Jahren habe es etwa in Frankreich und Kroatien Dengueaus­brü­che gegeben, in Griechenland sei Malaria aufgetreten, in Italien und Frankreich Chikun­gunya und in weiten Teilen Süd- und Mitteleuropas das West-Nil-Fieber. Allein von dieser Erkrankung wurden 2018 in den EU-Mitgliedstaaten mehr als 1500 Fälle registriert.

Längere Hitzeperioden verlängerten das Zeitfenster für die Ausbreitung solcher Erkran­kun­gen und begünstigten größere Ausbrüche, betonte Giovanni Rezza vom Istituto Superiore di Sanitá in Rom. „Wir müssen uns darauf vorbereiten, mit solchen tropischen Infektionen umzugehen.“

So könnten etwa Sandmücken bis Ende der 2060er-Jahre ihr Verbreitungsgebiet in Frank­reich und Deutschland deutlich ausweiten, berichten Experten weiter. Die Mücken könn­en die Erreger der Leishmaniose übertragen und wurden in Deutschland bereits verein­zelt gefunden.

„Angesichts der anhaltenden Verbreitung von invasiven Mücken und anderen Überträgern in ganz Europa müssen wir Ausbrüche antizipieren und frühzeitig eingreifen“, erklärte Jan Semenza vom Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krank­hei­ten (ECDC) in Stockholm. Die Gesundheitsbehörden müssten die Überwachung verbess­ern und Frühwarnsysteme einrichten. © dpa/aerzteblatt.de

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