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Ausland

Nach Überschwemmungen droht in Mosambik Hunger

Montag, 15. April 2019

/dpa

Beira – Einen Monat nach dem verheerenden Zyklon „Idai“ warnen Helfer vor einer Hun­gerkrise in Mosambik. Das Land im Südosten Afrikas brauche zur Überwindung der der­zeitigen humanitären Katastrophe und für den Wiederaufbau mehr Unterstützung, fordert etwa das UN-Kinderhilfswerk. „Wir dürfen die Menschen in dieser Notlage nicht alleine lassen“, sagte der Unicef-Sprecher in Mosambik, Daniel Timme. „Gerade die Schwächsten, die alles verloren haben, werden für viele Monate Unterstützung brauchen.“

Die Folgen des schweren Tropensturms „Idai“ sind deshalb so dramatisch, weil er einige der ärmsten Länder der Welt getroffen hat. In Mosambik, Simbabwe und Malawi kamen rund 1.000 Menschen ums Leben.

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„Idai“ war in der Nacht zum 15. März in der Nähe der Großstadt Beira auf die Küste Mo­sam­biks getroffen. Starke Windböen, Sturmfluten und von anhaltendem Regen ausgelöste Überschwemmungen zogen eine Schneise der Verwüstung durch Mosambik bis ins Nachbarland Simbabwe. Allein in Mosambik wurden rund 240.000 Häuser teils zerstört. Infolge des Zyklons breitete sich Cholera aus, bislang gibt es fast 5.000 Krankheitsfälle.

Um eine weitere Ausbreitung der ansteckenden Durchfallkrankheit zu vermeiden, wurden im April rund 800.000 Menschen gegen Cholera geimpft. Helfer verteilen zudem Hun­dert­tausende imprägnierte Moskitonetze, um einen Anstieg von Malariaerkrankungen zu bremsen. Es seien bereits mehr als 7.500 Malariafälle gemeldet worden, erklärte Unicef-Sprecher Timme.

Die Welthungerhilfe warnt angesichts der angespannten Ernährungslage bereits vor einer „Katastrophe nach der Katastrophe“. Die Überschwemmungen haben laut Regierung un­mittelbar vor der Ernte mehr als 700.000 Hektar Ackerland zerstört. Das entspricht etwa der dreifachen Fläche des Saarlands. Etwa eine halbe Million Kleinbauern und deren Familien haben zum Teil ihre Lebensgrundlage verloren.

„Die wichtigste Ernte ist zerstört worden“, erklärte der Nothilfekoordinator der Welthun­gerhilfe im Raum Beira, Arjan Ottens. Die Fluten seien wieder zurückgegangen, aber die Menschen hätten vielerorts kein Saatgut, um erneut anzupflanzen. „Diese Menschen brauchen Hilfe, sonst haben sie ein sehr hartes Jahr vor sich.“

Das Welternährungsprogramm (WFP) und andere haben inzwischen Hunderttausende Menschen mit Nahrungsmitteln für den unmittelbaren Bedarf erreicht. „Aber es gibt immer noch Gebiete, die für Helfer schwer zu erreichen sind“, erklärte Monika Bihlmaier von der Hilfsorganisation Plan Deutschland. „Dort haben viele Leute immer noch nicht genug zu essen“, warnt sie. Wenn die Bauern nicht schnell anpflanzen könnten, hätten sie bis zur nächsten Haupternte nicht genug zu essen.

Die Weltbank schätzt, dass sich die Schäden in Mosambik, Simbabwe und Malawi auf rund zwei Milliarden US-Dollar (1,7 Milliarden Euro) summieren. Das ist für die betroffe­nen Länder eine riesige Summe – Mosambik hat der Weltbank zufolge eine jährliche Wirtschaftsleistung von nur gut zwölf Milliarden US-Dollar. Die Bundesregierung sagte am vergangenen Donnerstag 50 Millionen Euro Hilfe für den Wiederaufbau zu.

Die betroffenen Länder werben international um Unterstützung. Helfer befürchten je­doch, dass die Krise nach der akuten Phase – in der dramatische Bildern die Spuren der Verwüstung zeigten – in Vergessenheit geraten könnte. In den kommenden Monaten müssten zum Beispiel Brunnen gebohrt und Schulen wieder hergerichtet werden, erklärte Timme. „Und das in besserer Qualität, sodass sie dem nächsten Sturm und der nächsten Flut standhalten können.“ © dpa/aerzteblatt.de

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