NewsÄrzteschaftFachgesellschaft für Ausweitung der Mindestmengen­regelung in der Knieendoprothetik
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Fachgesellschaft für Ausweitung der Mindestmengen­regelung in der Knieendoprothetik

Dienstag, 16. April 2019

/M.Dörr & M.Frommherz, stock.adobe.com

Berlin – Die Mindestmengen in der Knieendoprothetik sollten nicht nur für den Standard­eingriff gelten, sondern auch für die mit vielen Komplikationsrisiken behafteten Wechsel­eingriffe sowie für weitere Eingriffe am Knie. Das fordert die Deutsche Gesellschaft für Endoprothetik (AE).

Seit dem Jahr 2006 schreibt der Gesetzgeber für den Totalersatz des Kniegelenks eine Mindestmenge von 50 Eingriffen pro Krankenhaus und Jahr vor. Hintergrund ist die Über­zeugung, dass es einen Zusammenhang zwischen der Qualität eines Behandlungs­ergeb­nisses und der Häufigkeit der erbrachten medizinischen Maßnahme gibt.

Anzeige

„Wir begrüßen diese Vorgabe prinzipiell. Sie dient der Qualitätssicherung und damit der Sicherheit unserer Patienten“, sagte der Vizepräsident der AE, Karl-Dieter Heller. Aller­dings sei unklar, warum bei der Mindestmengenregelung bislang weder der Wechselein­griff – die sogenannte Implantatrevision – noch die Schlittenprothese berücksichtigt worden sei. Letztere ist eine Teilprothese des Knies. Beide Eingriffe stellen laut der AE fachlich höchste Anforderungen an den Operateur.

Die Fachgesellschaft fordert außerdem, die Mindestmenge auf den Operateur zu be­ziehen und nicht nur pro Klinik festzulegen. So werde sichergestellt, dass der Chirurg im Durchschnitt jede Woche eine Knieprothese implantiert oder wechselt.

Im Augenblick sei es denkbar, dass in einer Klinik, die 50 Endoprothesen im Jahr implan­tiert, zwei Abteilungen bestehen. In jeder Einheit würden 25 Prothesen eingebaut und dies jeweils von fünf Operateuren – mit dem Resultat von somit nur etwa fünf persönlich durchgeführten Operationen pro Arzt. „Solche Auslegungen können und sollen nicht Ziel einer Mindestmengenregelung sein“, so Heller. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

28. Mai 2020
Berlin – Die Qualität bei Hüft- und Knieprothesenwechseln ist auch von der Fallzahl in einer Einrichtung abhängig: Je häufiger der Eingriff in einer Klinik erfolgt, desto seltener kommt es zu
Outcome beim Wechsel einer Hüft- oder Knieprothese hängt von Fallzahl ab
27. Mai 2020
Berlin – Scharfe Kritik an der Mindestmengenregelung in der Transplantationsmedizin üben die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM), die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN), die
Transplantationsmedizin: Kritik an Rapid-Report zur Mindestmengenregelung
25. Mai 2020
Köln – Werden in einem Krankenhaus viele Patienten an der Speiseröhre operiert, sind ihre Überlebenschancen größer als in Häusern mit geringer Fallzahl. Zudem haben die Patienten seltener
Speiseröhrenchirurgie: Die Qualität steigt mit der Zahl der Fälle
25. Mai 2020
Köln – In Zentren mit vielen Nierentransplantationen sind die Überlebenschancen der Patienten im ersten Jahr nach dem Eingriff höher als in Kliniken mit geringeren Fallzahlen. Zu diesem Ergebnis kommt
Größere Überlebenschancen in Kliniken mit vielen Nierentransplantationen
15. Mai 2020
Berlin – Der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) geht einen weiteren Schritt in Richtung Neuregelung der Mindestmengen. In seiner gestrigen Sitzung hat das Plenum das Institut für Qualitätssicherung und
G-BA beauftragt Datenanalysen zu Mindestmengen
10. Februar 2020
Köln – Bei der chirurgischen Behandlung des primären Mammakarzinoms gibt es einen Zusammenhang zwischen der Leistungsmenge und der Qualität des Behandlungsergebnisses. Zu dieser Erkenntnis kommt das
Höhere Fallzahlen führen bei Operationen des Mammakarzinoms zu besseren Ergebnissen
3. Februar 2020
Würzburg – Patienten mit Darmkrebs haben größere Überlebenschancen, wenn sie in Kliniken mit hohen Fallzahlen operiert werden. Das berichten Wissenschaftler um Armin Wiegering, Leiter des
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER