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Ärzteschaft

Organspende: Neue Entscheidungshilfe für Ärzte bei intensiv­medizinischem Behandlungsbedarf

Donnerstag, 18. April 2019

/sudok1, stockadobecom

Berlin – Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) hat ein Positionspapier erarbeitet, um Ärzte beim Thema Organspende und erwei­tertem intensivmedizinischen Behandlungsbedarf zu unterstützen.

„Wir arbeiten an der Schnitt­stelle von würdevoller Begleitung am Lebensende und einer erweiterten Behandlung zum bestmöglichen Schutz der Organe. Für den richtigen Um­gang mit dieser Situation haben wir jetzt dringend notwendige Handlungsempfehlungen erarbeitet“, sagte der DIVI-Präsident Uwe Janssens, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Internistische Intensivmedizin am St.-Antonius-Hospital in Eschweiler.

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Konflikte treten der DIVI zufolge dann auf, wenn Organfunktionen eines verstorbenen Pa­tienten intensivmedizinisch aufrechterhalten werden, dies dem Verstorbenen aber nicht mehr nützt. Anders formuliert geht es um die Entscheidung zwischen einer Therapie­be­grenzung samt Zulassen des Sterbens auf der einen Seite oder einer Therapieausweitung zur Erhaltung der Organe für die Organspende auf der anderen Seite.

Für die Entscheidung sind laut den Intensivmedizinern fünf Fragestellungen entschei­dend: Liegt ein nachgewiesener, vermuteter oder erwarteter irreversibler Hirnfunktions­aus­fall vor? Äußerte der Patient einen Organspendewunsch? Erklärte der Patient seinen Willen zur Therapiebegrenzung? Wie hoch ist die Eingriffsintensität der erweiterten Be­handlungs­maßnahmen? Wie wahrscheinlich ist der Erfolg einer organprotektiven The­rapie?

Auf Basis dieser Dimensionen können Ärzte beziehungsweise das Behandlungsteam laut der DIVI in der Gesamtbewertung eine reflektierte Entscheidung finden. „Befinden sich alle Ausprägungsgrade in den äußeren Segmenten des von uns entwickelten Netzdia­gramms, erscheint eine Fortführung oder Erweiterung intensivmedizinischer Maßnahmen zur Realisierung einer Organspende ethisch gerechtfertigt, wenn nicht sogar geboten“, erläutert Janssens.

Andersherum könne bei einem ausdrücklichen Patientenwillen zur Therapie­begrenzung im Zusammenspiel mit den anderen Dimensionen auch ein Sterben des Patienten leichter zugelassen werden, so der DIVI-Präsident.

Die Fachgesellschaft betonte jedoch, das Behandlungsteam sollte nicht allein das Netz­diagramm zur Entscheidungsfindung heranziehen, sondern auch juristische Stellvertreter und Angehörige einbeziehen. So sei ein begründeter Konsens im Sinne aller Beteiligten zu erreichen. © hil/aerzteblatt.de

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