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Suchtprobleme führen zu hohem Krankenstand

Dienstag, 16. April 2019

/Gorodenkoff, stockadobecom

Berlin – Die Tabak-, Computerspiel- und Trinksucht von Millionen Beschäftigten hat nach Angaben der DAK-Gesundheit gravierende Folgen für die Arbeitswelt. Nach dem heute in Berlin veröffentlichten DAK-Gesundheitsreport hat jeder zehnte Arbeitnehmer einen ris­kanten Alkoholkonsum, und beim Computerspiel weisen rund 2,6 Millionen ein riskantes Nutzungsverhalten auf.

Insgesamt gibt es laut DAK-Studie unter den Erwerbstätigen 6,5 Millionen abhängige Raucher, rund 400.000 Computerspielsüchtige und etwa 160.000 Alkoholsüchtige. Für Suchtprobleme am Arbeitsplatz hat die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler mehr Offenheit gefordert. „Es darf kein Tabu mehr sein, über Sucht zu sprechen“, sagte die CSU-Politikerin heute. „Die Sucht ist eine Krankheit. Kranken muss man helfen, egal ob zu­ Hause oder am Arbeitsplatz.“

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Auch die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) ruft die Politik und die Arbeitgeber dazu auf, Sucht am Arbeits­platz stärker in den Fokus zu nehmen und umfassend für Aufklärung zu sorgen. Ein entta­buisierender und entstigmatisierender Umgang mit diesem Thema sei notwendig, um Betroffene frühzeitig an Hilfeangebote heranzuführen.

Der Krankenstand bei den Betroffenen ist dem DAK-Report zufolge mit 7,6 Prozent doppelt so hoch wie bei Arbeit­nehmern ohne Auffälligkeiten. Besonders deutlich sei der Unterschied bei den psychi­schen Leiden. Hier ergäben sich mehr als dreimal so viele Fehltage. Bei Muskel-Skelett-Erkrankungen wie Rückenschmerzen gebe es ein Plus von 89 Prozent, bei Atemwegser­krankungen seien es 52 Prozent.

Rauchen weit verbreitet

Die verbreitetste Sucht ist das Rauchen von Zigaretten, wie darüber hinaus eine Befra­gung der DAK im Rahmen des Reports unter 5.000 Beschäftigten zeigt. 22 Prozent der Erwerbstätigen greifen demnach zum Glimmstängel. Unter den Jüngeren zwischen 18 und 29 Jahren gibt es mit 16,3 Prozent den geringsten Anteil, bei den 60- bis 65- jährigen Berufstätigen rauchen 23,7 Prozent. Fast jeder zweite Raucher raucht auch während seiner Arbeitszeit, also außerhalb der Arbeitspausen.

6,5 Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland gelten zudem als riskante Gamer. Vor allem junge Erwerbstätige zwischen 18 und 29 Jahren sowie Männer sind laut DAK-Re­port riskante Computerspieler. Etwa jeder zehnte Arbeitnehmer mit riskantem Spielver­hal­ten war wegen des Computerspielens abgelenkt oder unkonzentriert bei der Arbeit. 8,6 Prozent kamen wegen ihres Spielens zu spät zur Arbeit oder machten deshalb früher Feierabend.

74 Prozent der direkten Krankmeldungen bei Suchtproblemen ist den Daten der DAK zufolge auf Alkohol zurückzuführen. 6,8 Prozent der Arbeitnehmer mit riskantem Trink­verhalten gaben an, deshalb zu spät zur Arbeit gekommen zu sein oder früher Feierabend gemacht zu haben. 3,8 Prozent trinken Alkohol auch mehrmals pro Monat oder häufiger bei der Arbeit und bei 1,4 Prozent hat ihr Alkoholkonsum eine Rolle für eine oder mehre­re Krankmeldungen innerhalb des vergangenen Jahres gespielt. © kna/afp/dpa/ds/aerzteblatt.de

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