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Politik

Grüne legen Pläne für Reform der Psychotherapeuten­ausbildung vor

Montag, 15. April 2019

/dpa

Berlin – Aus Sicht der Grünen im Bundestag besteht seit Jahren dringender Reformbedarf bei der Ausbildung von psychologischen Psychotherapeuten sowie Psychotherapeuten für Kinder und Jugendliche. Das geht aus einem Antrag hervor, in dem die Grünen ihre Vorstellungen für eine Reform der Psychotherapeutenausbildung zusammengefasst haben.

Sie regen darin unter anderem eine Zusatzfinanzierung der ambulanten Weiterbildung analog zur Förderung der Weiterbildung von Hausärzten sowie Übergangsregelungen für bereits in der Psychotherapeutenausbildung stehende Hochschulabsolventen an.

Regelungen geschaffen werden müssten auch für jene Jahrgänge, die noch nach altem Recht ihre Ausbildung absolvieren werden. Zudem müsse sichergestellt werden, dass die Besonderheiten der Behandlung von Patienten aller Altersgruppen einschließlich Kindern und Jugendlichen im Studium umfassend gelehrt werde. Die Grünen fordern darüber hinaus ein bedarfsgerechtes regionales Versorgungskonzept für schwer und chronisch psychisch erkrankte Menschen.

Die Reform der Psychotherapeutenausbildung aus dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) ist umstritten. Die Bundesländer mahnten jüngst mehr Zeit für eine Novelle an. Die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) lehnt die Reform strikt ab. In einer aktuellen Stellung­nah­me fordert die BÄK den Gesetzgeber auf, „den Entwurf mit Blick auf die bewährte multi­disziplinäre Zusammenarbeit in der psychotherapeutischen Versorgung“ zu überarbeiten.

Sollte der Entwurf Realität werden, so führe dies zu einer weit­gehenden Ausgliederung der Behandlung von psychisch Kranken aus dem medizi­nischen Versorgungssystem – und damit zum Nachteil der Patienten, heißt es in der Stellungnahme. Anstatt auf eine ganzheitliche Behandlung komplexer Krankheitsbilder hinzuwirken, bedrohe die Reform eine individuelle, somatische wie psychische Aspekte integrierende Versorgung, argumentiert die BÄK.

Auch die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie, Psycho­somatik und Nervenheilkunde (DGPPN) zusammen mit dem Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen (BApK) und dem Bundes­netzwerk Selbsthilfe seelische Gesund­heit (NetzG) wiesen den Referenten­entwurf zuletzt deutlich zurück. Die Bundes­psycho­therapeuten­kammer (BPtK) begrüßt hingegen den Entwurf hingegen als „wegweisende Reform“ der Psycho­therapeutenausbildung. © may/hib/aerzteblatt.de

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