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Ärzteschaft

Weiterhin Kritik der Ärzte an möglicher Grippeimpfung in Apotheken

Mittwoch, 17. April 2019

/dpa

Berlin – Die Pläne des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG), dass Apotheker die Bevölke­rung künftig gegen Influenza impfen dürfen sollen, sorgen bei Ärzten weiter für erhebliche Bedenken. Die Brandenburger Hausärzte und die Lan­des­ärz­te­kam­mer Hessen übten deutliche Kritik.

„Eine Impfung ist ein medizinischer Eingriff und darf nur unter ärztlicher Aufsicht durch­geführt werden“, sagte Karin Harre, Vorsitzende des Hausärzteverbandes Brandenburg. Sie verwies darauf, dass sich in Brandenburg auch Lan­des­ärz­te­kam­mer und Landesapothe­ker­­kammer in einer gemeinsamen Resolution gegen einen solchen Schritt ausgespro­chen hätten.

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„Teamarbeit bedeutet nicht, dass jeder alles macht, sondern jeder das macht, was er am besten kann“, sagte Harre. Der Hausarzt sollte als kompetenter Ansprechpartner auch die Koordination des Impfens in der Hand haben, so die Verbandsvorsitzende.

Statt an den Ärzten vorbei mehr und mehr Regelungen am grünen Tisch zu schaffen, wäre es einfacher, die Rolle des Hausarztes als steuernden Ansprechpartner für den Patienten zu stärken. Es sei wissenschaftlich belegt, dass die Durchimpfungsraten höher seien, wenn die Patienten mit ihren gesundheitlichen Problemen zuerst Hausärzte auf­such­ten.

Die Lan­des­ärz­te­kam­mer Hessen erteilte der Übertragung ärztlicher Tätigkeiten an nicht­ärztliche Berufsgruppen erneut eine klare Absage. Aus Sicht von Edgar Pinkowski, Präsi­dent der Lan­des­ärz­te­kam­mer Hessen, gefährdet der Referentenentwurf die Versorgung von Patienten.

Es sei kein Zufall, dass nach bisherigem Recht das Arzneimittel „Impfstoff“ nur von Ärzten verordnet und das Impfen selbst nur unter ärztlicher Aufsicht erfolgen dürfe, erklärte er. Nur so könne bei seltenen Komplikationen – etwa einer allergischen Reaktion – sofort Hilfe geleistet werden.

Auch gehörten neben dem eigentlichen Nadelstich Impfaufklä­rung, Impfanamnese sowie Abklärung möglicher akuter Erkrankungen zu einer Impfung. „Alles komplexe Aufgaben, die nicht mal eben schnell in einer Schulung erlernt werden können, sondern die medi­zi­nische Aus- und Weiterbildung voraussetzen“, so Pinkowski.

Zugleich habe die Influenza-Impfsaison 2018/2019 gezeigt, dass nicht etwa volle Arzt­praxen mit überfüllten Wartezimmern und langen Wartelisten ein Problem für Grippe­schutzimpfungen seien, sondern regionale Versorgungsengpässe bei dem Grippeimpf­stoff, erklärte der Ärztekammerpräsident.

Bereits Anfang April hatten die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) und der Deutsche Hausärzte­verband (DHÄV) sich gegen die Reformpläne aus dem BMG gestellt. © may/EB/aerzteblatt.de

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